Regelwerke
© VDI
10.08.2020

Richtlinienentwurf: Grundlagen und Durchführung einer Schadensanalyse

Richtlinienentwurf: Grundlagen und Durchführung einer Schadensanalyse

Die neue Richtlinie VDI 3822 gibt einen Leitfaden, um Erfahrungen aus Schadensanalysen systematisch auszuwerten und zugänglich zu machen. Die Richtlinie erscheint im August 2020 als Entwurf, die Einspruchsfrist endet am 31.01.2021.

Trotz sorgfältiger Konstruktion und Fertigung sowie eingehender Erprobung gelingt es auch bei Einhalten der vorgesehenen Betriebsweise nicht immer, Fehler und Schäden zu vermeiden. Schadensfälle verursachen wirtschaftliche Verluste durch Produktionsausfall, Folgeschäden sowie Reparaturmaßnahmen und können darüber hinaus Menschen gefährden. Schadensanalysen führen zu Verbesserungen bei der Werkstoffentwicklung, der Werkstoffauswahl, der Konstruktion, der Fertigung und der Betriebsweise. Die gewonnenen Erkenntnisse können sofort in die Qualitätssicherung eingehen und der Schadensprävention dienen. Schadensanalysen helfen außerdem dabei, für ein technisches Erzeugnis ein Optimum aus Werkstoff-, Konstruktions-, Fertigungs- und Bauteileigenschaften unter Kostengesichtspunkten zu finden.

Erstmals definiert die überarbeitete Version der Richtlinie VDI 3822 den Begriff „Fehler“, die bei Konstruktion, Herstellung und im Betrieb vorkommen können. Darüber hinaus liefert die Richtlinie eine Anleitung zur systematischen Vorgehensweise bei der Schadensanalyse, um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse verschiedener Untersuchungsstellen zu gewährleisten. VDI 3822 weist zudem auf die Erfordernis einer nachvollziehbaren Dokumentation hin.

Ziel der Richtlinie VDI 3822 ist es, Schadensarten an Produkten aus metallischen und polymeren Werkstoffen einheitlich zu benennen und zu beschreiben. Die Unterblätter der Richtlinie zu Bauteilen aus Metall, Kunststoff und Elastomer sind daher immer im Zusammenhang mit diesem Grundlagenblatt zu verwenden.

Fachlicher Ansprechpartner im VDI:
Dr.-Ing. Hans-Jürgen Schäfer
VDI-Gesellschaft Materials Engineering (GME)
Telefon: +49 211 6214-254
E-Mail: gme@vdi.de

Herausgeber der VDI 3822 „Schadensanalyse – Grundlagen und Durchführung einer Schadensanalyse“ ist die VDI-Gesellschaft Materials Engineering (GME).

Die Richtlinie VDI 3822 erscheint im August 2020 als Entwurf und kann zum Preis von EUR 66,63 beim Beuth Verlag (Tel.: +49 30 2601-2260) bestellt werden. Onlinebestellungen sind unter www.vdi.de/3822 oder www.beuth.de möglich. VDI-Mitglieder erhalten 10 Prozent Preisvorteil auf alle VDI-Richtlinien.

Die Möglichkeit zur Mitgestaltung der Richtlinien durch Stellungnahmen bestehen durch Nutzung des elektronischen Einspruchsportals oder durch schriftliche Mitteilung an die herausgebende Gesellschaft (gme@vdi.de). Die Einspruchsfrist endet am 31.01.2021. VDI-Richtlinien können in vielen öffentlichen Auslegestellen kostenfrei eingesehen werden.

(Quelle: Presseinformation des VDI – Verein Deutscher Ingenieure e. V.)

Schlagworte

HerstellungKonstruktionMetallische WerkstoffePolymere WerkstoffeQualitätssicherungRegelwerkSchadensanalyse

Verwandte Artikel

21.09.2020

SKZ erweitert Portfolio durch Prüftechnik

Erstmals transferiert das Kunststoff-Zentrum SKZ das vorhandene Wissen in eigene Mess- und Prüfsysteme, die der Kunststoffindustrie zur Verfügung gestellt werden.

Kunststoffe Prüftechnik Qualitätssicherung Zerstörungsfreie Prüfung
Mehr erfahren
23.07.2020

Neufassung: DIN CEN ISO/TR 15608 zur Gruppeneinteilung metallischer Werkstoffe

Im Juli 2020 ist eine aktualisierte Fassung des Technischen Reports DIN CEN ISO „Schweißen – Richtlinen für eine Gruppeneinteilung von metallischen Werkstoffen“ erschiene...

Aluminium Gusseisen Kupfer Metalle Metallische Werkstoffe Nickel Schweißen Stähle Titan Umformen Wärmebahendlung Werkstoffe Zerstörungsfreie Prüfung Zirkonium
Mehr erfahren
09.06.2020

Let’s talk about innovation: METAV Web-Sessions 2020

Vom 15. bis zum 19. Juni 2020 lädt der METAV-Veranstalter VDWzu den METAV Web-Sessions unter dem Motto „Let’s talk about innovation“ ein. Fast 90 Firmen werden an fünf Ta...

Additive Fertigung Corona-Hilfe Corona-Krise Dienstleistungen Digitalisierung Messtechnik Metallbearbeitung Präzisionswerkzeuge Qualitätssicherung Software Werkzeugmaschinen Werkzeugssysteme
Mehr erfahren
29.05.2020

Richtlinien-Entwurf: Additive Fertigung von keramischen Bauteilen

3D-Druckverfahren ermöglichen auch die Herstellung von keramischen Bauteilen. Die neue Richtlinie VDI 3405 Blatt 8.1 vermittelt die dafür notwendigen Grundkenntnisse.

3D-Druck Additive Fertigung Keramik Keramische Werkstoffe Konstruktion Produktentwicklung
Mehr erfahren
22.05.2020

Produktionsmanagement aus dem Homeoffice: Alle Schweißdaten im Blick

Aus der Ferne den Überblick über die Schweißproduktion behalten – das ist bequem, effizient und nachhaltig. Für die Umsetzung sind digitale Tools notwendig, wie etwa die...

Corona-Hilfe Produktionskontrolle Prozessüberwachung Qualitätssicherung Schweißprozesse
Mehr erfahren