Wirtschaft
© pixabay.com/Markus Distelrath
13.03.2020

Maschinenbau 2020: Guter Start – keine Entwarnung

Maschinenbau 2020: Guter Start – keine Entwarnung

Zum Jahresauftakt hat der Maschinenbau in Deutschland überraschend einen guten Start hingelegt. Im Januar legten die Auftragseingänge um real 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Für ein Aufatmen ist es dennoch zu früh.

„Das ist leider kein Zeichen für eine nachhaltige Konjunkturbelebung. Für das Plus sind vor allem einige Großaufträge verantwortlich, die im Januar in die Bücher kamen. Wir müssen zudem damit rechnen, dass sich die Auswirkungen der Corona-Krise in den nun anstehenden Berichtsmonaten deutlich in den Orderzahlen widerspiegeln werden“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.

Besonders positiv schlugen im Januar die Bestellungen aus dem Inland zu Buche (plus 11 Prozent), aber auch aus den Nicht-Euro-Ländern erhielten die Maschinenbauer 8 Prozent mehr Orders. Aus den Euro-Partnerländern wurden dagegen 4 Prozent weniger Aufträge verzeichnet. Insgesamt legten die Auslandsbestellungen damit zu Jahresbeginn um 5 Prozent zu.

Im Drei-Monats-Zeitraum November 2019 bis Januar 2020 wurden insgesamt 5 Prozent weniger Aufträge verbucht (Inland minus 3 Prozent, Ausland minus 6 Prozent). Aus den Euro-Ländern kamen 8 Prozent weniger Orders, aus dem Nicht-Euro-Raum waren es 5 Prozent weniger Bestellungen.

Corona-Virus und Lieferketten

Die Produktionsausfälle in China aufgrund des Corona-Virus werden voraussichtlich auch im deutschen Maschinenbau für Einbußen sorgen. China ist nicht nur der zweitwichtigste Abnehmer von deutschen Maschinenbau-erzeugnissen. Die Volksrepublik war 2019 auch Deutschlands wichtigster ausländischer Lieferant von Maschinen, vor allem aber von Komponenten und Teilen. „Wir müssen mit Einschränkungen entlang der Lieferketten von China nach Deutschland rechnen”, lautet die Erwartung des VDMA-Chefvolkswirts.

Die VDMA-Volkswirte kommen in einer aktuellen Analyse zum Ergebnis, dass rund ein Viertel aller Vorleistungen des deutschen Maschinenbaus aus dem Ausland kommen. Der chinesische Wertschöpfungsanteil allein dürfte inzwischen rund 3 bis 4 Prozent erreicht haben. „Das erscheint auf den ersten Blick zwar gering. Doch die globalen Wertschöpfungsketten sind eng verzahnt. Fehlen einzelne Schlüsselkomponenten, wie beispielsweise eine in China hergestellte hochspezifische Steuerungseinheit, kommt es, sofern keine anderen Lieferanten einspringen können, zu einer gravierenden Störung im Produktionsablauf. Am Ende kann das dazu führen, dass eine Maschine nicht an den Kunden ausgeliefert werden kann“, erläuterte Wiechers.

(Quelle: Presseinformation des VDMA e.V.)

Schlagworte

AnlagenbauMaschinenbau

Verwandte Artikel

29.09.2026

Neue Vertriebsstruktur stärkt europäische Zusammenarbeit

Am 19. und 20. November 2026 wird das Stäubli Welcome Center in Bayreuth zum Treffpunkt der Automatisierungsbranche aus Nord-, Mittel- und Osteuropa. Der Summit ist zugle...

Automatisierung Digitaler Zwilling Digitalisierung KI Maschinenbau Qualitätsprüfung Robotik Vertrieb
Mehr erfahren
Der KR Fortec ultra MT wurde speziell für Anwendungen entwickelt, die hohe Prozesskräfte, Steifigkeit und Präzision erfordern.
28.09.2026

Forschungsplattform für robotergestütztes Rührreibschweißen

Die Hochschule Magdeburg-Stendal setzt auf KUKA Technologie für die Entwicklung industrieller FSW-Anwendungen der nächsten Generation.

Entwicklung Fertigungsprozesse Forschung FSW Hochschulen Maschinenbau Roboter Roboterschweißen Roboterzelle Rührreibschweißen Schweißen Universität
Mehr erfahren
Der Standort von Polypres Mediterráneo S.L. in Spanien: Mit der Übernahme stärkt Röchling Industrial seine Marktposition im Bereich thermoplastischer Pressplatten und baut seine europäische Präsenz weiter aus.
14.09.2026

Röchling Industrial übernimmt Polypres Mediterráneo

Röchling Industrial hat mit Wirkung zum 3. September 2026 das spanische Unternehmen Polypres Mediterráneo mit Sitz in Alfarrasí bei Valencia übernommen.

Fügen von Kunststoffen Joining Plastics JP Kunststoffplatten Kunststoffverarbeitung Maschinenbau Polyethylen Thermoplastische Pressplatten
Mehr erfahren
08.09.2026

Präzises Wasserstrahlschneiden auf der EuroBLECH 2026

Die Innomax AG, autorisierter Omax-Vertriebspartner für Deutschland, präsentiert auf der EuroBLECH 2026 modernste Abrasiv-Wasserstrahl-Schneid-Technologie mit dem Omax Op...

Abrasiv Fertigung Maschinenbau Plasmatechnologie Schneiden Schneidkopf Schnittkanten Schnittkantenqualität Wasserstrahlschneiden
Mehr erfahren
26.08.2026

Recycling von Aluminiumschaum: Späne und Altteile als Rohstoff

Das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU untersucht neue Recyclingverfahren für Aluminiumschaum. Produktionsreste, Aluminiumspäne und ausgedien...

Emissionen Fahrzeugbau Fraunhofer Fraunhofer IWU Leichtbau Maschinenbau Materialkreislauf Pulver Schienenfahrzeugbau Schneiden TIG TWI Umformtechnik Werkzeugmaschinen
Mehr erfahren