Wirtschaft
Der WSM und seine 13 Fachverbände schickten einen „sprechenden“ Truck mit Plakatbotschaften an die Hotspots der Hauptstadt. WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer sprach davor mit Abgeordneten. - © Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM)
15.12.2023

Stahl- und Metallverarbeiter fordern Maßnahmen

Stahl- und Metallverarbeiter schicken „sprechenden“ Truck nach Berlin: „Mittelstand ist besser für das Klima als Importe aus Fernost“

Mit einem „sprechenden“ Truck brachten die mittelständischen Stahl- und Metallverarbeiter ihre Probleme nach Berlin. Sie fordern schnellstmöglich politische Maßnahmen, die die Energiekosten senken, die Bürokratie entschlacken und den Fachkräftemangel reduzieren. Der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) und seine 13 Fachverbände schickten den Truck mit Plakatbotschaften an die Hotspots der Hauptstadt. Er stoppte auch vor dem Reichstagsgebäude. Dort sprach WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer mit den Abgeordneten Gitta Connemann, Klaus Wiener und Andreas Rimkus. Die Truck-Aktion ist Teil der Kampagne „Wir. Formen. Fortschritt.“.

500.000 Arbeitsplätze in Gefahr

„Viele Unternehmen stehen auf der Kippe und rutschen täglich weiter ab. Dabei brauchen wir sie dringend für die Transformation“, unterstrich Vietmeyer. „Unser Mittelstand ist besser für das Klima als Importe aus Fernost“ und „Die mittelständische Stahl- und Metallverarbeitung und ihre 500.000 Arbeitsplätze erhalten. Nachhaltigkeit lässt sich nicht importieren.“, stand auf großen Plakaten am Truck. „Viele Standortprobleme sind hausgemacht“, klagte Vietmeyer im Gespräch mit den Politikern. Sie versprachen Unterstützung.

Andreas Rimkus: „Stromstreuer senken, Dinge einfacher machen, Signale setzen“

Andreas Rimkus, SPD-Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Ausschuss für Klimaschutz und Energie, stellte sich hinter die Ziele der Kampagne. Er unterstrich das große Potenzial der Stahl- und Metallverarbeitung, auch für weiterverarbeitende Branchen: „Was jetzt notwendig ist, ist die Absenkung der Stromsteuer, die Dinge einfacher zu machen und Signale zu setzen.“

Der WSM und seine 13 Fachverbände schickten einen „sprechenden“ Truck mit Plakatbotschaften an die Hotspots der Hauptstadt. WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer sprach davor mit Abgeordneten. - © Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM)
Der WSM und seine 13 Fachverbände schickten einen „sprechenden“ Truck mit Plakatbotschaften an die Hotspots der Hauptstadt. WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer sprach davor mit Abgeordneten. © Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM)
Gitta Connemann: „Am Ende steuert der Mittelstand Deutschland“

Gitta Connemann, Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (CDU), sieht die Kernprobleme: „Es fehlt eine Strategie, ein Plan, eine Angebotspolitik. Betriebe zahlen drauf – die Kosten steigen, aber sie können sie nicht weitergeben.“ Das halte niemand lange aus. Alternativen seien Betriebsaufgabe, -einstellung, Produktionsverlagerung: „Das ist genau das, was wir nicht wollen.“ Deutschland brauche eine Ausweitung des Energieangebots. Und gegebenenfalls einen Brückenstrompreis für alle energieintensiven Betriebe, nicht nur für große. „Denn am Ende steuert der Mittelstand Deutschland“, so Connemann.

Klaus Wiener: „Brauchen Gesetze, die mehr Freiräume lassen“

Der Bundestagsabgeordnete Klaus Wiener (CDU) bestätigte, dass das regulatorische Pendel in Deutschland viel zu weit ausgeschlagen sei: „Was wir brauchen, sind Gesetze, die mehr Freiräume lassen. Dass wir Vertrauen haben in die Menschen und in die Unternehmen. Wir können nicht immer alles so kleinteilig vorschreiben, wir müssen einfach mal machen.“

Kampagne „Wir. Formen. Fortschritt.“

Der WSM hat die Kampagne „Wir. Formen. Fortschritt“ gemeinsam mit seinen 13 Fachverbänden gestartet. Sie hat das Ziel, bei der Politik mehr Aufmerksamkeit für den stark gefährdeten industriellen Mittelstand zu erzeugen.

(Quelle: Presseinformation des Wirtschaftsverbandes Stahl- und Metallverarbeitung (WSM))

Schlagworte

BürokratieEnergiekostenFachkräftemangelMetallverarbeitungMittelstandStahlverarbeitungWirtschaftsstandort Deutschland

Verwandte Artikel

Neue VDI-Studie zu Frauen in MINT-Berufen
15.10.2026

Frauen in MINT: Deutschland verschenkt Milliardenpotenzial

Im Rahmen der Initiative „Zukunft Deutschland 2050“ hat der VDI die Studie „Frauen in MINT-Berufen – Potenziale entfalten, Innovationskraft stärken“ veröffentlicht.

Arbeitsszeitmodelle Fachkräftemangel Geschlechterstereotype Innovationskraft Innovationsstandort Deutschland MINT Studie Wertschöpfung Wettbewerbsfähigkeit
Mehr erfahren
DVS Group
13.10.2026

Geplante Kürzung der For­schungs­för­de­rung zurück­nehmen

DVS Forschung und FOSTA warnen davor, im Bundeshaushalt 2027 die Mittel für die Mittelstandsforschung zu kürzen. Damit drohe der Stillstand bei neuen Forschungsprojekten...

Digitalisierung DVS Fördermittel Forschung Industrielle Gemeinschaftsforschung Innovationskraft Mittelstand Mittelstandsforschung Wettbewerbsfähigkeit Zukunftstechnologien
Mehr erfahren
Jan Birkemeyer, Präsident Deutscher Stahlbau-Verband
08.10.2026

Deutscher Stahlbautag 2026 – Impulse für die Zukunft

Der Deutsche Stahlbautag brachte am 17. und 18. September 2026 in Bielefeld Fachleute aus Stahlbau, Planung, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Zwei Tage lang standen...

Digitalisierung Forschung Mittelstand Nachhaltigkeit Stahl Stahlbau Stahlbautag Transformation Wirtschaftstsandort Deutschland Wissenschaft
Mehr erfahren
Ingenieurarbeitsmarkt: VDI ordnet ein und zeigt Potenziale
27.09.2026

VDI/IW-Ingenieurmonitor zum Strukturwandel am Arbeitsmarkt

VDI/IW-Ingenieurmonitor: Konjunkturelle Schwäche trifft derzeit auf einen Arbeitsmarkt im Wandel – doch der Fachkräftebedarf bleibt strukturell hoch. Der VDI sieht Re-Ski...

Arbeitsmarkt Digitalisierung Energiesektor Fachkräftemangel Informatik Ingenieurwesen Medizintechnik Re-Skilling Strukturwandel
Mehr erfahren