Wirtschaft
© iStock
17.01.2021

Begehrte Fachkräfte verdienen mehr

Begehrte Fachkräfte verdienen mehr

Der Fachkräftemangel in Deutschland hat sich auf den Gehaltszetteln bemerkbar gemacht: Seit 2013 werden Berufe, in denen geeignetes Personal knapp ist, im Vergleich zu Berufen mit genügend Arbeitskräften immer besser bezahlt – zumindest bei den Hochqualifizierten. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Ist ein Gut knapp, steigt dessen Preis – so lautet ein marktwirtschaftliches Grundprinzip. Das gilt auch für Löhne und Gehälter: Je höher der Fachkräftemangel, desto stärker sind die Löhne in den vergangenen Jahren gestiegen, belegt eine neue IW-Studie auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit. Beispielsweise verdienten gelernte Altenpflegerinnen und Altenpfleger 2013 noch 2.440 Euro, 2019 waren es schon 3.032 Euro. Doch nicht alle Lohnerhöhungen gehen auf den Fachkräftemangel zurück.

Lohnzuwachs nur für Hochqualifizierte

Zwischen 2013 und 2019 stiegen die Löhne um durchschnittlich 2,4 Prozent jährlich. In Berufen, in denen Fachkräfte fehlen, stiegen die Löhne jährlich um 0,61 Prozentpunkte mehr als in Berufen mit ausreichend Personal. Vor allem Hochqualifizierte konnten davon profitieren. Fachkräfte in Ausbildungsberufen verdienten zwar auch mehr, konnten den Fachkräftemangel in ihrem Beruf im Schnitt aber nicht in gleicher Weise in höhere Löhne ummünzen. „Ein Grund für diesen Befund ist, dass Hochqualifizierte mobiler sind. Sie sind eher bereit, für eine gutbezahlte Stelle umzuziehen. Das stärkt ihre Verhandlungsposition.“, sagt IW-Bildungsexperte Alexander Burstedde.

Besonders knapp waren 2013 Mitarbeiter in der öffentlichen Verwaltung, Sanitär-Fachkräfte, Kranken- und Altenpfleger oder Straßenbauer. In sieben der zehn Berufe mit dem größten Fachkräftemangel lag der Lohnzuwachs zwischen 2013 und 2019 entsprechend deutlich über dem Durchschnitt von rund 15 Prozent. Altenpfleger verdienten 2019 immerhin 24 Prozent mehr als 2013, Straßenbauer 19 Prozent und Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung 18 Prozent.

Allerdings wurden in einigen Berufen die Löhne auch kräftig erhöht, ohne dass Fachkräfteengpässe bestanden. So stiegen beispielsweise die Löhne von Fußpflegern, Kosmetikfachkräften und angestellten Zahnärzten um jeweils rund 30 Prozent. Andersherum gab es auch Berufe, in denen die Löhne trotz Fachkräftemangels nur unterdurchschnittlich stiegen – so bei Brandschutzfachkräften und Lokführern. „Die Lohnentwicklung passt also nicht immer zur Fachkräftesituation“, sagt Alexander Burstedde. „Die betriebliche Lohnfindung sollte sich deshalb stärker an Engpässen orientieren.“

Interaktive Grafik zeigt Lukrativität der Berufe

Das IW hat die Ergebnisse der Studie in einer interaktiven Grafik aufbereitet, die zeigt, wie lukrativ die untersuchten 1.286 Berufe sind. Die Größe der Kreise steht für die Zahl der Beschäftigten in dem jeweiligen Beruf. Die Farbe steht für die typischerweise erforderliche Qualifikation. Je weiter rechts ein Kreis in der Grafik liegt, desto besser sind die Beschäftigungschancen für Bewerber. Rechts von 100 gilt ein Fachkräfteengpass. Je weiter oben ein Kreis liegt, desto besser wird der Beruf bezahlt.

Ein Gesundheits- und Krankenpfleger mit Ausbildung verdient im Mittel pro Monat 3.547 Euro brutto. Zugleich sind auf 100 offene Stellen nur 21 Arbeitslose in diesem Bereich gemeldet, die Beschäftigungschancen für einen Bewerber sind also sehr gut. Männer verdienen in diesem Beruf immer noch mehr als Frauen, und Westdeutsche mehr als Ostdeutsche.

Die interaktive Grafik zeigt auch die Auswertungen für die Bereiche Schweiß- und Verbindungstechnik und diverse Tätigkeiten im Metallbau.

Zur interaktiven Grafik geht es hier. Sie finden sie am Ende des Artikels.

(Quelle: Presseinformation des Instituts der Deutschen Wirtschaft)

Schlagworte

ArbeitsmarktFachkräftemangelFachkräftequalifizierungFügetechnikMetallbauSchweißenSchweißtechnik

Verwandte Artikel

11.05.2021

INDIA ESSEN WELDING & CUTTING wird auf 2022 verschoben

Aufgrund der derzeit unübersichtlichen Pandemielage in der Region und der daraus resultierenden fehlenden Planungssicherheit kann Indiens führende Fachmesse für die Schwe...

Beschichten Fügetechnik Schneiden Schweißen Trennen Trenntechnik
Mehr erfahren
10.05.2021

Schweißerausbildung: Qualitätssteigerung und Kostenreduktion durch Simulator

Virtual Welding von Fronius bietet einen nachhaltigen, kosteneffizienten Rahmen für das Training angehender Schweißer.

E-Hand Schweißen Fügetechnik MAG Schweißen MIG Schweißen Schweißen Schweißtechnik Virtuelle Schweißtrainer VWTS WIG Schweißen
Mehr erfahren
Mikrotomschnitt einer Schweißnaht
09.05.2021

Forschungsprojekt: Lebensdauer von Infrarot-Schweißverbindungen vorhersagen

Bei fast allen Entwicklungen im Maschinenbau steht heute der effiziente Leichtbau an oberster Stelle. Aber wie langlebig sind solche Leichtbaulösungen im aktiven Gebrauch...

Automobilindustrie Infrarotschweißen Kunststoffe Maschinenbau Schweißen Schweißtechnik
Mehr erfahren
07.05.2021

Praktische Tipps zum Umgang mit Schweißspritzern

Schweißspritzer sind Zeit- und Kostenfresser. Denn um die Spritzer zu entfernen, muss die Arbeit am Werkstück unterbrochen werden. In diesem Praxistipp von ABICOR BINZEL...

MAG Schweißen MIG Schweißen Schweißchemie Schweißen Schweißsprays Schweißspritzer Schweißtechnik Spritzerschutz Trennmittel
Mehr erfahren
06.05.2021

Stahl schweißen: Forschungsprojekt für Offshore-Windparks

Damit die Monopiles von Offshore-Windkraftanlagen lange dem Salzwasser trotzen können, werden in einem Forschungsprojekt neue Stahlsorten entwickelt.

Bleche Elektronenstrahlschweißen Fügetechnik Mehrdraht-Unterpulverschweißen Offshore-Windenergie Schweißen Schweißtechnik Stahl
Mehr erfahren