Für den Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland fiel die Bilanz im April uneinheitlich aus. Trotz geopolitischer Krisen, insbesondere des Kriegs in der Golfregion, erwiesen sich die Unternehmen im Auslandsgeschäft als widerstandsfähig. Dort gingen real 4 Prozent mehr Aufträge ein als im Vorjahresmonat. Zuwächse kamen vor allem aus den Nicht-Euro-Ländern mit einem Plus von 8 Prozent, während die Aufträge aus den Euro-Ländern um 5 Prozent zurückgingen.
„Damit verblieb im April unterm Strich eine Stagnation der Bestellungen zum Vorjahr“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt.
Das ausbleibende Wachstum wurde nicht nur durch regionale Unterschiede geprägt, sondern auch durch unterschiedliche Entwicklungen der Kundenbranchen des Maschinenbaus.
„Man sieht am Beispiel der Rechenzentren, die auch vom Maschinenbau ausgestattet werden, wie einzelne Bereiche von einer Sonderkonjunktur auch in Deutschland profitieren können. Das kompensiert aber nicht die wachsenden Standortprobleme der Industrie, die sich nur mit raschen und tiefgreifenden strukturellen Reformen lösen lassen. Noch immer wird zu viel über Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit geredet und viel zu wenig umgesetzt. Wir brauchen niedrigere Unternehmenssteuern, einen flexibleren Arbeitsmarkt, echte Kostenentlastung in der Bürokratie und eine Reform der Sozialversicherungssysteme“, fordert der VDMA-Chefvolkswirt.
Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatszeitraum von Februar bis April 2026 stiegen die Auftragseingänge insgesamt real um 5 Prozent. Dabei wirkte sich der von Großaufträgen und Großanlagengeschäft geprägte starke Berichtsmonat März aus.
Die Inlandsbestellungen gingen in diesem Zeitraum real um 2 Prozent zurück. Aus dem Ausland kamen dagegen 9 Prozent mehr Aufträge. Die Bestellungen aus den Euro-Ländern blieben unverändert, während die Nicht-Euro-Länder ein Plus von 12 Prozent verzeichneten.
(Quelle: VDMA e. V.)
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