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© TU Ilmenau/Eleonora Hamburg
17.04.2024

Thüringer Zentrum für Maschinenbau: Investition in die Zukunft

Thüringer Zentrum für Maschinenbau an der TU Ilmenau: Investition in die Zukunft

Das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft hat am 15. April 2024  dem Thüringer Zentrum für Maschinenbau Fördermittel in Höhe von sechs Millionen Euro zugewiesen. In einem globalen Markt, der von einem starken Wettbewerbsdruck gekennzeichnet ist, kann das Innovationszentrum, das von der TU Ilmenau koordiniert wird, nun seine Zukunftsstrategie hin zu energie- und materialschonenden Produktionstechnologien und einer effizienten Kreislaufwirtschaft neu ausrichten und so seine Rolle als Innovationsmotor für die Thüringer Industrie festigen.

Seit seiner Gründung im Jahr 2013 hat das Thüringer Zentrum für Maschinenbau (ThZM) das produzierende Gewerbe im Freistaat bei der Anwendung innovativer Maschinenbautechnologien über die gesamte Prozess- und Fertigungskette hinweg höchst erfolgreich unterstützt. In den elf Jahren seines Bestehens leistete das Innovationszentrum durch gemeinsame Projekte mit der Industrie einen Beitrag, die Effizienz von über 170 Thüringischen Unternehmen vorwiegend aus den Branchen Maschinenbau, Metall- und Kunststoffverarbeitung und Automobilzulieferung durch moderne und ressourcenschonende Produktionstechnologien steigern. Am ThZM sind fünf Forschungseinrichtungen mit ihrer jeweiligen Forschungsinfrastruktur beteiligt: neben der TU Ilmenau die Ernst-Abbe-Hochschule Jena, die Hochschule Schmalkalden, die Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung in Schmalkalden und das Günter-Köhler-Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung in Jena. Die Expertise der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler reicht von anwendungsorientierter Grundlagenforschung bis zu wirtschaftsnaher Forschung.

Wissenschaftler der TU Ilmenau kontrollieren den Prozessablauf an einer hoch-modernen Kunststoffrecyclinganlage. - © TU Ilmenau/Eleonora Hamburg
Wissenschaftler der TU Ilmenau kontrollieren den Prozessablauf an einer hoch-modernen Kunststoffrecyclinganlage. © TU Ilmenau/Eleonora Hamburg

Doch trotz der Erfolge, die das ThZM bei der Modernisierung der thüringischen Klein- und mittelständischen Betriebe erzielen konnte, steht die verarbeitende Wirtschaft in Thüringen vor großen Herausforderungen. Die Unternehmen müssen ihre Arbeitsprozesse und ihre Herstellung digitalisieren, der Klimawandel und die langfristigen Folgen der Corona-Pandemie beeinträchtigen den Betrieb. Bei einem hohen globalen Wettbewerbsdruck sind rasant steigende Energiepreise, knappe Rohstoffe, gestörte Lieferketten und ausbleibende Nachfrage aus dem Ausland starke Belastungen für die Betriebe des verarbeitenden Gewerbes.

Vor allem das Ziel des Green Deals der Europäischen Kommission, die EU bis 2050 treibhausgasneutral zu machen, erfordert in der Industrie tiefgreifende Veränderungen. Da das verarbeitende Gewerbe einen erheblichen Anteil an den Treibhausgasemissionen hat, müssen die Unternehmen innovative Technologien einsetzen, um die vorgegebenen Ziele zu erreichen. Um die produzierenden Betriebe in Thüringen fit für die Zukunft zu machen, stehen vier Schlüsselbereiche im Fokus der neuen Strategie des Thüringer Zentrums für Maschinenbau:

  • Entwicklung energie- und materialschonender Produktionstechnologien zur Verringerung des Ressourcenbedarfs
  • Entwicklung kreislauffähiger Produktionsstrategien zur Herstellung wiederverwendbarer, reparierbarer oder recyclingfähiger Produkte
  • Optimierung und Entwicklung von Produktionsprozessen zur Be- und Verarbeitung lokal nachwachsender Rohstoffe
  • Entwicklung von Werkzeugen der digitalen Produktionswirtschaft zur Erhöhung der Ressourceneffizienz und Verminderung des Ausschusses

Um die Treibhausgasemissionen zu senken, sieht das ThZM für das produzierende Gewerbe vor allem Potenzial bei der Förderung einer effizienten Kreislaufwirtschaft und in der Entwicklung energie- und materialschonender Produktionstechnologien. Da Thüringen ein rohstoffarmes Land ist, will das Innovationszentrum auf Kunststoffe setzen, die mit Naturfasern aus lokal verfügbaren Rohstoffen wie Holz und Faserpflanzen verstärkt sind, und so eine nachhaltige regenerative Wirtschaft aufbauen. Gelingt es den Unternehmen, ihre Prozesse rasch zu digitalisieren und in ihrer Produktion ressourcenschonende Technologien und moderne Recycling-Technologien einzusetzen, könnte Thüringen mithilfe des Innovationsmotors ThZM zum Vorreiter bei der Modernisierung seiner Wirtschaft werden.

(Quelle: Presseinformation der Technischen Universität Ilmenau)

Schlagworte

AutomobilzulieferindustrieEnergieeffizienzFertigungsketteKreislaufwirtschaftKunststofftechnikKunststoffverarbeitungMaschinenbauMaterialeffizienzMetallverarbeitungProduktionProduktionstechnologieProzesskette

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