Wirtschaft
© Shutterstock
24.11.2020

Maschinenbauexporte überwinden Tiefpunkt

Maschinenbauexporte überwinden Tiefpunkt

Die Exportzahlen des Maschinenbaus in Deutschland sehen im dritten Quartal wieder besser aus. Der Corona-Tiefpunkt im Maschinenexport ist überwunden. Bis zum Erreichen des Vorkrisenniveaus bedarf es jedoch noch Geduld und Anstrengungen in Wirtschaft und Politik.

Die Maschinenexporte aus Deutschland stabilisieren sich zunehmend. Im September verbuchten die Maschinen- und Anlagenbauer aus Deutschland beim Exportgeschäft ein Minus in Höhe von 7,6 Prozent im Vorjahresvergleich. Im Zeitraum Juli bis September sanken sie damit um 12,4 Prozent auf 39,8 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal verfehlten die Maschinenausfuhren aus Deutschland ihren Vorjahreswert noch um 22 Prozent.

Besonders schwach fiel das Exportergebnis in den Monaten April und Mai (minus 27 Prozent bzw. 28 Prozent) aufgrund der vielerorts weitreichenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie aus. Für die ersten neun Monate ergibt sich damit ein Exportminus von 13,2 Prozent. „Die Maschinenexporte aus Deutschland haben den Corona-Tiefpunkt überwunden. Doch bis zum Erreichen des Vorkrisenniveaus bedarf es noch großer Geduld und Anstrengungen in Wirtschaft und Politik“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.

Russland, Südkorea und Türkei mit Exportplus

Die Maschinenexporte aus Deutschland in die EU-27 lagen im dritten Quartal 15 Prozent unter ihrem Vorjahreswert. Kumuliert betrachtet ergibt sich von Januar bis September dieses Jahres ein Exportminus von 16 Prozent in die EU-27 Partnerländer. Wichtigstes Absatzland innerhalb der Europäischen Union ist Frankreich, das in den ersten neun Monaten einen Rückgang von 17,3 Prozent verzeichnete. Dahinter folgt nun Polen, das, aufgrund einer Minusrate von nur 9,2 Prozent im gleichen Zeitraum die Niederlande (minus 12,1 Prozent) und Italien (minus 19,9 Prozent) im Ranking überholte.

Innerhalb der Top-20 Absatzländer stechen insbesondere Russland (plus 1,1 Prozent), Südkorea (plus 3,1 Prozent) und die Türkei (plus 3,6 Prozent) hervor, die allesamt ein Wachstum im bisherigen Jahresverlauf verzeichnen konnten. Die Maschinenausfuhren aus Deutschland nach Taiwan stiegen um 10 Prozent. „In Russland und der Türkei ist das diesjährige positive Ergebnis vornehmlich auf das schwache Vorjahr zurückzuführen“, erläutert Wiechers.

„In Südkorea, aber auch Taiwan ist der Wertschöpfungsanteil in der globalen Elektronik-Lieferkette neben der frühen Pandemiebekämpfung ein Schlüsselaspekt der resilienten Wirtschaft. Beide Länder produzieren Schlüsselkomponenten für „Home-Office-Technologien“, die später in anderen asiatischen Ländern – vornehmlich China – verbaut werden. Letztlich profitiert davon auch das Exportgeschäft der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer mit Südkorea und Taiwan.“

Die beiden wichtigsten Einzelmärkte, USA und China, nahmen in den ersten drei Quartalen 11 Prozent bzw. 7,2 Prozent weniger Maschinen „Made-in-Germany“ auf. „Das Ergebnis unserer Konjunkturumfrage unter den VDMA-Mitgliedern vor Ort zeigt deutlich, dass der Aufschwung in China bei den Tochterunternehmen in der Breite angekommen ist“, sagt Wiechers. Im September lagen die Maschinenausfuhren aus Deutschland nach China um 5,6 Prozent über dem Vorjahresergebnis.

