Wirtschaft Wissenswertes
Fabian Seus, Leiter Competence Center Arbeitsmarkt im VDMA - © VDMA
19.08.2026

Stellenabbau im Maschinenbau

Zwar haben sich die Aussichten im Maschinen- und Anlagenbau zuletzt leicht aufgehellt, viele Unternehmen sind jedoch weiterhin unterausgelastet. Dies hinterlässt zunehmend Spuren am Arbeitsmarkt.

Im ersten Halbjahr ist die Beschäftigung im Maschinenbau in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent gesunken. Insgesamt wurden rund 21.500 Stellen abgebaut. Der VDMA fordert daher Reformen zur Stärkung des Standorts Deutschland. „Wir spüren die wirtschaftliche Schwäche des Standorts jetzt auch deutlich am Arbeitsmarkt unserer Branche“, sagt Fabian Seus, Leiter des Competence Centers Arbeitsmarkt im VDMA.

Zurückhaltung bei den Unternehmen

Welchen Anteil Entlassungen und Renteneintritte am Stellenabbau jeweils haben, lässt sich nicht beziffern. „Gut ein Viertel der Beschäftigten im Maschinenbau ist 55 Jahre oder älter. In der Branche gibt es viele Renteneintritte. Wenn diese Stellen jedoch nicht nachbesetzt werden können, verlieren die Betriebe wertvolles Know-how“, erklärt Seus.

Langfristig könnte der Fachkräftemangel aufgrund der demografischen Entwicklung wieder zunehmen. Derzeit halten sich die Unternehmen jedoch mit Neueinstellungen zurück. „Unternehmen stellen wieder ein, wenn sie investieren. Für Investitionen sind die Kosten am Standort jedoch einfach zu hoch“, sagt Seus. Die Ausbildung bleibt für die Unternehmen im Maschinenbau dennoch von Bedeutung, wie VDMA-Umfragen zeigen. Die Beschäftigungserwartungen für Auszubildende sind vergleichsweise stabil, da aufgrund der demografischen Entwicklung weiterhin mit Fachkräfteengpässen zu rechnen ist.

VDMA fordert Reformen

Der VDMA fordert seit längerem Reformen insbesondere beim Steuersystem, bei den Sozialversicherungen und beim Abbau bürokratischer Vorgaben. Nach Auffassung des Verbands sollen Unternehmen steuerlich entlastet, die Sozialabgaben gesenkt und bei 40 Prozent gedeckelt sowie angekündigte Maßnahmen zum Bürokratieabbau umgesetzt werden. „Viele Unternehmen haben kein Verständnis mehr für das Zögern der Bundesregierung, wenn doch alle wissen, was zu tun ist. Bis zum Ende des Jahres müssen zentrale Reformen stehen, auch gegen Widerstände“, fordert Seus. Auch die aktuellen Diskussionen um die Rentenreform werfen aus Sicht des VDMA grundsätzliche Fragen zur Reformfähigkeit des Standorts auf. „Das schwächt das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Politik und belastet Investitionsentscheidungen zusätzlich. Dem muss die Bundesregierung endlich etwas entgegensetzen“, sagt Seus.

(Quelle: VDMA)

Schlagworte

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