Forschung
© FANUC
06.02.2023

Roboter mit Empathie: EU-Projekt „Fluently“ soll Teamwork von Mensch und Maschine optimieren

Roboter mit Empathie: EU-Projekt „Fluently“ soll Teamwork von Mensch und Maschine optimieren

Der Roboterhersteller FANUC unterstützt die Entwicklung eines einfühlsamen Roboters für den Einsatz in der Industrie. Das mit EU-Mitteln geförderte Forschungsprojekt „Fluently“ unter der Leitung des Unternehmens Roboverse Reply will eine Roboterplattform schaffen, die eine echte soziale Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine ermöglicht.

Das auf drei Jahre angelegte Projekt verfolgt zwei Ziele: Dies ist zum einen die Entwicklung eines auf künstlicher Intelligenz basierenden, tragbaren Geräts für Industriearbeiter und Roboter. Zum anderen geht es um die Entwicklung eines speziellen Schulungszentrums mit der Bezeichnung „The Fluently RoboGym“, in dem Fabrikarbeiter und Robotern eine reibungslose Interaktion im Industrieprozess trainieren können.

22 Projektpartner aus Wissenschaft und Industrie

Insgesamt sind 22 Partner aus Wissenschaft und Industrie an dem Projekt beteiligt, das von Horizon Europe unterstützt wird, dem wichtigsten Finanzierungsprogramm der EU für Forschung und Innovation. Für die technische Koordination ist das Labor für Automation, Roboter und Maschinen der Fachhochschule Südschweiz (SUPSI) zuständig. Neben Forschern der SUPSI arbeiten Wissenschaftler weiterer führender Einrichtungen wie dem Politecnico di Torino in Italien und der Waseda-Universität in Japan an dem Projekt mit.

Mensch und Roboter arbeiten in einer industriellen Umgebung zusammen. - © FANUC
Mensch und Roboter arbeiten in einer industriellen Umgebung zusammen. © FANUC

„Arbeiter sind oft hohen kognitiven oder physischen Belastungen ausgesetzt“, erklärt Professorin Anna Valente, die das SUPSI-Labor für Automation, Robotik und Maschinen leitet und Mitglied im Schweizerischen Wissenschaftsrat ist. „Wenn ein Mensch eng mit einem Roboter zusammenarbeitet, ist es wichtig, dass der Roboter die Gefühle des Menschen erkennt und entsprechend reagiert, indem er zum Beispiel seine Dynamik anpasst.“

Eine gute Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine ist besonders wichtig in modernen intelligenten Fabriken, in denen sich Produktionsvolumen und Produkte ständig ändern und in denen mobile Transportsysteme und Roboter neben statischen Arbeitsplätzen stehen. „Unsere Industrieroboter sind bereits mit Sensoren zum Sehen und Fühlen ausgestattet, können aber bislang keine menschlichen Emotionen erkennen“, sagt Ralf Völlinger, General Manager des Geschäftsbereichs Roboter bei FANUC Europe. „Wir wollen erreichen, dass künftig noch mehr Menschen unsere Industrieroboter einfach und effizient nutzen können.“

Konzentration auf drei wichtige Wertschöpfungsketten

Die „Fluently“-Forscher konzentrieren ihre Entwicklungsarbeit auf drei für die europäische Wirtschaft wichtige Wertschöpfungsketten: die Demontage und das Recycling von Batterien für E-Bikes und Elektrofahrzeuge, Prüf- und Montageprozesse in der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie das Aufarbeiten hochkomplexer Industrieteile mittels Laserstrahlbearbeitung.

