Trendthema
© ABB
23.11.2024

China überholt Deutschland beim Roboter-Einsatz in der Industrie

China überholt Deutschland beim Roboter-Einsatz in der Industrie

China ist beim Roboter-Einsatz in der Industrie an Deutschland vorbeigezogen: Auf der Weltrangliste rückt das Reich der Mitte mit einer Roboterdichte von 470 Einheiten pro 10.000 Arbeitnehmer auf den dritten Rang vor. Das sind Ergebnisse aus dem Jahresbericht World Robotics 2024, der von der International Federation of Robotics (IFR) veröffentlicht wurde.

Deutschland hat zwar 2023 die Rekordzahl von 28.355 Industrie-Roboter installiert, bleibt aber in der mittelfristigen Dynamik deutlich hinter China zurück: Die durchschnittliche jährliche Installationsrate (CAGR) lag zwischen 2018 und 2023 bei nur 1 %. China übertrifft dieses Ergebnis im selben Zeitraum um das Zwölffache.

„China hat massiv in Automatisierungstechnik investiert und rangiert bei der Roboterdichte 2023 nach Südkorea und Singapur auf dem dritten Platz, vor Deutschland und Japan“, sagt Takayuki Ito, Präsident der International Federation of Robotics. „Das ist besonders bemerkenswert, weil China erst 2019 die Top-10 im weltweiten Ranking erreicht hatte. Die Kennzahl der Roboterdichte ist ein wichtiger Indikator, um die Automation des produzierenden Gewerbes nach Ländern gestaffelt international vergleichbar zu machen.“

© IFR
© IFR
Top Länder

Südkorea ist bei der Automation im produzierenden Gewerbe mit 1.012 Robotern pro 10.000 Beschäftigten weltweit die Nummer eins. Die Roboterdichte stieg seit 2018 jährlich um durchschnittlich 5 %. Mit einer weltweit führenden Elektronikindustrie und einem starken Automobilsektor profitiert die koreanische Wirtschaft gleich von zwei großen Abnehmerbranchen für Industrieroboter.

Singapur folgt mit 770 Robotern pro 10.000 Beschäftigte auf dem zweiten Platz. Die Elektronikindustrie ist die mit Abstand größte Kundenbranche für Industrieroboter mit einem Anteil von 75 bis 90 %. Aufgrund einer eher geringen Anzahl von Beschäftigten in der Fertigungsindustrie und des stark steigenden operativen Bestands fällt die Roboterdichte Singapurs sehr hoch aus.

China rangiert auf Platz drei und hat seit 2019 das Verhältnis von Robotern pro 10.000 Fabrikarbeitern mehr als verdoppelt (2019: 206; 2023: 470 Einheiten). Dabei liegt die Zahl der Beschäftigten in der verarbeitenden Industrie mit rund 37 Millionen Menschen besonders hoch.
Deutschland folgt mit 429 Robotern pro 10.000 Beschäftigten an vierter Stelle. Die Roboterdichte der größten europäischen Volkswirtschaft ist seit 2018 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 5 % gestiegen.

Japan erreicht mit 419 Einheiten den fünften Platz. Die Roboterdichte des Landes mit der größten Herstellerbranche für Industrie-Roboter wuchs im Durchschnitt um 7 % pro Jahr (2018 - 2023).

Die Roboterdichte in den USA liegt bei 95 Einheiten. Damit rangiert das Land auf Platz zehn weltweit.

© Staubli
© Staubli
Roboterdichte nach Regionen

Weltweit ist die durchschnittliche Roboterdichte im Jahr 2023 auf einen neuen Rekordwert von 162 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte gestiegen – mehr als doppelt so viele wie noch sieben Jahre zuvor (2016: 74 Einheiten).

Die Europäische Union hat eine Roboterdichte von 219 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte. Das entspricht einem Anstieg von 5,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Deutschland, Schweden, Dänemark und Slowenien zählen dabei zu den Top-Ten automatisierten Volkswirtschaften weltweit.
Die Roboterdichte in Nordamerika beträgt 197 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte - ein Anstieg um 4,2 %. Die Vereinigten Staaten gehören zu den zehn Ländern mit der größten Roboterdichte.

Asien kommt auf eine Roboterdichte von 182 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe. Das ist ein Anstieg von 7,6 %. Die Volkswirtschaften Südkoreas, Singapurs, Chinas und Japans gehören zu den zehn am stärksten automatisierten Ländern.

(Quelle: Pressemitteilung der IFR – International Federation of Robotics)

Schlagworte

AutomationIndustrieroboterIndustrierobotikRobotik

Verwandte Artikel

19.04.2026

Erfolgreiches Cobot-Schweißen ohne Robotikexpertise

Technologietransfer, der wirkt: Auf dem "European Robotics Forum" (ERF) gewann das Bewerbertrio Ende März die prestigeträchtige Auszeichnung. Sie belohnt Forschung, die i...

Automatisierung Award Cobot Cobot-Schweißen Cobots Demografischer Wandel Fraunhofer IPA Laser Lichtbogen Produktionstechnik Roboterzelle Robotics Robotik Schweißen Sensorik Technologietransfer Welding
Mehr erfahren
13.04.2026

Robot Density Surges in Europe, Asia and Americas

In the global automation race, the Western European countries reached a record 267 robots per 10,000 employees in the manufacturing industry 2024 – ahead of North America...

Automation Global Market Manufacturing Robotics Robots
Read more
v. l. n. r.: Bobbie Linkenbach, Jörg Rommelfanger, Pär Tornemo und  Sibel Yanak
13.04.2026

Yaskawa strukturiert seine Führungsspitze in Europa neu

Yaskawa, ein japanischer Hersteller in den Bereichen Automatisierung und Technologie, hat zu Beginn des Geschäftsjahres eine Neustrukturierung der Geschäftsführung in s...

Automatisierung Digitalisierung KI-Technik Robotik Schweißen Technologie
Mehr erfahren
12.04.2026

Welding Cell Layout Impacts Total Cost of Ownership

Most people think the total cost of ownership starts with the robot. But on a shop floor, what matters just as much is the layout around it.

Automation Robotics Robots ROI Weld Cell Weld Seam Welding
Read more
Mit diesem Roboter fing 2001 alles an: AGRU Production Manager Andreas Zemsauer (rechts) und sein Team mit dem Kawasaki Robotics ZX300S.
12.04.2026

Automatisierung in der Kunststoffverarbeitung

Der österreichische Kunststoffverarbeiter Agru setzt seit rund 25 Jahren auf Industrierobotik. Heute reicht das Einsatzspektrum von automatisierten Fertigungsanlagen über...

Ausbildung Ausfallzeiten Automatisierung KI Kunststoff Kunststoffverarbeitung Roboterprogrammierung Robotik Serienferitgung Sonderteile Stückzahlen Wartung Werkhallen
Mehr erfahren