Anwenderbericht
Alle Roboter können sowohl einzeln für sich als auch gemeinsam im Verbund arbeiten. - © MecGreenie
25.04.2022

50 Jahre erfolgreich durch Flexibilität – und Automatisierung

50 Jahre erfolgreich durch Flexibilität – und Automatisierung

Als familiengeführtes Unternehmen behauptet sich die Rohrbefestigungen Hammerschmid GmbH mit Sitz im oberösterreichischen Marchtrenk erfolgreich auf dem internationalen Markt. Die Voraussetzung dafür schafft nicht nur die besondere Qualifikation der Mitarbeiter, sondern auch die konsequente Automatisierung einzelner Bearbeitungsschritte. Ende 2021 feierte die Firma ihr 50. Firmenjubiläum – und machte sich zwei neue Motoman-Schweißroboter zum Geschenk.

Vor gut 50 Jahren, 1971, als klassischer Metallbaubetrieb gegründet, hat sich die heutige Rohrbefestigungen Hammerschmid GmbH zu einem führenden und international tätigen Hersteller für den Industrie- und Anlagenbau entwickelt. Kunden in über 30 Ländern weltweit setzen auf die Rohrschellen, -schlitten und -aufhängungen des oberösterreichischen Familienunternehmens.

Kombination mehrerer Erfolgsfaktoren

Christian Hammerschmid jun. und seine Schwester Jacqueline Hammerschmid vertreten schon die dritte Generation. „Wenn man als vergleichsweise kleine Firma ein solches Jubiläum feiern kann, dann hat sehr vieles funktioniert“, sind sich beide einig. Die Juniorchefs nennen gleich mehrere Gründe für diesen nachhaltigen Erfolg: Da sind zunächst einmal die ausgezeichnet qualifizierten Mitarbeiter. Sie ermöglichen mit ihrer langjährigen Erfahrung erst die hohe Produktqualität. Denn die Konzentration auf eine Produktgruppe – „eher ein glücklicher Zufall“ – erfordert eine hohe Spezialisierung. Engineering und Produktion liegen bei Rohrbefestigungen Hammerschmid deshalb in einer Hand. Die Fertigung erfolgt ausschließlich am Firmensitz in Marchtrenk – „das soll auch so bleiben“, wie die Enkel des Firmengründers betonen.

Schon seit 2015 übernehmen drei Roboter aus der Motoman-MH-Reihe von Yaskawa bei Rohrbefestigungen Hammerschmid unterschiedliche Handlingsaufgaben. - © MecGreenie
Schon seit 2015 übernehmen drei Roboter aus der Motoman-MH-Reihe von Yaskawa bei Rohrbefestigungen Hammerschmid unterschiedliche Handlingsaufgaben. © MecGreenie

Ein weiterer entscheidender Erfolgsfaktor ist die besondere Flexibilität, mit der Rohrbefestigungen Hammerschmid auf aktuelle Marktanforderungen reagiert. So ergänzen immer wieder Sonderanfertigungen und Neuentwicklungen das Kernportfolio, wie zuletzt hygienegerechte Schellen für die Lebensmittelindustrie und Kälteschellen in verschiedensten Ausführungen. Und nicht zuletzt haben die Verantwortlichen im Laufe der Jahre regelmäßig die Produktionskapazitäten erweitert. Das geschah zum einen durch neue Flächen und zum anderen durch Automatisierung, vor allem durch den Einsatz von Industrierobotern.

„Schritt in die Zukunft“ mit drei Handlingrobotern

Die charakteristischen Rahmenbedingungen beschreibt Christian Hammerschmid jun. dabei so: „Wir haben weder Einzelteile noch eine Massenproduktion.“ In der Regel liegen die Stückzahlen der von Rohrbefestigungen Hammerschmid gefertigten Teile zwischen 50 und 5.000 Stück. Eine Automatisierung ist in diesem Stückzahlbereich keineswegs selbstverständlich. Trotzdem wagten sie bei Rohrbefestigungen Hammerschmid 2015 im Zuge eines Neubaus den Einstieg in die Robotik. „Ein Schritt in die Zukunft“, blickt man zurück.