Der Bediener programmiert und der Cobot übernimmt die sich wiederholenden Aufgaben. - © FANUC
Der Bediener programmiert und der Cobot übernimmt die sich wiederholenden Aufgaben. © FANUC

„Diese Prozesse werden derzeit fast ausschließlich manuell durchgeführt, was bei den Arbeitnehmern zu psychischen und physischen Belastungen führt“, sagt Professorin Anna Valente. „Arbeitskräfte in der Produktion geraten zum Beispiel unter Stress, wenn sie Batterien demontieren, weil das Risiko einer Explosion besteht. Auch physische Belastungen etwa durch die Arbeit mit schweren Teilen in der Luft- und Raumfahrtindustrie können Stress verursachen.“

Roboter als künftige Teamkollegen des Menschen

Roboter könnten in Zukunft die Arbeitnehmer zumindest teilweise von der Belastung befreien, die mit diesen Prozessen verbunden ist, sowie einige der zeitaufwändigeren Aufgaben übernehmen. Dies würde helfen, einerseits die Kompetenzen und Erfahrungen der Arbeitnehmer zu erhalten und andererseits die Möglichkeiten ihrer Weiterqualifizierung erhöhen.

„Wir wollen Roboter zu Teamkollegen des Menschen ausbilden, die ihn so gut wie möglich unterstützen“, sagt Professorin Anna Valente. Ralf Völlinger von FANUC Europe ergänzt: „Als Roboterlieferant sind wir stolz darauf, diese bahnbrechende Entwicklungsarbeit mit unseren Robotern und unserem technischen Know-how zu unterstützen.“

Weitere Informationen zu dem Forschungsprojekt „Fluently“ gibt es hier.

(Quelle: Presseinformation der FANUC Deutschland GmbH)

Schlagworte

CobotCobotsForschungIndustrieroboterKollaborative RoboterRoboterRobotikSchulungen

Verwandte Artikel

10.03.2026

Automatisierung und Digitalisierung sind Kern der HANNOVER MESSE 2026

Vom 20.-24 April 2026 findet die HANNOVER MESSE – die Weltleitmesse für die produzierende Industrie – auf dem Messegelände Hannover statt.

Automatisierung Digitalisierung Innovation Künstliche Intelligenz Produzierende Industrie Robotik Schlüsseltechnologien Weltleitmesse
Mehr erfahren
Das Projekt „hffr-Up2Cycle“ will Unternehmen dabei zu unterstützen, sich auf zukünftige Produkt- und Rezyklat-Quoten vorzubereiten und eigene Materialkreisläufe zu etablieren.
08.03.2026

Kreislauffähige flammgeschützte Kunststoffe

Forschende des Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF haben das neue Verbundprojekt „Geschlossene Kreisläufe flammgeschützter Kunststoff...

Flammschutz Forschung Fraunhofer Halogenfrei Industrie Kreislauffähigkeit Kreislaufwirtschaft Kunststoff Recycling Rezyklate
Mehr erfahren
Müller Martini Manufacturing aus der Schweiz hat seinen Maschinenpark mit einer Robotik-Lösung von ABB erweitert, die mit bis zu neun Achsen automatisiert schweißt.
06.03.2026

Automatisiertes Schweißen mit 9 Achsen

Müller Martini Manufacturing aus der Schweiz setzt auf ABB-Schweißroboter mit bis zu 9 Achsen.

Automation Biegen Fertigung Fräsen Laserstrahlschneiden Roboter Schweißen Schweißroboter
Mehr erfahren
Die Gruppe Thermisches Fügen am Kunststoff-Zentrum SKZ unterstützt Unternehmen der Kunststoffindustrie bei allen Fragen rund um thermische Fügetechnologien.
03.03.2026

Zukunftssichere Fügetechnologien für die Industrie

Das Würzburger Institut SKZ entwickelt mit seiner Forschung Schweißtechnologien für anspruchsvolle Kunststoffanwendungen weiter.

Forschung Fügetechnologien Kunststoffanwendungen Kunststoffe Kunststoffschweißen Laserstrahlschweißen Rezyklate Schweißen Schweißtechnologien Ultraschallschweißen Weiterbildung
Mehr erfahren