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22.07.2026

Forschungsförderung braucht mehr Tempo und weniger Bürokratie

Der Maschinen- und Anlagenbau investiert umfangreich in Forschung und Entwicklung. Zugleich erschweren kleinteilige bürokratische Vorgaben den Zugang zu Fördermitteln. In einem neuen Positionspapier zum angekündigten Innovationsfreiheitsgesetz der Bundesregierung erläutert der VDMA, wie die Forschungsförderung effizienter gestaltet werden könnte.

Der Maschinen- und Anlagenbau wird durch Bürokratie in seiner Innovationskraft gebremst. Bei kleinen Unternehmen können sich die Bürokratiekosten auf mehr als 6 Prozent des Umsatzes belaufen. Dies ist mehr als die durchschnittlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die bei 4,3 Prozent liegen. Damit bindet Bürokratie, die auch aus Förderprogrammen resultiert, jene Ressourcen, die für Innovation und Transfer gebraucht werden. Vor diesem Hintergrund hat sich die Bundesregierung im Koalitionsvertrag und in der Hightech Agenda Deutschland das Ziel gesetzt, Forschung von kleinteiliger Förderbürokratie zu entlasten. Abhilfe soll ein Innovationsfreiheitsgesetz schaffen.

Kürzere Antragsskizzen, digitale Prozesse und bürokratiearme Pauschalen

„Die Zielrichtung für das Innovationsfreiheitsgesetz muss sein: Mehr Forschung und Innovation für jeden Euro Fördergeld“, sagt Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer anlässlich der Veröffentlichung des Positionspapiers. „Die Forschungsförderung braucht weniger Bürokratie und mehr Tempo.“ Hohe Projektnebenkosten, aufwändige Antrags- und Nachweisverfahren und uneinheitliche Vorgaben senken die reale Förderwirkung. „Der Verwaltungsaufwand bindet hochqualifizierte Fachkräfte, die stattdessen produktiv für Forschung eingesetzt werden könnten“, so Rauen. Verbesserungen liegen zum Beispiel in kürzeren Antragsskizzen, durchgängig digitalen Prozessen und bürokratiearmen Pauschalen, etwa bei Stundenabrechnungen und Gemeinkosten.

Flickenteppich im Fördersystem beseitigen

Großer Aufwand in der Forschungsförderung entsteht für Unternehmen oft auch durch die kleinteilige Suche nach den richtigen Programmen und durch unterschiedliche Antragsportale. „Förderlandschaft und digitale Infrastrukturen müssen übersichtlicher gestaltet und gebündelt werden“, betont Rauen. „Entscheidend ist, dass der Flickenteppich unterschiedlicher Systeme, Angebote und Portale beseitigt wird.“ Unternehmen benötigen einen klaren, verlässlichen und nutzerfreundlichen Zugang zur Forschungsförderung. Zielbild sollte ein One-Stop-Shop sein, der Informationen über Programme, die Antragstellung sowie die Projektadministration auf einer zentralen, durchgängig digitalen Plattform bündelt.

Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer - © VDMA e. V.
Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer © VDMA e. V.
Ergebnistransfer in den Mittelstand stärken

Der Transfer öffentlich geförderter Forschung in die Breite der Unternehmen ist bisher zu schwach ausgeprägt. „Damit aus Forschung Innovation und Markterfolg wird, muss Transfer fester Bestandteil der Projektförderung werden“, fordert der stellvertretende VDMA-Hauptgeschäftsführer. „Sonst entstehen isolierte staatliche Förderleuchttürme, die am industriellen Mittelstand vorbeileuchten.“ Transferkonzepte sollten fester Bestandteil von Förderprogrammen, Projektauswahl und Budgets werden. Beispielsweise wird in der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) der Transfer durch die Forschungsvereinigungen abgedeckt - ein entsprechender Mechanismus in der Projektförderung fehlt. Industrienahe Transferplattformen können Ergebnisse aus geförderter Forschung systematisch aufbereiten, verbreiten und in industrielle Anwendungen überführen. Zugleich machen solche Plattformen neue Forschungsbedarfe aus der Praxis frühzeitig sichtbar.

Effizienzreserven im Fördersystem heben

„Das Innovationsfreiheitsgesetz bietet die Chance, Forschungsförderung stärker auf Wirksamkeit auszurichten: Weniger administrative Lasten, schnellere Verfahren, mehr Flexibilität und ein stärkerer Transfer in die industrielle Breite“, resümiert Rauen. „In Zeiten knapper Kassen und eines rasanten globalen Technologiewettlaufs müssen alle Effizienzreserven im System gehoben werden.“ Die Forschungsförderung sollte sich an der Realität industrieller Forschung orientieren und nicht umgekehrt.

Das VDMA-Positionspapier steht unter dem Leitmotiv „Entbürokratisieren, Dynamisieren und wirksam Transferieren“ und greift Erfahrungen aus dem Maschinen- und Anlagenbau auf. Unternehmen des VDMA-Ausschusses Forschung und Innovation haben dafür konkrete Probleme und mögliche Lösungsansätze aus ihrer Praxis eingebracht

(Quelle: VDMA e. V.)

Schlagworte

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