Forschung
Mikrowellen-Radarsensor bei der Messung der Aushärtung eines Klebstoffes - © Luca Hoffmannbeck, SKZ
25.09.2026

Startschuss für das Projekt „KlimRa“

Wie lässt sich die Aushärtung von Kleb- und Dichtstoffen schnell, zuverlässig und zerstörungsfrei überwachen? Dieser Frage widmet sich das neue Forschungsprojekt „KlimRa“. Gemeinsam entwickeln die Trilitec GmbH und das Kunststoff-Zentrum SKZ einen mobilen Mikrowellenradarsensor, der Produktionsprozesse effizienter, nachhaltiger und sicherer machen soll. Unternehmen können sich bereits jetzt aktiv mit eigenen Anwendungsfällen in das Projekt einbringen.

Mit dem Start des Forschungsprojekts „KlimRa“ (Entwicklung eines Mikrowellenradarsensors zur Inline-Überwachung der Aushärtung von applizierten Verbundmaterialien in der industriellen Anwendung) arbeiten die Trilitec GmbH aus Bremen und das Kunststoff-Zentrum SKZ aus Würzburg gemeinsam an einer Lösung. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines mobilen, handgeführten Mikrowellenradarsensors, der den Aushärtezustand von Kleb-, Dicht- und Verbundmaterialien direkt am Bauteil zerstörungsfrei bestimmen kann. 

Überwachung in Echtzeit

Der Sensor soll Anwendern künftig ermöglichen, den Fortschritt von Aushärtungsprozessen in Echtzeit zu überwachen. Darüber hinaus können weitere wichtige Qualitätsmerkmale wie Schichtdicken oder potenzielle Klebefehler erkannt werden. Dadurch lassen sich Produktionsprozesse gezielter steuern, Materialeinsatz reduzieren und Ausschuss frühzeitig vermeiden. Gleichzeitig können Wartezeiten zwischen einzelnen Prozessschritten verkürzt werden.

„Mit dem Forschungsprojekt wollen wir eine Messtechnik entwickeln, die den Anwendern erstmals eine mobile und einfache Qualitätskontrolle bei Kleb- und Verbundprozessen ermöglicht“, sagt Benjamin Littau, Geschäftsführer der TRILITEC GmbH. „Dadurch können perspektivisch Ressourcen geschont, Produktionskosten gesenkt und gleichzeitig die Prozesssicherheit erhöht werden.“

Entstehung eines robusten und praxistauglichen Sensorsystems

Die Grundlage für das Projekt bilden bereits erfolgreich durchgeführte Forschungsarbeiten des SKZ zur Überwachung von Klebstoffaushärtungen mittels Mikrowellen- und Terahertz-Technologien. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen soll nun ein robustes und praxistaugliches Sensorsystem entstehen, das direkt in industriellen Umgebungen eingesetzt werden kann.

Die möglichen Anwendungsfelder reichen von der Qualitätskontrolle in Fertigungsprozessen über die Überwachung von Brandschutz-Fugenmassen bis hin zur Integration in automatisierte Produktionsanlagen. Bereits heute zeigen mehrere Industrieunternehmen großes Interesse an der Technologie und unterstützen das Vorhaben mit konkreten Anwendungsszenarien.

„Durch unser breites Netzwerk in die Kunststoff- und Fertigungsindustrie wollen wir die Entwicklung eng an den tatsächlichen Anforderungen der Unternehmen ausrichten“, erläutert Projektleiter Pierre Pfeffer vom SKZ. „Besonders wichtig ist uns der direkte Austausch mit Anwendern, um praxisnahe Lösungen zu schaffen.“

Unternehmen können Projekt aktiv mitgestalten

Die Projektpartner planen, ausgewählte Einsatzszenarien gemeinsam mit interessierten Unternehmen zu evaluieren und die Entwicklung des Messsystems gezielt auf deren Bedürfnisse auszurichten. Damit können potenzielle Anwender frühzeitig von den Projektergebnissen profitieren und die zukünftige Technologie aktiv mitgestalten. Gesucht werden insbesondere Firmen, die Kleb-, Dicht- oder Verbundmaterialien einsetzen und Interesse an einer effizienteren, ressourcenschonenden und zerstörungsfreien Qualitätsüberwachung haben.

Interessierte Unternehmen sind eingeladen, Kontakt mit dem Projektteam aufzunehmen.

Förderung

Das Projekt „KlimRa“ mit der Fördernummer 40525/01 wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

(Quelle: SKZ Das Kunststoff-Zentrum)

Schlagworte

AushärtungBauteileDichtstoffeForschungFügen von KunststoffenJoining PlasticsJPKlebstoffeKunststoffMikrowellenSensorikVerbundmaterialienZerstörungsfrei

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