Praxistipp
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24.02.2026

8 Anti-Aging-Tipps für Schweißgeräte

Nichts hält unbegrenzt – und irgendwann erreicht auch ein robustes Industrieschweißgerät das Ende seiner Nutzungsdauer. Doch je sorgsamer man mit ihnen umgeht, desto länger bleiben sie funktionsfähig. Entscheidend ist daher, mit welchen konkreten Maßnahmen sich die Nutzungsdauer möglichst verlängern lässt.

Verschleißteile regelmäßig kontrollieren

Die wesentlichen Verschleißteile bei einem MIG/MAG-Schweißgerät sind das Kontaktrohr (die „Stromdüse“), die Schlauchseele und die Gasdüse. Hochwertige Schweißsysteme für Industrieanwendungen sind so konstruiert, dass der Betrieb auch bei beschädigten Verschleißteilen abgesichert ist. Bevor Folgeschäden am Gerät entstehen, schaltet sich das Gerät oder die betreffende Funktion automatisch ab. In diesem Fall wird eine Fehlermeldung angezeigt.

Bei günstigen Geräten sollte man sich darauf jedoch nicht vollständig verlassen: Schäden können beispielsweise auftreten, wenn ein verstopftes Kontaktrohr den Drahtvorschub beeinträchtigt und sich ein schwacher Motor dadurch erhitzt und schneller verschleißt. Ebenso können die Leitungen mit dem Kühlwasser oder die darin verlaufenden Stromkabel beschädigt werden, wenn der Schweißdraht durch eine kaputte Drahtseele tritt.

Generell gilt: Je regelmäßiger der Zustand der Verschleißteile kontrolliert wird, desto seltener treten ungeplante Stillstände auf – und desto länger ist in der Regel die Standzeit des Schweißgeräts.

Je regelmäßiger Sie den Zustand der Verschleißteile kontrollieren, desto besser ist es für die Lebensdauer Ihres Schweißgeräts - © Fronius International GmbH
Je regelmäßiger Sie den Zustand der Verschleißteile kontrollieren, desto besser ist es für die Lebensdauer Ihres Schweißgeräts © Fronius International GmbH
Füllstand der Kühlflüssigkeit überprüfen

Leistungsstarke MIG/MAG- und WIG-Schweißgeräte sind in der Regel flüssigkeitsgekühlt. Es empfiehlt sich, den Stand der Kühlflüssigkeit regelmäßig zu kontrollieren und das Kühlmittel bereits vor dem Erreichen der Minimumgrenze nachzufüllen. Dadarch lassen sich einerseits Stillstände vermeiden, weil das Nachfüllen nicht in einem ungünstigen Momenten erforderlich wird – etwa während einer Nachtschicht. Andererseits ist bei vorausschauender Planung das geeignete Kühlmittel in der Regel verfügbar.

Die richtige Kühlflüssigkeit verwenden

Die passende Kühlflüssigkeit ist entscheidend für die Lebensdauer des Kühlsystems eines Schweißgeräts. Grundsätzlich sollten nur vom Hersteller empfohlene Kühlmittel verwendet werden. Von improvisierten Alternativen – etwa entmineralisiertem Wasser oder anderen Flüssigkeiten – ist abzuraten.

Gute Kühlmittel für Schweißgeräte zeichnen sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Schutz vor Korrosion
  • unbrennbar
  • frostsicher (in Mitteleuropa bis mind. –10 Grad)
  • umweltfreundlich zu entsorgen
Die Verwendung von geeigneten Kühlmitteln hat einen entscheidenden Einfluss auf die Lebensdauer von flüssigkeitsgekühlten Schweißgeräten. - © Fronius International GmbH
Die Verwendung von geeigneten Kühlmitteln hat einen entscheidenden Einfluss auf die Lebensdauer von flüssigkeitsgekühlten Schweißgeräten. © Fronius International GmbH
Pumpenfunktion kontrollieren

Die Kühlmittelpumpe ist das zentrale Element eines flüssigkeitsgekühlten Geräts. Daher ist es sinnvoll, ihre Funktionsfähigkeit regelmäßig zu kontrollieren. Ein gestörter Kühlkreislauf oder eine fehlerhaft arbeitende Pumpe können die Lebensdauer von Schweißgeräten deutlich beeinträchtigen, da nicht abgeführte Wärme das gesamte System belastet.

Ob der Kühlkreislauf des Schweißgeräts funktioniert, lässt sich prüfen, indem kontrolliert wird, ob die Pumpe läuft und genügend Rücklauf erzeugt. Dazu wird die Rücklaufleitung getrennt und das Kühlmittel für eine Minute in einen Eimer geleitet. Befinden sich danach mindestens 1,5 Liter im Eimer, gilt das System als funktionsfähig. Gleichzeitig sollte überprüft werden, ob genügend Kühlmittel vorhanden ist, da das Trockenlaufen eine Pumpe in der Regel beschädigt.

