Unternehmen
Das Hauptgebäude der LPKF WeldingQuipment GmbH in Fürth. - © LPKF Laser & Electronics AG
07.01.2021

20 Jahre Laser-Kunststoffschweißen

20 Jahre Laser-Kunststoffschweißen

Die Entwicklung hochwertiger und innovativer Geräte für Anwendungen im Automotive-Sektor, in der Medizintechnik und vielen weiteren Branchen ist auch der Innovationskraft von LPKF zu verdanken. Bereits vor zwanzig Jahren begann das Unternehmen, den Laser als Werkzeug einzusetzen, um Kunststoffbauteile sicher und staubfrei, materialfest und hygienisch zu verbinden. Die Vorteile des Materials Kunststoff – Formbarkeit, geringes Gewicht, Stabilität – können seitdem für unzählige Anwendungen voll ausgeschöpft werden.

Die Ingenieure der damaligen Laserquipment AG, einem Spin-Off des Bayerischen Laser Zentrums in Nürnberg-Erlangen, haben für das Laser-Kunststoffschweißen Pionierarbeit geleistet. Sie entwickelten, produzierten – damals ebenso wie heute bei LPKF – Lasersysteme zum Fügen von Spritzguss-Bauteilen. Auch Produktionsdienstleistungen für das Laser-Kunststoffschweißen sind seitdem ein Betätigungsfeld. Was zunächst im Markt eher zögerlich angenommen wurde, nämlich laserverschweißte Kunststoffe, findet sich heute in breiter Anwendung in der Medizintechnik, im Bereich Consumer Electronics – und in jedem neueren Auto. Denn kompakte und leichte, aber stabile Steuergeräte wie etwa Parksensoren möchte niemand mehr missen.

Die Technologie

Beim Laser-Durchstrahlschweißen werden zwei Bauteilkomponenten zusammengefügt. Sie unterscheiden sich leicht in ihren Materialeigen-schaften: Eines der Bauteile ist transparent für die eingesetzte Laserwellenlänge, das andere absorbiert die Laserenergie. Die beim Prozess im absorbierenden Bauteil lokal entstehende Wärme überträgt sich durch leichten mechanischen Druck auf das zweite Bauteil, wodurch beide an der Schweißnaht aufschmelzen – und eine sichere Verbindung mit der gleichen Festigkeit wie das Grundmaterial entsteht. Viele verschiedene Kunststoffe mit unterschiedlichsten Geometrien lassen sich auf diese Art zusammenschweißen.

Das Prinzip des Laser-Kunststoffschweißens: Zwei Bauteile werden mittels Laserstrahl und leichtem Anpressdruck zusammengeschweißt. - © LPKF Laser & Electronics AG
Das Prinzip des Laser-Kunststoffschweißens: Zwei Bauteile werden mittels Laserstrahl und leichtem Anpressdruck zusammengeschweißt. © LPKF Laser & Electronics AG

In den Anfängen des Unternehmens standen kleinere Schweißköpfe zur Linienintegration in der Automobilindustrie im Vordergrund der Entwicklungen. Es kamen Komplett-Systeme für den Stand-alone-Betrieb dazu. Verschiedene Schweißverfahren setzten sich für unter-schiedliche Anwendungsfelder durch. Zylindrische Körper werden bei-spielsweise mit Radialschweißsystemen gefügt, während große 3D-Bauteile mit einer speziellen und patentierten LPKF-Methode geschweißt werden. Hybridschweißen nennt LPKF ein Verfahren unter dem Einsatz mehrachsiger Roboter, das schnelle und flexible Prozesse ermöglicht. Mit LPKF-Systemen ist darüber hinaus sogar das Laserschwei-ßen transparenter Kunststoffe realisierbar.

Die Aussichten

Mit den im Laufe der Jahre und mit der wachsenden Expertise entwickelten und optimierten Systeme lassen sich unterschiedlichste Bauteile – große und kleine, mit breiten oder schmalen Schweißnahtstellen, einfachen oder komplexen Geometrien – problemlos fügen. Heute ist eine weitgehende Automatisierung der Lasermaschinen ebenso selbstverständlich wie die einfach zu bedienende Hard- und Software, die eine Nachverfolgbarkeit der einzelnen Produktionsschritte ermöglichen. Damit entsprechen die geschweißten Produkte auch strengsten Auflagen in der Automotive-Branche oder in der Medizintechnik.

