Wirtschaft
© Pixabay.com/simonschmid614
07.05.2025

Deutscher Hightech-Mittelstand braucht entschlossenes Handeln

Der Deutsche Industrieverband SPECTARIS wünscht der neuen Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz einen erfolgreichen Start – und betont: Auch wenn der Weg zur Regierungsbildung holprig war, braucht es jetzt einen entschlossenen wirtschaftspolitischen Aufbruch, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.

„Unsere exportorientierten Hightech-Unternehmen stehen für Innovation, Resilienz und technische Weltspitze“, betont Dr. Bernhard Ohnesorge, Vorsitzender von Spectaris. „Doch ohne wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, handlungsfähige Verwaltung und offene Märkte droht dieser Standortvorteil zu erodieren.“

Nach Einschätzung der Unternehmen bleibt der dringend notwendige Bürokratieabbau zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit das wichtigste Thema. Daneben erwartet Spectaris von der neuen Bundesregierung einen klaren Kurs in der Außenwirtschafts- und Handelspolitik, der deutschen Unternehmen den Zugang zu internationalen Märkten erleichtert und belastende Handelsbarrieren reduziert.

Momentan zeigt sich, wie verletzlich offene Märkte geworden sind – ob durch geopolitische Spannungen, Lieferkettenbrüche oder handelspolitische Alleingänge wichtiger Partnerländer. Umso wichtiger sei es, dass sich Berlin jetzt zügig für klare Rahmenbedingungen einsetzt.

Dr. Bernhard Ohnesorge, Vorsitzender von Spectaris - © Spectaris
Dr. Bernhard Ohnesorge, Vorsitzender von Spectaris © Spectaris

Eine aktuelle, nicht-repräsentative Umfrage unter CEOs von Mitgliedsunternehmen von Spectaris unterstreicht diese Sorgen. Sie zeigt, wie stark sich internationale Handelsverwerfungen – insbesondere im Verhältnis zu den USA – bereits jetzt auf deutsche Hightech-Unternehmen auswirken:

  • Fast drei Viertel der befragten Unternehmen erwarten negative Folgen für die Konjunktur und einen Rückgang von Investitionen aufgrund politischer Unsicherheiten.
  • Die Hälfte rechnet mit Absatzrückgängen und Problemen beim Zugang zum US-Markt.
  • Mehr als die Hälfte beklagt steigende Zoll- und Compliance-Aufwände sowie Kostensteigerungen in der Lieferkette.
  • Zwei Fünftel sehen Vertragsrisiken mit US-Kunden und Störungen etablierter Lieferketten.
  • Mehr als die Hälfte wäre von möglichen EU-Gegenzöllen betroffen, weil sie Vorprodukte aus den USA beziehen.

Auf die Frage, wie sie die absehbaren Auswirkungen internationaler Handelsverwerfungen – insbesondere im Verhältnis zu den USA – auf ihr Geschäft bewerten, geben die Unternehmen im Schnitt –1,7 an – auf einer Skala von –5 (existenzbedrohend) bis +5 (stark positive Geschäftsentwicklung).

„Das ist ein Alarmsignal“, warnt Ohnesorge. „Das Ergebnis zeigt die reale wirtschaftliche Verunsicherung. Unternehmen brauchen jetzt vor allem Entlastung statt neuer Hürden. Die neue Bundesregierung ist gefordert, aus guten Absichten konkrete Schritte zu machen.“

(Quelle: Pressemeldung Spectaris. Deutscher Industrieverband für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik e. V.)

Schlagworte

BundesregierungComplianceHightechInnovationInternationaler HandelLieferkettenMedizintechnikMittelstandPhotonikResilienzVerwaltung

Verwandte Artikel

3D-FiberTrain: Druck der Bugnase eines Hochgeschwindigkeitszug
29.05.2026

Fraunhofer Forschungsfeld Leichtbau bündelt Kompetenzen aus 16 Instituten

Seit 2025 leitet das Fraunhofer IWU das Forschungsfeld Leichtbau. Dieser Zusammenschluss bündelt die Kompetenzen von 16 Fraunhofer-Instituten und bildet damit eine interd...

CO2 Faserverbundbauteile Forschung Industrielle Anwendungen Innovation Leichtbau Materialentwicklung Recycling Ressourcennutzung Schienenfahrzeugbau Wertschöpfungskette
Mehr erfahren
13.05.2026

apid.tech 3D 2026 endet mit Fokus auf industrielle Anwendungen und Wissenstransfer

Die additive Fertigung etabliert sich weiter als Schlüsseltechnologie für industrielle Produktion, automatisierte Prozesse und resiliente Wertschöpfungsketten.

Additive Fertigung Automatisierung Defence Industrielle Poduktion Resilienz Schlüsseltechnologien Wertschöpfungsketten
Mehr erfahren
MicroStep Europa und eco Verband vertiefen ihre Partnerschaft
25.04.2026

MicroStep Europa wird Mitglied im eco‑Verband

MicroStep Europa möchte die Zusammenarbeit in einem starken Netzwerk intensivieren und die Internetwirtschaft aktiv mitgestalten.

Automatisierung CNC-Schneidsysteme Digitalisierung Industrielle Fertigung Industrielle Wertschöpfung Innovation Internetwirtschaft
Mehr erfahren
v. l. n. r.: Dr. Claus Schnitzler, Ulrich Berners, Dr. Jochen Stollenwerk, Dr. Lutz Aschke, Gwenn Pallier, Dr. Tobias Dyck, Dr. Oliver Haupt, Kristina zur Mühlen, Dr. Markus Kogel-Hollacher
24.04.2026

Innovationen aus der Lasertechnik für die Industrie

Alle zwei Jahre zeichnet der Arbeitskreis Lasertechnik e. V. Innovationen im Bereich der Lasertechnik aus. Am 22. April wurde der Preis im Rahmen des „AKL’26 – Internati...

Auszeichnung Award CO2 CO2 Emission Industrie Innovation Lasertechnik Luftfahrt Mikrostruktur UKP-Laser Ultrakurzpulslaser
Mehr erfahren
20.04.2026

Hannover Messe 2026: Maschinenbau fordert Reformen

Auf der Hannover Messe 2026 schlägt der VDMA Alarm: Der Maschinen- und Anlagenbau sieht seine Belastungsgrenze erreicht. Präsident Bertram Kawlath warnt vor einer zunehme...

AR Arbeitszeit Brasilien Digitalisierung DIN Energiepreise Erosion Fluidtechnik GSI Lieferketten Maschinen- und Anlagenbau Maschinenbau Politik Raw Materials Reformen Ressourcen Robotik Technik Technologie VDMA Verpackungsindustrie Verteidigung Wirtschaft
Mehr erfahren