Technologien
© Kleusberg & KUKA
14.09.2025

Vollautomatisierte Schweißanlage für Modulbau-Produktion

Kleusberg arbeitet gemeinsam mit KUKA an der Umsetzung einer vollautomatisierten Schweißanlage zur Fertigung von Boden- und Deckenrahmen im Modulbau. Die Anlage soll ab 2027 am Standort Kabelsketal Dölbau bei Halle an der Saale in Betrieb gehen.

Automatisierte Programmierung auf Basis von 3D-Modellen

Die Anlage kann Schweißprogramme direkt aus 3D-CAD-Modellen generieren. Die relevanten Daten werden in Form einer XML-Datei übergeben, automatisch auf Plausibilität und Einhaltung der Konstruktionsvorgaben geprüft und in den Produktionsprozess übernommen. Die gesamte Rahmenfertigung – vom Einlegen über das Heften bis zum Ausschweißen – erfolgt automatisiert. Manuelle Eingriffe sind nur in bestimmten Bereichen wie dem Einlegen von Längsträgern oder der Einbringung von Sonderprofilen vorgesehen.

Durch den automatisierten Ablauf verkürzt sich die Fertigungszeit eines einzelnen Rahmens. Bei einem typischen Raummodul mit zwei Rahmen bedeutet das nicht nur Zeitersparnis, sondern auch konstante Produktivität. Diese zusätzliche Kapazität verschafft Kleusberg die nötige Flexibilität, um auf Nachfrageschwankungen zu reagieren und auch größere Projektvolumen wirtschaftlich abzuwickeln.

Die Anlage verfügt über eine automatische Schweißnahtüberwachung. Abweichungen von der geforderten Nahtqualität werden erkannt und dem Bedienpersonal gemeldet – ein zusätzlicher Schritt zur Sicherstellung gleichbleibender hoher Qualität.

Visualisierung der Schweißanlage im Kleusberg Werk in Kabelsketal - © Kleusberg & KUKA
Visualisierung der Schweißanlage im Kleusberg Werk in Kabelsketal © Kleusberg & KUKA
Ergonomie und Arbeitsplatzqualität

Neben der Effizienzsteigerung spielt auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen eine zentrale Rolle. Das manuelle Schweißen ist mit körperlich belastenden Haltungen verbunden, insbesondere bei wiederkehrenden Abläufen in ungünstigen Positionen. Die Automatisierung übernimmt diese körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten und reduziert damit das gesundheitliche Risiko für die Beschäftigten. Ziel ist es, die langfristige Arbeitsfähigkeit der Mitarbeitenden zu sichern und krankheitsbedingten Ausfällen vorzubeugen. Gleichzeitig entstehen durch die Automatisierung neue, technisch geprägte Aufgabenbereiche – zum Beispiel in der Überwachung, Instandhaltung und Programmprüfung.

„Zur Bedienung der Anlage werden natürlich weiterhin qualifizierte Fachkräfte benötigt. Gleichzeitig bedarf es der Anlage, um konstante Produktionskapazitäten aufrecht zu erhalten. Die Kombination aus beidem ist die perfekte Lösung.“, sagt Oliver Hartmann, Geschäftsführer Modulares Bauen bei Kleusberg.

So bleibt das Fachwissen im Unternehmen erhalten, ohne dass Arbeitsplätze abgebaut werden müssen. Die Kombination aus konstanter Produktionsleistung, gesünderen Arbeitsbedingungen und technischer Weiterentwicklung erhöht die Attraktivität des Arbeitsplatzes und hilft, dem Fachkräftemangel aktiv entgegenzuwirken.

(Quelle: Kleusberg Gruppe)

Schlagworte

3DAutomatisierungCADModulbauSchweißanlagenSchweißenSchweißnahtüberwachung

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