Kommentar Wirtschaft
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13.11.2021

Zehntausende Unternehmen suchen noch dringend Fachkräfte

Ausbildungsjahr im Endspurt: Zehntausende Unternehmen suchen noch dringend Fachkräfte

Über 61.000 Ausbildungsplätze waren zum 30. September noch unbesetzt. Auf 4 BewerberInnen kommen rechnerisch fast 5 Ausbildungsplätze. Es besteht daher kein Versorgungs-, sonder ein Matching-Problem auf dem Ausbildungsmarkt.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat Bilanz des Vermittlungsjahres 2020/21 gezogen. Im zweiten Corona-Jahr ist die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsplätze im Vergleich zum Vorjahr nur wenig zurückgegangen (-3,4%). Demgegenüber ist der Rückgang der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber ähnlich wie im Vorjahr (-8,3%) hoch. Im Ergebnis ist die Chance der jungen Menschen auf einen Ausbildungsplatz trotz Pandemie exzellent: Auf 100 Bewerberinnen und Bewerber kamen 118 gemeldete Plätze.

Diese Relation zeigt: Es gibt kein Versorgungs-, sondern ein Matching-Problem auf dem Ausbildungsmarkt. Und: Beunruhigend sind vor allem die sinkenden Zahlen bei den Bewerberinnen und Bewerbern. Eine „Ausbildungsgarantie“ mit verstärkter außerbetrieblicher Ausbildung statt einer dualen Berufsausbildung, wie sie zum Teil gefordert wird, löst dieses Problem nicht. Im Gegenteil: Sie setzt ein falsches Signal, indem sie einem Rückzug der Jugendlichen auf ein enges Spektrum von Wunschberufen Vorschub leistet, statt sie zu motivieren, sich auf die vielfältigen offenen Plätze in Ausbildungsbetrieben zu bewerben. Das BDA-Argumentationspapier „Den Ausbildungsmarkt wirkungsvoll unterstützen, nicht regulieren und verzerren“ zeigt detailliert und auf der Basis aktueller Zahlen auf, warum eine Entkopplung von Angebot und Nachfrage durch eine „Ausbildungsgarantie“ fatal wäre.

Das ungebrochene Engagement der Wirtschaft für Ausbildung wird in den Vertragszahlen sichtbar: Bis zum 30. September konnten 2 Prozent mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen werden als im Vorjahr. Das ist auch ein Verdienst des „Sommers der Berufsausbildung“: Von Juni bis Oktober haben die Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung auf die hervorragenden Chancen der beruflichen Bildung aufmerksam gemacht – und werden dies auch weiterhin tun. Bei dieser konzertierten Aktion hat auch die BDA Vollgas gegeben. Durch die Schirmherrschaft der „Woche der Elternarbeit in der Beruflichen Orientierung“, Unternehmensbesuche mit Beteiligung der BDA-Hauptgeschäftsführung sowie zahlreiche Webinare wurde eine beeindruckende Reichweite erzielt. In der Berufsorientierung gibt es insbesondere bei der Vernetzung der Schulen aber noch Nachholbedarf. Hier müssen wir gemeinsam mit den Partnern der Allianz für Aus- und Weiterbildung ansetzen.

Auch im Nachvermittlungszeitraum muss das Matching von Angebot und Nachfrage mit aller Kraft fortgesetzt werden. Die Wirtschaft braucht die Fachkräfte von morgen dringender als je zuvor. Nur mit ihnen kann der wirtschaftliche Aufschwung trotz und nach Corona gelingen.

Das BDA-Argumentationspapier „Den Ausbildungsmarkt wirkungsvoll unterstützen, nicht regulieren und verzerren“ können Sie sich nachfolgend als PDF-Datei herunterladen:

(Quelle: BDA – Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände)

Schlagworte

ArbeitsmarktAusbildungFachkräftemangelFachkräftequalifizierung

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