Mit einer neuen Forschungszelle für das Rührreibschweißen (Friction Stir Welding, FSW) erweitert die Hochschule Magdeburg-Stendal gemeinsam mit KUKA Systems AWS ihre Möglichkeiten für die Entwicklung und Erprobung innovativer Fertigungsprozesse. Zentraler Bestandteil der Anlage ist der neue KR Fortec ultra MT, der für hochbelastete FSW- und Bearbeitungsanwendungen entwickelt wurde. Die Kombination aus industrieller Robotik, digitalen Technologien und wissenschaftlicher Forschung soll den Weg neuer Anwendungen von der Entwicklung in die Produktion beschleunigen.
Forschung unter realen Produktionsbedingungen
Mit der neuen Anlage setzt die Hochschule gezielt auf eine industrielle Plattform statt auf eine klassische Laborlösung. Dadurch können Prozesse und Anwendungen unter Bedingungen untersucht werden, die später auch in der industriellen Fertigung relevant sind. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen Unternehmen dabei unterstützen, neue FSW-Anwendungen schneller zu bewerten und effizienter in die Praxis zu überführen.
„Mit dem KR Fortec ultra MT bringen wir industrielle FSW-Technologie direkt in die Forschung. Dadurch schaffen wir die Grundlage, um neue Fertigungsprozesse praxisnah zu entwickeln und ihre spätere Umsetzung in der Produktion zu beschleunigen. Darüber hinaus bietet die Roboterzelle auch beste Voraussetzungen für den Einsatz in der Lehre, beispielsweise im Rahmen von Laborpraktika für unsere Studiengänge Maschinenbau, Mechatronik und Wirtschaftsingenieurwesen.“ – Prof. Dr.-Ing. Frank Trommer, Direktor Institut für Maschinenbau, Hochschule Magdeburg-Stendal.
Neue Robotergeneration für FSW-Prozesse
Der KR Fortec ultra MT wurde für Anwendungen entwickelt, die hohe Prozesskräfte, Steifigkeit und Präzision erfordern. Er kann unter anderem beim robotergestützten Rührreibschweißen komplexer Bauteile und bei anspruchsvollen Fertigungsaufgaben eingesetzt werden. Die Anlage verbindet Rührreibschweißen und Fräsbearbeitung in einer integrierten Plattform. Dadurch können Prozessketten in einer gemeinsamen Umgebung entwickelt, optimiert und validiert werden.
„Uns war besonders wichtig, die Hochschule mit der neuesten Technologie auszustatten. Insbesondere die Kombination aus optimierter Hard- und Software, gepaart mit dem digitalen Zwilling und der Möglichkeit, umfassende Prozessdaten zu erfassen, rundet das Gesamtkonzept ab“, sagt Thomas Schmidt, Technical Sales, KUKA.
Digitalisierung beschleunigt die Industrialisierung
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der umfassenden Digitalisierung der Forschungsprozesse. Mithilfe eines digitalen Zwillings sowie einer durchgängigen Datenerfassung können neue Verfahren virtuell geplant, analysiert und optimiert werden, bevor sie in die reale Fertigung überführt werden.
Durch die Kombination aus Robotik, Prozess-Know-how und digitalen Technologien entsteht eine leistungsfähige Entwicklungsumgebung, die Forschungsprojekte beschleunigt und den Transfer neuer Fertigungstechnologien in die industrielle Anwendung erleichtert.
(Quelle: KUKA Group)
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