Kommentar Forschung
Die Abteilung „Forschung und Technik“ im DVS mit dem Ausschuss für Technik (AfT) sichert gemeinsam mit der Forschungsvereinigung Schweißen und verwandte Verfahren e. V. des DVS den Fortschritt in der Fügetechnik. - © DVS
15.10.2019

DVS und DVS-Forschungsvereinigung beurteilen steuerliche Forschungsförderung kritisch

Sie interessieren sich für Neuigkeiten aus dem DVS-Verband oder seinen Tochtergesellschaften? Dann orientieren Sie sich einfach am Logo der DVS-Group. Alle Artikel mit diesem Logo haben inhaltlich einen direkten Bezug zum DVS oder zu mit ihm verwandten Unternehmen.

DVS Group

DVS und Forschungsvereinigung beurteilen steuerliche Forschungsförderung kritisch

Die steuerliche Forschungsförderung, die laut Kabinettsbeschluss ab 1. Januar 2020 in Kraft treten soll, wird vom DVS – Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e. V. und der Forschungsvereinigung Schweißen und verwandte Verfahren e. V. des DVS kritisch beurteilt. So positiv es grundlegend sei, dass die Forschungsarbeit in Deutschland begünstigt werde, so äußern der DVS und seine Forschungsvereinigung Bedenken, was die praktische Umsetzung der Förderung betrifft.

Der DVS kritisiert vor allem, dass die steuerlichen Vergünstigungen kaum bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) ankommen. Unternehmen, die externe Institute mit einem Forschungsprojekt beauftragen, sind laut Entwurf nicht anspruchsberechtigt. Die steuerliche Förderung soll lediglich auf Personalkosten angerechnet werden. „Mittelständler haben jedoch meist kein eigenes Personal oder eine eigene Abteilung für die Forschung. Das bedeutet, dass sie von der Förderung gar nicht profitieren“, erklärt Dipl.-Ing. Jens Jerzembeck, Leiter der Abteilung „Forschung und Technik“ im DVS und Geschäftsführer der Forschungsvereinigung des DVS. Darüber hinaus tritt diese Form der steuerlichen Begünstigung in direkte Konkurrenz zu den bestehenden Forschungsprogrammen. „Grundidee der Industriellen Gemeinschaftsforschung, an der sich auch die Forschungsvereinigung maßgeblich beteiligt, ist doch, dass sie Unternehmen vorwettbewerblich zusammenbringt. Hier benennen sie den Forschungsbedarf und definieren ein gemeinsames Ziel“, so Jerzembeck.

Außerdem leistet die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) Transferarbeit, indem sie aus den Ergebnissen von Forschungsprojekten konkrete, wettbewerbsfähige Anwendungen für die Unternehmen ableitet. Als Querschnittstechnologie muss insbesondere die Entwicklung der Fügetechnik vorangetrieben und gefördert werden. Die Forschungsvereinigung des DVS nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Sie konzentriert sich darauf, neue Anwendungsbereiche zu erschließen, die Prozessgeschwindigkeit und -sicherheit zu erhöhen sowie durch Simulation Bauteileigenschaften vorhersagen und optimieren zu können.

Über die Forschungsvereinigung des DVS werden die Ergebnisse der IGF auch den Mitgliedern des Verbandes bereitgestellt. „Die DVS-Mitglieder profitieren von den vielfältigen Ergebnissen der Forschungsarbeit und von den fügetechnischen Innovationen, die daraus resultieren. Es ist uns ein besonderes Anliegen, dieses Wissen transparent und damit für die Praxis anwendbar zu machen“, erklärt DVS-Hauptgeschäftsführer Dr.-Ing. Roland Boecking die Bedeutung der Forschungsvereinigung für den DVS.

Bisher gehörte Deutschland zu den fünf der 36 OECD-Länder, die Forschung und Entwicklung (FuE) nicht steuerlich fördern. Das soll sich ab dem 1. Januar 2020 ändern. Der Steuerausfall für den Bundeshaushalt wird auf rund 1,25 Milliarden Euro geschätzt.

Ihr Ansprechpartner für „Forschung und Technik“
im DVS:

Dipl.-Ing. Jens Jerzembeck, Telefon: +49 211 1591-173,
E-Mail: jens.jerzembeck@dvs-hg.de

Die Forschungsvereinigung Schweißen und verwandte Verfahren des DVS e. V. ermöglicht den Transfer von Forschungsergebnissen zu den DVS-Mitgliedern. - © DVS
Die Forschungsvereinigung Schweißen und verwandte Verfahren des DVS e. V. ermöglicht den Transfer von Forschungsergebnissen zu den DVS-Mitgliedern. © DVS

(Quelle: Presseinformation des DVS ‒ Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e. V.)

Schlagworte

ForschungFügetechnikSchneidtechnikSchweißtechnik

Verwandte Artikel

16.01.2022

30 Jahre Jenaer Innovationen beim Schweißen

Am 12. Januar vor 30 Jahren wurde der Gesellschaftsvertrag des Instituts für Fügetechnik und Werkstoffprüfung unterschrieben. Damit wurde das Fundament für 30 Jahre innov...

3D Druck Additiver Fertigung Diffusionsschweißen Fügetechnik Laserstrahlschweißen Lichtbogenschweißen Roboterschweißen Schweißtechnik Schweißverfahren Werkstoffprüfung
Mehr erfahren
11.01.2022

QINEO StarT mit integriertem Drahtantrieb für das Handschweißen

CLOOS präsentiert eine neue Version der MIG/MAG-Schweißstromquelle QINEO StarT mit integriertem Drahtantrieb für das Handschweißen. Hier sind die Bedienung, ein kraftvoll...

Handschweißen MAG Schweißen MIG Schweißen Schweißtechnik
Mehr erfahren
07.01.2022

Forschungszulage: Maschinenbau stellt die meisten Anträge

Eine Umfrage des ZEW im Auftrag des VDMA zeigt, die steuerliche Forschungsförderung kommt insbesondere im Maschinenbau gut an. Das Potenzial der Forschungszulage ist jedo...

Entwicklung Forschung Forschungszulage KMU Maschinenbau
Mehr erfahren
06.01.2022

Updates in der Normenreihe DIN EN ISO 3834 „Schmelzschweißen: Metallische Werkstoffe“

In der Normenreihe DIN EN ISO 3834 „Qualitätsanforderungen für das Schmelzschweißen von metallischen Werkstoffen“ sind die Teile -1 und -5 in neuen Fassungen erschienen.

Metallische Werkstoffe Normung Schmelzschweißen Schweißen Schweißtechnik
Mehr erfahren
: Die neue Längsteilanlage kann Materialdicken zwischen 0,3 und 1,5 mm verarbeiten.
05.01.2022

Blechherstellung für Haushaltsgeräte mit innovativer Längsteilanlage

Die BSH Hausgeräte GmbH fertigt nahezu alle benötigten Bleche selbst. Weil die bisherige Coilspaltanlage in Traunreut allerdings in die Jahre gekommen war, investierte di...

Bleche Blechherstellung C-Stähle Schneidtechnik
Mehr erfahren