Wissenswertes
Die zahlreichen Vorteile der virtuellen Inbetriebnahme verändern die Fertigungslandschaft nachhaltig. - © Visual Components
30.05.2025

Fertigungssimulation mischt Karten der Inbetriebnahme neu

Moderne Software für 3D-Fertigungssimulation verbessern die Entwicklung von Automatisierungslösungen. Auf Basis der Konstruktionsdaten können Hersteller digitale Modelle ihrer Maschinen und Anlagen generieren, mit der realen Software von speicherprogrammierbaren und Roboter-Steuerungen verbinden und virtuell testen, ob Software und Hardware wie geplant funktionieren. Dadurch ist es möglich, einen großen Teil der Inbetriebnahme bereits parallel zum Bau der physischen Anlage oder sogar noch früher durchzuführen.

Visual Components zeigt die zahlreichen Vorteile dieser modernen Methode auf. Mit virtueller Inbetriebnahme können Hersteller von Automatisierungslösungen:

  1. Zeit und Kosten sparen. Fehler in der Steuerungssoftware oder Anlagenlogik lassen sich bereits während der Simulation entdecken und beheben. Dadurch müssen sie nicht mehr zeitaufwändig und kostspielig an den Anlagen selbst beseitigt werden. Probleme bei der physischen Inbetriebnahme sind häufig der Grund dafür, dass Hersteller den im Projektplan festgelegten Termin für die Werksabnahme nicht einhalten können oder die geplanten Kosten gravierend überschreiten.
  2. Anlagen flexibel optimieren. Häufig entdecken Hersteller bei der virtuellen Inbetriebnahme noch Möglichkeiten, die Konstruktion zu verbessern und können sie auch noch umsetzen – etwa die Verkürzung der Zykluszeit durch veränderte Greifabläufe oder die Verkleinerung der Aufstellfläche einer Maschine durch die Verlagerung von Komponenten. Bei der physischen Inbetriebnahme ist es dafür meist zu spät oder es ist zu kostspielig.
  3. Die Sicherheit erhöhen. Bei der nach wie vor erforderlichen regulären Inbetriebnahme müssen oft Schutzvorrichtungen entfernt oder Not-Halt-Systeme vorübergehend deaktiviert werden, um Sicht und Zugang zu gewährleisten. Bewegungspfade, Abläufe, Zeitplanung und Ausnahmebehandlungen können aber bereits vorab virtuell überprüft werden. Die Risiken für das Personal durch Maschinen- und Roboter-Bewegungen sinken dadurch erheblich.
  4. Nutzer früher schulen. Die Schulung von Ingenieuren, Wartungsteams und Maschinenbedienern kann bereits am digitalen Modell starten. Ihre Unterweisung an der physischen Anlage ist zwar weiterhin erforderlich, aber durch ihren Wissensvorsprung kann der Kunde seine Anlage früher in Betrieb nehmen. 
  5. Den digitalen Zwilling vorbereiten. Das Simulationsmodell der virtuellen Inbetriebnahme kann als Basis für den späteren digitalen Zwilling verwendet werden. Durch die Echtzeit-Verbindung des Modells mit der realen Anlage kann schnell ein datengetriebenes Abbild für die laufende Überwachung, Analyse und Optimierung des Anlagenbetriebs geschaffen werden.

(Quelle: Visual Components GmbH)

Schlagworte

AutomatisierungDigitaler ZwillingFertigungssimulationRobotersteuerung

Verwandte Artikel

Einbaubeispiel für Einpresskopf in ein komplexes Presswerkzeug
20.06.2026

Einpressschrauben für Bleche senken Fertigungsaufwand

Die Einpressschraubenmontage von Arnold in Bleche direkt während des Pressenhubs ist kostengünstig, umweltfreundlich und spart Fertigungsschritte in der Produktion.

Bleche Digitaler Zwilling Einpressen Einpressköpfe Einpressschrauben Fügeverfahren Gewindebolzen Pressenhub Schrauben Umformen Umformprozess
Mehr erfahren
15.06.2026

Schweißroboter schafft neue Produktionsmöglichkeiten

Die Hopf GmbH hat ihre Schweißfertigung mit einer automatisierten Schweißroboteranlage aus der ARCentre-XPERT-Reihe der Firma ERL GmbH erweitert.

Automatisierung Brennersysteme Drahtfördersystem MIG-/MAG Puls MIG/MAG-Schweißen Prozessicherheit Schweißen Schweißfertigung Schweißroboter Schweißstromquelle
Mehr erfahren
13.06.2026

Strategische Partnerschaft stärkt globale Fertigungstechnologien

Frimo Innovative Technologies und die Chango Group haben eine strategische globale Technologiepartnerschaft geschlossen.

Automatisierung Fertigungstechnologien Fügen von Kunststoffen Joining Plastics Kunststoffe Partnerschaft Schweißtechnologien
Mehr erfahren
Neue Doppelspitze für Automatisierung und Produktionstechnik: Christian Böhlmann (links) und Dr.-Ing. Simon Kothe (rechts) übernehmen die Leitung des Fraunhofer IFAM in Stade von Dr. Dirk Niermann (Mitte).
13.06.2026

Neue Doppelspitze leitet Automatisierung und Produktionstechnik

Seit 1. Juni 2026 leiten Christian Böhlmann und Dr.-Ing. Simon Kothe den Bereich Automatisierung und Produktionstechnik des Fraunhofer IFAM am Standort Stade im Forschung...

Automatisierung Digitalisierung Forschung Forschungszentrum FuE Industrieroboter Leichtbaustrukturen Luftfahrt Produktionsprozesse Produktionstechnik Raumfahrt Robotersysteme Stahl
Mehr erfahren
25.05.2026

Automatisiertes Schweißen von Kleinteilen

Automatisierung wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor: Steigender Fachkräftemangel und wachsender Kostendruck stellen Fertigungsbetriebe vor große Herausforderungen.

Automatisiertes Schweißen Automatisierung Fachkräftemangel Roboterzelle Schweißen Schweißprozesse Sensorik
Mehr erfahren