Wirtschaft
© pixabay.com/RAEng_Publications
06.08.2020

Corona bringt Ingenieurarbeitsmarkt ins Wanken

Corona bringt Ingenieurarbeitsmarkt ins Wanken

Die negative Wirkung der allgemeinen konjunkturellen Abkühlung hat sich insbesondere ab April 2020 durch die Corona-Krise auf dem Ingenieurarbeitsmarkt weiter verstärkt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist die Arbeitskräftenachfrage im Ingenieurbereich um 23,7 Prozent gesunken, während die Arbeitslosigkeit sprunghaft um 38,6 Prozent angestiegen ist. Das zeigt der neue Ingenieurmonitor, den das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des VDI vierteljährlich erstellt.

Insbesondere für jüngere Ingenieurinnen und Ingenieure mit auslaufenden Projektverträgen und für Berufseinsteiger ist die Situation heikel. In erster Linie versuchen Arbeitgeber vor allem ihr Stammpersonal zu halten und verzichten auf Neueinstellungen.

Von der negativen Entwicklung sind sämtliche Ingenieurberufskategorien und Arbeitsmarktregionen deutlich betroffen. Während die Effekte bei Bauingenieuren und Informatikern noch vergleichsweise moderat ausfallen, erfahren insbesondere Maschinen- und Fahrzeugbau- sowie Elektroingenieure gravierende Einschnitte.

Demografische Entwicklung bleibt die langfristige Herausforderung

Neben der konjunkturellen Abkühlung bereits vor der Corona-Pandemie und den Folgen der Corona-Krise wirkt ein dritter Effekt auf den Ingenieurarbeitsmarkt ein: Die demografische Entwicklung weist sowohl zurückgehende Absolventenzahlen in den Ingenieurwissenschaften als auch ein zunehmend altersbedingtes Ausscheiden berufserfahrener Ingenieure auf.

„Während die Effekte der konjunkturellen Abkühlung und der Corona-Krise vorübergehender Natur sein dürften, wird spätestens mit ihrem Abklingen die langfristige demografische Herausforderung wieder spürbar werden“, prognostiziert Ingo Rauhut, Arbeitsmarktexperte des VDI.

Beschäftigung in industrienahen Ingenieurberufen steigen kontinuierlich

Der neue Ingenieurmonitor wirft dieses Mal ein Schlaglicht auf die regionale Beschäftigungsintensität industrienaher Ingenieurberufe in Deutschland. Die industrienahe Ingenieurbeschäftigung ist ein guter Indikator für die regionale Innovationskraft, da sie Aussage über die Forschungsintensität und Patentleistung der jeweiligen Region trifft.

In den zurückliegenden sieben Jahren ist die Beschäftigungsintensität bundesweit kontinuierlich gestiegen. Auch im Jahr 2020 dürfte dieser Trend anhalten, da sich die Ingenieurbeschäftigung in Krisenzeiten zumindest besser entwickelt als die Gesamtbeschäftigung. Baden Württemberg und Bayern weisen eine nahezu dreimal höhere Beschäftigungsdichte auf als das Schlusslicht Mecklenburg-Vorpommern.

Den vollständigen VDI-/IW-Ingenieurmonitor können Sie hier kostenfrei herunterladen.

(Quelle: Presseinformation des VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.)

Schlagworte

ArbeitsmarktCorona-KriseDemografieFachkräfte

Verwandte Artikel

29.01.2023

Mehr als ein Viertel der Beschäftigten arbeitet häufig trotz Krankheit

Husten, Fieber oder Heiserkeit sind für viele Arbeitnehmer kein Grund zuhause zu bleiben. Laut der Studie „Präsentismus in einer zunehmend mobilen Arbeitswelt“ geht mehr...

Arbeitsmarkt Arbeitswelt
Mehr erfahren
14.01.2023

Fachkräfteengpässe nehmen zu

Der Fachkräftemangel wird zum immer drängenderen Problem der deutschen Wirtschaft: Im jüngsten DIHK-Fachkräftereport gaben mehr als die Hälfte von fast 22.000 Unternehmen...

Arbeitsmarkt Demographie Fachkräftemangel
Mehr erfahren
Moderne und nachhaltige Ausbildung bei thyssenkrupp Steel: Ab dem kommenden Ausbildungsjahr erwarten die angehenden „Steeler“ nicht nur virtuell unterstützende Technik und gute Übernahmechancen. Ab 2023 werden die industriell-technischen Azubis erstmals auch im Umgang und in der Arbeit mit Wasserstoff geschult.
10.01.2023

Mehr Ausbildungsplätze und „Zusatzqualifikation Wasserstoff“

thyssenkrupp Steel Europe stellt im kommenden Ausbildungsjahr erstmals 350 statt bislang 300 Auszubildende ein. Gleichzeitig bietet der Stahlhersteller industriell-techni...

Arbeitsmarkt Ausbildung Fachkräftequalifizierung Stahlindustrie Wasserstoff
Mehr erfahren
Bettina Zettel von der Fa. Siteco (links) erhält von Bernhard Hennrich, stellvertretender Bereichsleiter Spritzgießen und Additive Fertigung am SKZ, das Zertifikat zur Geprüften Prozessoptimiererin
01.01.2023

SKZ Weiterbildungen haben Rekordzahlen erreicht

Das SKZ hat Grund zum Feiern: Im Jahr 2022 gab es so viele Abschlüsse wie nie zuvor. Unternehmen sehen die Notwendigkeit, zeitliche und finanzielle Ressourcen in ihre Mit...

Arbeitsmarkt Ausbildung Fachkräftequalifizierung
Mehr erfahren
28.12.2022

DIHK-Leitfaden zur Integration von Geflüchteten überarbeitet

Menschen mit Migrationshintergrund können helfen, den Fachkräftemangel hierzulande zu lindern. Wichtige Informationen zu deren Integration gibt die aktualisierte Veröffen...

Arbeitsmarkt Ausbildung Beruf Bildung Fachkräfte Fachkräftemangel Industrie Qualifizierung Verfahren Wegweiser Weiterbildung Wirtschaft
Mehr erfahren