Wirtschaft
© Pixabay
31.07.2024

Bundeskabinett beschließt Importstrategie für Wasserstoff und Wasserstoffderivate

Bundeskabinett beschließt Importstrategie für Wasserstoff und Wasserstoffderivate

Das Bundeskabinett hat die Importstrategie für Wasserstoff und Wasserstoffderivate beschlossen. Die Importstrategie beschreibt einen klaren Rahmen für die benötigten Importe von Wasserstoff und Wasserstoffderivaten nach Deutschland. Sie ist damit ein wesentlicher Baustein der deutschen Wasserstoffpolitik und ergänzt das Engagement der Bundesregierung zum heimischen Marktaufbau. Die Nationale Wasserstoffstrategie wird durch die Importstrategie ergänzt.

Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz Robert Habeck: Ein Großteil des deutschen Wasserstoffbedarfs wird mittel- bis langfristig durch Importe aus dem Ausland gedeckt werden müssen. Die Importstrategie bildet dafür den Rahmen. Sie sendet ein klares Signal an unsere Partner im Ausland: Deutschland erwartet im Inland eine große und stabile Nachfrage nach Wasserstoff und Derivaten und ist ein verlässlicher Partner und Zielmarkt für Wasserstoffprodukte. Damit schafft die Importstrategie Investitionssicherheit für die Wasserstoffproduktion in Partnerländern, den Aufbau notwendiger Importinfrastruktur und für die deutsche Industrie als Abnehmer.

Die Bundesregierung geht von einem nationalen Bedarf an Wasserstoff und dessen Derivaten in Höhe von 95 bis 130 TWh in 2030 aus. Dabei müssen rund 50 bis 70 % (45 bis 90 TWh) aus dem Ausland importiert werden. Es ist davon auszugehen, dass der Importanteil nach 2030 weiter steigt.

Nach ersten Einschätzungen wird sich der Bedarf wahrscheinlich bis zum Jahr 2045 auf 360 bis 500 TWh an Wasserstoff sowie etwa 200 TWh an Wasserstoffderivaten erhöhen. Die Deckung des deutschen Importbedarfs an Wasserstoff und seinen Derivaten sicherzustellen sowie eine resiliente Versorgung zu gewährleisten ist das Ziel der Importstrategie.

Kerninhalte und Ziele der heute beschlossenen Importstrategie für Wasserstoff und Wasserstoffderivate sind:
  • Sicherstellung einer resilienten, d.h. nachhaltigen, stabilen, sicheren und diversifizierten Versorgung mit ausreichend Wasserstoff und Wasserstoffderivaten, um die Dekarbonisierung der deutschen Wirtschaft zu gewährleisten und die nationalen Klimaschutzziele einzuhalten.
  • Erreichen einer zuverlässigen Versorgung mit auf Dauer nachhaltigem Wasserstoff und seinen Derivaten. Um den notwendigen raschen Wasserstoffhochlauf zu ermöglichen, bezieht die Importstrategie auch kohlenstoffarmen Wasserstoff und seine Derivate in die Bedarfsdeckung mit ein.
  • Die Bundesregierung unterstützt für den Import von Wasserstoff eine diversifizierte Produktpalette. Neben molekularem Wasserstoff kommen diverse Wasserstoffderivate und Trägermedien in Frage.
  • Die Bundesregierung verfolgt den parallelen Aufbau von Importinfrastrukturen für Pipeline- und Schiffstransporte. Für Transporte per Schienen, Schiff oder Straße kommen vor allem Wasserstoffderivate, Trägermedien und Folgeprodukte in Frage. Der Schiffstransport ermöglicht Wasserstoffimporte aus Regionen, die aus technischen und ökonomischen Gründen nicht per Pipeline angebunden werden können.
  • Die Bundesregierung arbeitet neben enger Kooperation mit europäischen Partnern zu regulatorischen Fragen, Erzeugungspotentialen und Infrastruktur,  auch international mit einer Vielzahl an Partnerländern, -regionen und Akteuren zusammen. Ziel des ganzen ist, die Lieferquellen möglichst breit zu diversifizieren. Dazu kooperiert das BMWK im Rahmen der mehr als 30 Klima- und Energiepartnerschaften und Energiedialoge.In den vergangenen Jahren wurden zudem mit zahlreichen Partnerländern explizite H2-Abkommen geschlossen.

(Quelle: Pressemeldung des Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz)

Schlagworte

IndustrieKlimaKlimaschutzNationale WasserstoffstrategieWasserstoffWasserstoffproduktion

Verwandte Artikel

12.08.2026

Berufskleidung für gemischte Teams: Passform und Organisation entscheiden

Ein einheitlicher Auftritt allein reicht bei der Ausstattung gemischter Teams nicht aus. Unterschiedliche Körperformen, Tätigkeiten und persönliche Anforderungen müssen e...

Beton Handwerk Industrie Persönliche Schutzausrüstung PSA PTA Reinigung Reparatur
Mehr erfahren
Dipl.-Kfm. Arnd Winkelnkemper (r.) und  Dirk Sieben (l.)
12.08.2026

Führungswechsel: Arnd Winkelnkemper übernimmt die Geschäftsführung der DVS Media GmbH

Mit Wirkung zum 15. August 2026 ist Dipl.-Kfm. Arnd Winkelnkemper zum neuen Geschäftsführer der DVS Media GmbH berufen worden. Er tritt damit die Nachfolge von Dirk Siebe...

Digitale Transformation DVS e. V. DVS Group DVS Media GmbH Fachverlag Fachwissen Fachzeitschrift Geschäftsführung HOME OF WELDING Industrie Kommunikation Management Verlag
Mehr erfahren
10.08.2026

PVC-Geomembranen automatisiert zu Auffangsystemen schweißen

Geosoluciones fertigt in Kolumbien modulare Auffangsysteme für Kohlenwasserstoffe und andere industrielle Flüssigkeiten. Zum Fügen der verstärkten PVC-Geomembranen setzt...

Anlagen Automatisierung Eichung Fertigungsprozess Fügen Kohlenwasserstoff Nahtqualität Schweißen STEM TIG Verbindungen Wasserstoff
Mehr erfahren
Die OTH  Oberflächentechnik Hagen hat die  Zertifizierung EN 9100:2018 für  Luft- und Raumfahrt und  Verteidigung erreicht. Im Bild die  Geschäftsführer Katharina (Mitte)  und Udo Gensowski mit der  internen Auditorin Saniya Karadal  (li.
03.08.2026

Erfolgreiche Zertifizierung für die Luftfahrt

Die OTH Oberflächentechnik Hagen hat die Zertifizierung EN 9100:2018 für den hochsensiblen Sektor Luft- und Raumfahrt und Verteidigung erreicht. Ein echter Meilenstein fü...

DIN Eichung Industrie ISO ISO 9001 LSC Luft- und Raumfahrt Luftfahrt Norm Oberflächen Oberflächentechnik Raumfahrt TIG Verteidigung Zertifikat Zertifizierung
Mehr erfahren