Simon Reiser, Managing Director der LPKF WeldingQuipment GmbH. - © LPKF Laser & Electronics AG
Simon Reiser, Managing Director der LPKF WeldingQuipment GmbH. © LPKF Laser & Electronics AG

Simon Reiser, seit 2019 als Managing Director an Bord, blickt mit Stolz auf die Leistungen seiner Mitarbeiter. „Inzwischen sind weltweit auf allen Kontinenten über 1200 LPKF-Systeme zum Laserkunststoffschweißen im Einsatz; über 3000 verschiedene Prozesse werden mit diesen Anlagen ausgeführt. Im Automotive-Bereich hat nahezu jeder OEM-Anbieter LPKF-Systeme im Einsatz.“

Auch für die Zukunft sieht er viele Möglichkeiten. „Der noch immer wachsende Kunststoffmarkt verändert sich und sucht weiterhin nach Lösungen, beispielsweise für die Weiterbearbeitung recycelter Kunststof-fe oder neuer Materialien. LPKF arbeitet auch hierfür an innovativen Lö-sungen, damit die Vorzüge der Lasertechnik - Sauberkeit, Fügen ohne Chemie oder Spanentwicklung - gegenüber anderen Fügetechnologien weiterhin in möglichst vielen Einsatzgebieten genutzt werden können.“

(Quelle: Presseinformation der LPKF Laser & Electronics AG)

Schlagworte

FügetechnikHybridschweißenLaser-KunststoffschweißenLaserschweißenSchweißtechnik

Verwandte Artikel

Erfahrungsaustauch am ifw Jena
DVS Group
27.03.2026

DVS gründet Netzwerk für handgeführte Laserstrahlmaterialbearbeitung

„CONNECT HLB“ – so lautet der Name für das neu gegründete Netzwerk des DVS für handgeführte Laserstrahlmaterialbearbeitung von metallischen Werkstoffen.

Handgeführtes Laserstrahlschweißen Handheld Laser Beam HLB Laserstrahl Laserstrahlmaterialbearbeitung Laserstrahlschweißen Netzwerk Normen Regelwerke Schweißtechnik Technologie
Mehr erfahren
18.03.2026

Online-Seminar: Aktuelles Regelwerk im Klartext

Am 20. März 2026 findet das Online-Seminar der SLV Nord über die Neufassungen der DIN EN ISO 15614-11 und DIN EN ISO 17662 sowie ein Jahresüberblick 2026 statt.

DIN-Normen Kalibrierung Normen Regelwerk Schweißtechnik Strahlschweißen Validierung Verifizierung
Mehr erfahren
15.03.2026

Rückblick: Technologietag Audio Intelligence for Production

Wie können Maschinen lernen zu hören – und dadurch Produktionsprozesse intelligenter, effizienter und robuster machen? Dieser Frage widmete sich der Technologietag „Audio...

Automatisierung Forschung Frästechnik Messtechnik Metallverarbeitende Industrie Metallverarbeitung Qualitätssicherung Schweißen Schweißtechnik Sensorik
Mehr erfahren
innovative Schweißtechnik und Schweißrobotik live erleben
DVS Group
12.03.2026

Zukunft Schweißtechnik im Erzgebirge

Am 19.3.2026 findet im Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft gGmbH in Schwarzenberg eine Veranstaktung zum Thema Zukunft Schweißtechnik im Erzgebirge statt.

Automatisierung Fachkräfte KMU Robotik Schweißen Schweißroboter Schweißtechnik
Mehr erfahren
V. l. Dr. Jennifer Plath (Vorstand Stiftung Jugend forscht e.V.), Dr. Katja Pähle (Vorsitzende SPD-Fraktion im Landtag Sachsen-Anhalt), Jürgen Böhm (Bildungsstaatssekretär des Landes Sachsen-Anhalt), Steffen Wagner (Geschäftsführer SLV Halle GmbH), Harald Adler (Wettbewerbsleiter Regionalwettbewerb) vorn: Vincent Keller und Anna Vetterke
08.03.2026

Interview mit Dr. Jennifer Plath von der Stiftung Jugend forscht

Im Interview spricht Dr. Jennifer Plath über Nachwuchsförderung, die Zusammenarbeit mit Industriepartnern und den Übergang von Schule in technische Berufe.

Industrie Interview Jugend forscht MINT Nachwuchsförderung Schweißen Schweißtechnik Technische Berufe Virtuelles Schweißen Wettbewerb
Mehr erfahren