Die Mitarbeiter werden durch die Roboter entlastet und haben mehr Zeit für anspruchsvollere Tätigkeiten. - © MecGreenie
Die Mitarbeiter werden durch die Roboter entlastet und haben mehr Zeit für anspruchsvollere Tätigkeiten. © MecGreenie

Seitdem übernehmen drei Handlingroboter aus der Motoman-MH-Reihe von Yaskawa unterschiedliche Aufgaben: Die Modelle mit 35 bzw. 50 Kilogramm Tragkraft bestücken und entladen die Maschinen eines Pressenverbands und werden auch zum Palettieren eingesetzt. Der Vorteil liegt vor allem in höheren Taktzahlen. Die Arbeitsschritte können schneller ablaufen. Die Mitarbeiter haben mehr Zeit für anspruchsvollere Tätigkeiten.

Roboterbasiertes Schweißen als zweiter Schritt

Vor dem Hintergrund dieser positiven Erfahrungen folgten im Jubiläumsjahr 2021 dann noch zwei weitere Roboter für Schweißaufgaben: ein Motoman AR900 zum Längs- und Rundschweißen und eine komplette Schweißzelle ArcWorld CS mit integriertem Schweißroboter Motoman AR2010.

Die präzisen 6-Achsroboter der aktuellen AR-Serie von Yaskawa wurden speziell für die hohen Anforderungen im Bereich Lichtbogenschweißen entwickelt. Dort gewährleisten sie besonders kurze Prozesszeiten, was wiederum zu einer gesteigerten Effizienz und Energieersparnis führt. Damit ist der AR900 der ideale Träger für den Schweißkopf. Denn der kompakte 6-Achser ermöglicht auch das Rundum-Schweißen von Muttern, Muffen, Rundstäben oder Rohren. Ausgeführt in der hohen Schutzklasse IP67 ist er dabei gegen Schweißspritzer optimal geschützt.

Die Roboterschweißzelle ArcWorld CS steht für geringen Platzbedarf und eine hohe Flexibilität: Ein Schweißroboter Motoman AR2010, Positionierer, Steuerung und Stromquelle sind auf einer Plattform zusammengefasst. So kann die Roboterzelle bei Bedarf schnell und einfach versetzt werden. Weil sich die Zellen im Plug-and-Play-Verfahren einfach installieren lassen, ermöglichen sie auch kleineren Unternehmen den wirtschaftlichen und unkomplizierten Einstieg in das roboterbasierte Schweißen.

Der in der ArcWorld CS eingesetzte Motoman AR2010 ermöglicht mit seiner Traglast von bis zu 12 Kilogramm und einem maximalen Arbeitsbereich von 2.010 mm die einfache Bearbeitung von sperrigen und schwer zugänglichen Werkstücken bei gleichzeitig hoher Ergebnisqualität.

Der kompakte 6-Achser Motoman AR900 ermöglicht auch das Rundum-Schweißen von Muttern, Muffen, Rundstäben oder Rohren. - © MecGreenie
Der kompakte 6-Achser Motoman AR900 ermöglicht auch das Rundum-Schweißen von Muttern, Muffen, Rundstäben oder Rohren. © MecGreenie
Fazit und Ausblick

Nach inzwischen mehreren Jahren Erfahrung mit den Motoman-Industrierobotern von Yaskawa ist sich Christian Hammerschmid jun. von Rohrbefestigungen Hammerschmid sicher: „Automatisierung lohnt sich, auch schon bei 50 Stück.“ Nach einer „anfänglichen Kennenlernphase“ habe sich alles gut eingespielt. Der Juniorchef programmiert die Roboter von Anfang an selbst. Inzwischen wird ein zusätzlicher neuer Kollege eingelernt.

Und auch einen Blick in die Zukunft wagt Christian Hammerschmid jun.: „Das ist sicher noch nicht das Ende der Fahnenstange.“ Will heißen: Die neuen Schweißroboter werden wohl nicht die letzten Roboter in Marchtrenk gewesen sein. Denn schließlich haben sie bei Rohrbefestigungen Hammerschmid auch in den nächsten 50 Jahren noch einiges vor.

(Quelle: YASKAWA Europe GmbH)

Schlagworte

AnlagenbauAutomationLängsschweißenLichtbogenschweißenMetallbearbeitungOrbitalschweißenRoboterschweißenRobotikRohrfertigungSchweißen

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