Anwenderbericht
© Foto: erl gruppe
15.06.2026

Schweißroboter schafft neue Produktionsmöglichkeiten

Die Hopf GmbH hat ihre Schweißfertigung mit einer automatisierten Schweißroboteranlage aus der ARCentre-XPERT-Reihe der Firma ERL GmbH erweitert. Ziel der Investition ist es, wiederkehrende Schweißaufgaben effizienter auszuführen, die Prozesssicherheit zu erhöhen und Fachkräfte bei körperlich belastenden Arbeiten zu entlasten.

Das Familienunternehmen Hopf GmbH ist seit mehr als 130 Jahren im Metallbau tätig und fertigt heute in erster Linie industrielle Baugruppen. Als zertifizierter Fachbetrieb nach DIN EN 1090 EXC III setzt Hopf vor allem im Bereich des thermischen Trennens von Metall auf moderne Technologien und effiziente Fertigungsprozesse .

Nahaufnahme der ERL-Schweißroboter-anlage aus der ARCentre XPERT-Anlagenreihe im Einsatz. - © Foto: erl gruppe
Nahaufnahme der ERL-Schweißroboter-anlage aus der ARCentre XPERT-Anlagenreihe im Einsatz. © Foto: erl gruppe
Automatisierung bei der Hopf GmbH

Die neue Anlage wurde gemeinsam mit dem Automatisierungsspezialisten ERL maßgeschneidert konzipiert. Das ARCentre schweißt im MIG/MAG-Standard-, Puls- und Spezial-Puls-Verfahren und erreicht bis zu 2.011 Millimeter. Die Schweißtechnik basiert auf einer integrierten 450-A-Tawers-Stromquelle von Panasonic mit wassergekühltem Dinse-Brennersystem.

Herzstück ist ein Panasonic-Schweißroboter TM-2000-WG3 mit zwei Arbeitsstationen. Diese können je nach Anforderung als Einzeldrehachse für die Bearbeitung von Langteilen oder als Dreh-Kipp-Achse für ein schweißsynchrones Positionieren genutzt werden. Dabei lassen sich Bauteile bis 500 Kilogramm bearbeiten. Durch die gleiche Anordnung der Positioniereinheiten auf den beiden Stationen ist das Kopieren der Programme von einer zur anderen Station möglich. 

Eine knapp acht Meter lange Laufbahn ermöglicht dem Roboter eine flexible Positionierung. In die Laufbahn sind Energie Leitungen wie Strom und Druckluft sowie der Rolliner integriert. 

Das Drahtfördersystem Rolliner sorgt für einen gleichmäßigen Drahttransport zum Roboter und unterstützt eine stabile Lichtbogenführung. Durch die außerhalb der Anlage positionierbaren 250-kg-Schweißdrahtfässer lassen sich Spulenwechsel reduzieren; zugleich entfällt der Bedarf an einem Tenderwagen. Ein Schnellwechselsystem ermöglicht den werkzeuglosen Wechsel zwischen Fass- und Korbspulenhalterung.

Die automatische Reinigungsstation entfernt mit dem integrierten Fräser Schweißspritzer aus der Düse und trägt anschließend Anti-Spritzmittel auf. Die mitgeführte Wasserkühlung reguliert die Temperatur des Brennerkühlmittels und trägt dazu bei, Verschleißteile zu schonen.

Bauteile nach der Schweißung des ARCentre - © Foto: erl gruppe
Bauteile nach der Schweißung des ARCentre © Foto: erl gruppe
Mehr Präzision, weniger Stillstand

Für die Offline-Programmierung und den Zugang zu engen Bauteilgeometrien wurde eine T.Connector-Hohlwellen-Garnitur von Dinse eingebaut. Das Schlauchpaket ermöglicht durch seine schlanke Bauform und die Rotation um 260° zu beiden Seiten der sechsten Achse eine gute Bauteilzugänglichkeit. Der METZ-574-Pistolenkopf ist für hochamperige lange Schweißnähte ausgelegt.

Zur Einstellung des TCP (Tool Center Point) wurde eine Richtlehre mitgeliefert, mit der sich Pistolenkopf, Gasdüsensitz und Düsenstock ausrichten lassen. Zusätzlich überprüft der TCP-Scout den TCP in regelmäßigen automatisierten Messzyklen. Bei Abweichungen stoppt die Anlage, um Ausschuss zu vermeiden und eine wiederholgenaue Schweißqualität sicherzustellen.

Die Schweißroboteranlage verfügt zusätzlich über TouchSensor und ARCSensor. Der TouchSensor gleicht größere Bauteiltoleranzen aus, indem der Roboter das Bauteil mit der Gasdüse in X-, Y- und Z-Richtung sucht und die Programmdaten entsprechend korrigiert.

Der ARCSensor erfasst während des Schweißens Änderungen des Schweißstroms und korrigiert dadurch Abweichungen, wie z. B. Werkstücktoleranzen oder Wärmeverzug, automatisch.

Werkstattleiter Florian Lohr (Hopf GmbH) bei der Bedienung des ARCentres. - © Foto: erl gruppe
Werkstattleiter Florian Lohr (Hopf GmbH) bei der Bedienung des ARCentres. © Foto: erl gruppe
Automatisierte Peripherie und Absaugtechnik

Auch die Arbeitsabläufe wurden angepasst: Während der Roboter schweißt, können bereits weitere Bauteile vorbereitet werden. Das reduziert Stillstandzeiten und verbessert die Auslastung. Gleichzeitig übernimmt die Anlage körperlich belastende Aufgaben wie das exakte Ausrichten der Werkstücke. Für Sicherheit und saubere Arbeitsbedingungen sorgen ein eingehauster Arbeitsbereich, Lichtschranken sowie eine automatische Absaugtechnik, die den gesamten Arbeitsbereich des Roboters abdeckt. Die Absaughauben lassen sich für die Kranbeladung in eine Parkposition fahren.