Dr. Ralph Wiechers, Mitglied der VDMA-Hauptgeschäftsführung. - © VDMA
Dr. Ralph Wiechers, Mitglied der VDMA-Hauptgeschäftsführung. © VDMA
Heterogene Exportentwicklung zwischen Maschinenbaubranchen

Die einzelnen Maschinenbaubranchen verzeichnen ebenfalls eine deutlich heterogene Exportentwicklung. Die deutschen Werkzeugmaschinen-Exporte lagen im Zeitraum Januar bis September um 31,1 Prozent unter ihrem Vorjahresniveau, und das, obwohl sie bereits im vergangenen Jahr ein Minus in Höhe von 7 Prozent verbuchten. Auf der anderen Seite vermochte die Coronakrise die Nachfrage nach Landtechnik nicht zu stoppen: Die Hersteller aus Deutschland konnten das Niveau aus dem Vorjahreszeitraum Januar bis September nahezu halten (Rückgang: minus 0,2 Prozent).

(Quelle: Presseinformation des VDMA e.V.)

Schlagworte

AnlagenbauExporteHandelMaschinenbau

Verwandte Artikel

Der KR Fortec ultra MT wurde speziell für Anwendungen entwickelt, die hohe Prozesskräfte, Steifigkeit und Präzision erfordern.
28.09.2026

Forschungsplattform für robotergestütztes Rührreibschweißen

Die Hochschule Magdeburg-Stendal setzt auf KUKA Technologie für die Entwicklung industrieller FSW-Anwendungen der nächsten Generation.

Entwicklung Fertigungsprozesse Forschung FSW Hochschulen Maschinenbau Roboter Roboterschweißen Roboterzelle Rührreibschweißen Schweißen Universität
Mehr erfahren
Der Standort von Polypres Mediterráneo S.L. in Spanien: Mit der Übernahme stärkt Röchling Industrial seine Marktposition im Bereich thermoplastischer Pressplatten und baut seine europäische Präsenz weiter aus.
14.09.2026

Röchling Industrial übernimmt Polypres Mediterráneo

Röchling Industrial hat mit Wirkung zum 3. September 2026 das spanische Unternehmen Polypres Mediterráneo mit Sitz in Alfarrasí bei Valencia übernommen.

Fügen von Kunststoffen Joining Plastics JP Kunststoffplatten Kunststoffverarbeitung Maschinenbau Polyethylen Thermoplastische Pressplatten
Mehr erfahren
08.09.2026

Präzises Wasserstrahlschneiden auf der EuroBLECH 2026

Die Innomax AG, autorisierter Omax-Vertriebspartner für Deutschland, präsentiert auf der EuroBLECH 2026 modernste Abrasiv-Wasserstrahl-Schneid-Technologie mit dem Omax Op...

Abrasiv Fertigung Maschinenbau Plasmatechnologie Schneiden Schneidkopf Schnittkanten Schnittkantenqualität Wasserstrahlschneiden
Mehr erfahren
26.08.2026

Recycling von Aluminiumschaum: Späne und Altteile als Rohstoff

Das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU untersucht neue Recyclingverfahren für Aluminiumschaum. Produktionsreste, Aluminiumspäne und ausgedien...

Emissionen Fahrzeugbau Fraunhofer Fraunhofer IWU Leichtbau Maschinenbau Materialkreislauf Pulver Schienenfahrzeugbau Schneiden TIG TWI Umformtechnik Werkzeugmaschinen
Mehr erfahren
Fabian Seus, Leiter Competence Center Arbeitsmarkt im VDMA
19.08.2026

Stellenabbau im Maschinenbau

Zwar haben sich die Aussichten im Maschinen- und Anlagenbau zuletzt leicht aufgehellt, viele Unternehmen sind jedoch weiterhin unterausgelastet. Dies hinterlässt zunehmen...

Anlagenbau Ausbildung Beschäftigung Beschäftigungsabbau Deutschland Fachkräfte Fachkräftemangel Fachkräftesicherung Maschinen- und Anlagenbau Deutschland Maschinenbau Wirschaftsstandort Deutschland Wirtschaft
Mehr erfahren