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17.06.2020

Corona-Restart: Deutsche Industrie startet nach der Krise voll durch

Corona-Restart: Deutsche Industrie startet nach der Krise voll durch

Die deutsche Industrie nutzt die Corona-Pandemie trotz finanziell verheerender Auswirkungen als Chance, sich deutlich effizienter, digitaler und krisenfester aufzustellen. Zu diesem Ergebnis kommt die „Corona Restart-Umfrage“ des VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. und der Unternehmensberatung agiplan GmbH, an der Entscheider aus 169 Industrieunternehmen teilnahmen.

Kein Zweifel besteht daran, dass die Lage ernst ist: Über 70 Prozent der teilnehmenden Unternehmen beklagen einen coronabedingten Umsatz- und Absatzverlust, knapp 90 Prozent mussten mindestens vereinzelt Projekte stoppen. Dagegen rechnen rund die Hälfte der Unternehmen mit einem Wiederanlauf der Geschäfte noch in diesem Jahr.

„Bei allen finanziellen Verlusten stimmt es uns positiv, dass rund Dreiviertel der deutschen Industrieunternehmen damit rechnen, dass sie ihr vorheriges Geschäftsniveau 2021 wieder erreichen können.“, analysiert Dr. Jens Reichel, Vorsitzender der VDI-Fachgesellschaft Produktion und Logistik (GPL). Dass es einige Bereiche, wie die Automobilbranche und die Luftfahrt, besonders hart getroffen hat, steht außer Frage, jedoch decken die Leitbranchen nicht die komplette deutsche Wirtschaft ab.

In der Krise flexibel, nach der Krise digitaler

Warum die deutsche Industrie optimistisch in die Zukunft blickt, beantwortet die Corona Restart-Umfrage gleich mit: 93 Prozent der Unternehmen sind davon überzeugt, dass sie sich der Krise flexibel angepasst haben. Die Produktion musste zwar gedrosselt werden, wurde aber grundsätzlich fortgeführt. Da der Bedarf an Produkten entsprechend der Nachfrage sank, waren 92 Prozent der Unternehmen kaum von Materialengpässen oder von Produktionsausfällen (78 Prozent max. im Einzelfall) betroffen.

© pixabay.com/Joshua Woroniecki
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Ein ähnliches, optimistisches Bild zeichnet die Logistik: 76 Prozent der Umfrageteilnehmer sind davon überzeugt, dass ihre Logistik sehr gut auf die täglich neuen Anforderungen reagiert. 71 Prozent der Unternehmen mussten ihre Logistikprozesse nicht nennenswert umstrukturieren. Interessant in diesem Zusammenhang: Diejenigen Unternehmen, die ihre Prozesse umgestellt haben, neigen dazu, diese auch beizubehalten.

Mehr als Dreiviertel der Entscheider verändern während der Coronakrise problemlos Prozesse und passen die IT-Landschaft an. Dass die Digitalisierung in Produktion und Logistik enorm an Fahrt aufnimmt, ist ein weiteres Ergebnis der Corona Restart-Umfrage: Auf Digitalisierungs- und IT-(Sicherheits-)-Projekte fokussieren sich jeweils rund 78 Prozent der Befragten, 68 Prozent geben an, dass sie der Digitalisierung aufgrund der Krise einen noch höheren Stellenwert geben.

„Wir erwarten einen deutlichen Schub für die weitere Automatisierung und Digitalisierung in der deutschen Industrie. Immerhin 30 Prozent der Unternehmen wollen durch automatisierte Prozesse die Durchlaufzeiten verkürzen und die Effizienz steigern. Lieferketten widerstandsfähiger zu gestalten und dabei die bestmögliche Resilienz zu sichern, ist eine weitere Herausforderung, wird aber der deutschen Wirtschaft helfen, sich für die Zukunft noch krisenfester aufzustellen.“, prognostiziert Dr. Christian Jacobi, Geschäftsführer der agiplan GmbH.

Über die Corona Restart Umfrage

Zwischen dem 4. und 24. Mai nahmen 169 Entscheider aus der Industrie an der vom VDI und der agiplan GmbH gemeinschaftlich durchgeführten Umfrage teil. Neben den Konsequenzen der Corona-Krise für die Unternehmen, wurden die Aussichten für den Geschäftsanlauf sowie die Herausforderungen für die Produktion, Logistik, Supply Chain, Organisation, Digitalisierung, Kommunikation und die Projektarbeit erfragt.

Die ausführlichen Umfrageergebnisse stehen unten zum Download bereit.

(Quelle: Presseinformation des VDI – Verein Deutscher Ingenieure)

Schlagworte

AutomobilindustrieCorona-KriseDigitalisierungIndustrieLogistikLuftfahrtProduktion

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