Programmierung mittels Offlineprogrammierung

Die Programmierung erfolgt über das Offline-Programmiersystem Panasonic DTPS. Damit lassen sich Schweißabläufe vorab simulieren, auf Kollisionen prüfen und hinsichtlich Zugänglichkeit sowie Zykluszeiten optimieren.

Für die Erstellung und Bearbeitung der Schweißprogramme stehen Funktionen wie Verschieben, Drehen, Kopieren und Spiegeln von Programminhalten zur Verfügung. Neben den Roboterbewegungen können auch Schweißparameter und -geschwindigkeiten definiert werden. Der integrierte Schweißnavigator unterstützt den Einstieg in die Produktion. Panasonic DTPS ermöglicht zudem den Import externer CAD-Daten und bildet damit die Grundlage für die Offline-Programmierung.

Geschäftsführer Engelbert Hopf (Hopf GmbH) und Geschäftsführer Martin Stefan Erl (ERL Schweissen + Schneiden GmbH) nach Erfolgreicher in Betriebsnahme des ARCentres - © Foto: erl gruppe
Geschäftsführer Engelbert Hopf (Hopf GmbH) und Geschäftsführer Martin Stefan Erl (ERL Schweissen + Schneiden GmbH) nach Erfolgreicher in Betriebsnahme des ARCentres © Foto: erl gruppe

„Seit der Inbetriebnahme im Jahr 2024 ist unsere Produktivität mit dem ARCentre wesentlich gestiegen. Besonders die wiederkehrenden Teile sind sehr interessant da diese sehr schnell ohne viel Arbeitsvorbereitung und Programmierung produziert werden können“, berichtet Engelbert Hopf.

Gegenüber dem Handschweißen arbeitet die Anlage effizienter. Neben höheren Schweißgeschwindigkeiten tragen die angetriebenen Zusatzachsen zu einem verbesserten Handling und kürzeren Prozesszeiten bei. Mit der Investition in die Anlage von ERL setzt Hopf auf eine automatisierte Fertigung, die Fachkräfte entlastet, die Prozess- und Produktqualität unterstützt und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig stärkt.

(Quelle: ERL GmbH)

Schlagworte

AutomatisierungBrennersystemeDrahtfördersystemMIG-/MAG PulsMIG/MAG-SchweißenProzessicherheitSchweißenSchweißfertigungSchweißroboterSchweißstromquelle

Verwandte Artikel

13.06.2026

Strategische Partnerschaft stärkt globale Fertigungstechnologien

Frimo Innovative Technologies und die Chango Group haben eine strategische globale Technologiepartnerschaft geschlossen.

Automatisierung Fertigungstechnologien Fügen von Kunststoffen Joining Plastics Kunststoffe Partnerschaft Schweißtechnologien
Mehr erfahren
Neue Doppelspitze für Automatisierung und Produktionstechnik: Christian Böhlmann (links) und Dr.-Ing. Simon Kothe (rechts) übernehmen die Leitung des Fraunhofer IFAM in Stade von Dr. Dirk Niermann (Mitte).
13.06.2026

Neue Doppelspitze leitet Automatisierung und Produktionstechnik

Seit 1. Juni 2026 leiten Christian Böhlmann und Dr.-Ing. Simon Kothe den Bereich Automatisierung und Produktionstechnik des Fraunhofer IFAM am Standort Stade im Forschung...

Automatisierung Digitalisierung Forschung Forschungszentrum FuE Industrieroboter Leichtbaustrukturen Luftfahrt Produktionsprozesse Produktionstechnik Raumfahrt Robotersysteme Stahl
Mehr erfahren
11.06.2026

Mehr Präzision und Fertigungstiefe im Anlagenbau

Um im internationalen Anlagenbau langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, hat die Kremsmüller Industrieanlagenbau KG ihre Schneidtechnologie modernisiert. Ein zentraler B...

Anlagenbau Autogenschneiden Behälterboden Brennschneidanlage Brennschneiden CNC-Schneidsysteme Fasenschnitt Fügen Metallverarbeitung Plasmatechnologie Rohrbearbeitung Rohre Rohrschneiden Schneiden Schneidtechnologien Schweißen
Mehr erfahren
Das Extreme Hochgeschwindigkeits-Laserstrahlauftragschweißen (EHLA) ermöglicht den additi-ven Aufbau funktionaler Oberflächen mit hoher Präzision und Geschwindigkeit. So lassen sich Bauteile effizient beschichten, reparieren oder endkonturnah fertigen.
09.06.2026

Längere Standzeiten für Formen und Werkzeuge

Die fachgerechte Herstellung und Instandhaltung von Druckgusswerkzeugen ist für die Gießereiindustrie von zentraler Bedeutung: Als eines der teuersten Betriebsmittel best...

Betriebsmittel Druckguss Druckgusswerkzeuge Effizienz Gießereiindustrie Gussteile Laserstrahlauftragschweißen Qualität Schweißen Werkzeugverschleiß Wirtschaftlichkeit
Mehr erfahren
05.06.2026

Viele Gäste bei xFume-Day von Abicor Binzel

Am 20. Mai 2026 öffnete Abicor Binzel in Buseck seine Türen und Tore, um Händler und direkte Anwender über professionelle Schweißrauchabsaugung zu informieren.

Absaugbrenner Arbeitsschutz Arbeitssicherheit Brennerintegrierte Schweißrauchabsaugung Gesundheitsschutz Schweißbrenner Schweißen Schweißrauchabsaugung
Mehr erfahren