Schnell-Check beim Lüfter

Wie die meisten Geräte mit elektronischen Komponenten benötigen auch Schweißgeräte eine gut funktionierende Entlüftung. Bleibt ein Ausfall unbemerkt, können elektronische Bauteile wie Leiterplatten oder Steuerungselemente überhitzen und dadurch ausfallen. Besonders kritisch sind geringfügige Fehlfunktionen des Lüfters, die über längere Zeit unentdeckt bleiben.

Bei vielen Geräten läuft der Lüfter nach dem Abschalten noch für eine gewisse Zeit nach, um Restwärme und gegebenenfalls auch die restliche Elektrizität aus dem Gerät zu bringen. Mit einem einfachen Schnell-Check lässt sich nach dem Abschalten prüfen, ob der Lüfter arbeitet: Entweder ist das Lüftergeräusch hörbar oder es ist erkennbar, dass sich der Lüfter dreht.

Ausblasen – das Schweißgerät von Staub befreien

Ein hoher Staubanteil kann die Funktion mechanischer und elektronischer Bauteile im Schweißgerät langfristig beeinträchtigen und damit die Standzeit des gesamten Systems verringern.

Zur Staubentfernung wird häufig Druckluft eingesetzt. In vielen Fällen reicht es aus, die Kühlrippen des Schweißgeräts in regelmäßigen Abständen mit dem Druckluftkompressor zu reinigen, um eine kontinuierliche Belüftung zu gewährleisten.

Mindestens einmal jährlich sollte das Gerät durch Fachkräfte mit entsprechender Befähigung – etwa durch Betriebselektriker – geöffnet und auch im Inneren gereinigt werden. Bei empfindlichen Bauteilen, beispielsweise Leiterplatten, ist dabei Vorsicht geboten: Der Druckluftstrahl sollte nicht aus unmittelbarer Nähe auf sensible Komponenten gerichtet werden.

Zu viel Staub kann die Funktionsfähigkeit von mechanischen und elektronischen Bauteilen im Schweißgerät auf Dauer negativ beeinflussen, deshalb sollten die Innenräume regelmäßig ausgeblasen werden. - © Fronius International GmbH
Zu viel Staub kann die Funktionsfähigkeit von mechanischen und elektronischen Bauteilen im Schweißgerät auf Dauer negativ beeinflussen, deshalb sollten die Innenräume regelmäßig ausgeblasen werden. © Fronius International GmbH
Pfleglicher Umgang mit dem Schweißgerät – auch wenn es gerade nicht benötigt wird

Gute Industrieschweißgeräte sind zwar sehr robust, dennoch sind bei längerer Nichtverwendung einige Punkte zu beachten:

Staubarme Umgebung wählen: Eine stark staubige Umgebung kann dem Schweißgerät auch im Stillstand schaden.

Feuchtigkeit vermeiden: Das Gerät sollte nicht in Nassräumen oder in feuchter Umgebung gelagert werden. Feuchtigkeit kann Korrosion begünstigen, wodurch Komponenten wie Fahrwagen oder Gehäuseteile beschädigt werden und das Gerät schneller altert.

Vom Stromnetz trennen: Bei Nichtverwendung sollte das Schweißgerät vom Stromnetz getrennt werden. Auch im Stand-by-Modus wird weiterhin Energie verbraucht. Zudem kann das Trennen vom Netz das Risiko von Elektronikschäden durch Überspannungen etwa infolge von Blitzeinwirkungen reduzieren.

Fronius Reparaturservice - © Fronius International GmbH
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Wartungspakete der Hersteller in Anspruch nehmen

Je besser das Schweißgerät bekannt ist, desto besser: Dazu gehört, das Benutzerhandbuch zu lesen und die Empfehlungen des Herstellers zu beachten.

Viele Hersteller bieten zudem Service- und Wartungsleistungen an, um die Nutzungsdauer der Geräte zu verlängern. Bei dieser Wartung kann das Servicete dann auch vor Ort ganz konkrete Fragen zu Pflege und Wartung beantworten.

Fronius bietet beispielsweise modulare Wartungspakete mit definierten Serviceleistungen an. Die Entwicklung von langlebigen Schweißgeräten, die sich einfach reparieren lassen, ist Teil der Fronius Nachhaltigkeitsstrategie.

(Quelle: Fronius International GmbH)

Schlagworte

GasdüsenIndustrieMIG/MAG-SchweißenSchweißenSchweißgeräteStromdüsenVerschleißteile

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