Forschung
Beim Extremen Hochgeschwindigkeits-Laserauftragschweißen (EHLA) gelang mit einer neuen Anlage der Schritt von der Beschichtung zur echten additiven, dreidimensionalen Fertigung. - © Fraunhofer ILT, Aachen
14.10.2019

Die metallische Additive Fertigung steht vor dem Durchbruch

Automatisierte Nachbearbeitung senkt die Prozesskosten

Besonders hoch ist beim Metall AM der Aufwand für die meist manuelle Nachbearbeitung, denn sie macht bis zu 70 Prozent der gesamten Prozesskosten aus. Dr. Ines Dani vom Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz: „Nachgelagerte Bearbeitungsschritte wurden unter anderem aufgrund der unterschiedlichen Geometrien bisher nicht automatisiert. Dies soll sich nun ändern.“ Für die einzelnen Prozesse entwickelt das Fraunhofer IWU verschiedene autonom arbeitende Technologie-Module. Ein Roboter übernimmt das Werkstück-Handling und die spanende Nachbearbeitung.

Die anspruchsvollen Ziele der Fraunhofer-Partner haben bislang zu einer Reihe von Innovationen geführt, von denen einige auf der formnext 2019 präsentiert werden. Ausgestellt wird unter anderem ein bionischer Hebel als Beispiel eines großen additiv gefertigten Bauteils, hergestellt mit einer speziell ausgelegten LPBF-Maschine. Eine Multi-Material-Turbinenschaufel und eine Raketendüse mit Drallinjektoren sind weitere Innovationen aus Branchen, die von AM erobert werden. Gezeigt werden außerdem eine Software-Demo des Virtual Labs und das Modell einer Anlage zur Automatisierung der bisher händischen und daher zeitaufwändigen Nachbearbeitung.

Den Fraunhofer-Gemeinschaftsstand finden Sie auf der formnext in Halle 11, Stand D51.

Nach dem Baukastenprinzip aufgebaut ist die geplante Anlagentechnik, mit der die Nachbearbeitung automatisiert werden soll. - © Fraunhofer IWU, Chemnitz
Nach dem Baukastenprinzip aufgebaut ist die geplante Anlagentechnik, mit der die Nachbearbeitung automatisiert werden soll. © Fraunhofer IWU, Chemnitz
Über das Fraunhofer Leitprojekt „futureAM – Next Generation Additive Manufacturing“

Im November 2017 startete das Fraunhofer-Leitprojekt futureAM mit dem Ziel, die Additive Fertigung von Metallbauteilen mindestens um den Faktor 10 zu beschleunigen. Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht zum einen die ganzheitliche Sicht auf die digitale und physische Wertschöpfung vom Auftragseingang bis zum fertigen metallischen 3D-Druck-Bauteil, zum anderen der Sprung in eine neue Technologie-Generation der Additiven Fertigung.

An diesem Projekt beteiligen sich die folgenden Fraunhofer-Institute:
− Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT, Aachen (Projekt-Koordination)
− Fraunhofer-Einrichtung für Additive Produktionstechnologien IAPT, Hamburg
− Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, Bremen
− Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, Darmstadt
− Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS, Dresden
− Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU, Chemnitz

Für den Sprung in eine neue Technologie-Generation des AM definierten die Projektpartner die vier Handlungsfelder Industrie 4.0 und digitale Prozesskette, Skalierbare und robuste AM-Prozesse, Werkstoffe sowie Systemtechnik und Automatisierung.

(Quelle: Presseinformation der Fraunhofer-Gesellschaft)

Schlagworte

Additive FertigungHochgeschwindigkeits-LaserauftragschweißenLaser Powder Bed FusionLaserauftragschweißenMulti-MaterialbauweiseWerkstoffe

Verwandte Artikel

Additive Fertigung bei Toolcraft
07.11.2026

Größere Bauräume für industrielle Anwendungen der additiven Fertigung

Mit steigenden Anforderungen an Bauteilabmessungen und Stückzahlen rücken leistungsfähige Fertigungssysteme mit größeren Bauräumen für die additive Fertigung zunehmend in...

Additive Fertigung Bauteilabmessung Bauteile Industrielle Anwendungen Metallbauteile Metalle Serienfertigung
Mehr erfahren
03.11.2026

Simulierte Schweißprozesse: Was möglich und was wichtig ist

Wie gelingt auf Anhieb ein perfekter Schweißprozess? Die Simulations-Software Ansys wurde nun um eine neue Funktion für das Einrichten des Fügeprozesses erweitert.

Additive Fertigung DED Modellierung Prozessparameter Schweiß-Simulation Schweißeigenspannungen Schweißen Schweißprozess Schweißverzug Software
Mehr erfahren
01.11.2026

Neue Schweißzelle für die Additive Fertigung

Fronius präsentiert auf der Formnext vom 17. bis 20. November 2026 in Frankfurt Lösungen für die additive Fertigung. In Halle 12, Stand B59, zeigt das Unternehmen CMT Add...

Abschmelzraten-Stabilisator Additive Fertigung CMT CMT-Prozess CMT-Schweißprozess CTWD-Messung Formnext HotStart Prototyping Reverse Engineering Roboteranwendung Robotik Schweißdraht Schweißprozesse Werkstoffprüfung
Mehr erfahren
29.10.2026

Intec und Z 2027: Fertigungspraxis trifft industrielle Transformation

Das Messedoppel Intec und Z findet vom 02. bis 05. März 2027 in Leipzig statt. Im Fokus stehen vor allem die aktuellen Herausforderungen der Industrie: hohe Produktionsko...

Additive Fertigung AM Automatisierung Baugruppen Fertigungsindstrie Fertigungsstrategien Industrie Industrielle Fertigung Mess- und Prüftechnik Messe Produktionsprozesse Prozess Wasserstoff Wasserstoffindustrie Wasserstofftechnologie Zulieferer Zulieferindustrie
Mehr erfahren
23.10.2026

Diodenlasersysteme für additive Fertigung und Cladding

Auf der Formnext 2026 vom 17. bis 20. November präsentiert Laserline diodenlaserbasierte Lösungen für die additive Fertigung und das Laserauftragschweißen.

Additive Fertigung Beschichtung Cladding Diodenlaser Diodenlasersystem Formnext Laser Cladding Laserauftragschweißen Lasersystem Oberflächen Oberflächenbeschichtung Optiken Prozessüberwachung Pulverbettverfahren Thermal Spraying Thermisches Spritzen TSB
Mehr erfahren