Trendthema
© TÜV NORD GROUP
11.07.2023

Additive Fertigungsstätte der Deutschen Bahn zertifiziert

Additive Fertigungsstätte der Deutschen Bahn zertifiziert

TÜV NORD hat die additive Fertigungsstätte der Deutschen Bahn in Neumünster als eines der weltweit ersten Unternehmen erfolgreich nach einer neuen Norm zertifiziert. Die am 29. Juni veröffentlichte Norm ISO/ASTM 52920:2023 „Anforderungen an Standorte für industrielle additive Fertigung“ schafft einen neuen Standard in der Qualitätssicherung für die industrielle 3D-Druck-Fertigung. Grundlage der von TÜV NORD ausgestellten Zertifizierung war die E DIN EN ISO/ASTM 52920:2021-08, die jetzt in die neue Norm überführt wurde.

Die Additive Fertigung ermöglicht es der DB Fahrzeuginstandhaltung in Neumünster, im Bedarfsfall schnell und flexibel in der Ersatzteilversorgung für die gesamte Fahrzeugflotte reagieren zu können. Teile mit Lieferengpässen können in kurzer Zeit gedruckt und verbaut werden. Arvid Eirich, Head of Additive Manufacturing der Deutschen Bahn betont: „Wir sind damit in der Lage, Endbauteile on-demand zu fertigen. Dies sichert die Fahrzeugverfügbarkeit sowie den Komfort für die Reisenden ab und macht auch ökonomisch und ökologisch Sinn.“ Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Gewährleistung von zuverlässigen und wiederholbaren Abläufen in der Fertigungsvorbereitung, beim additiven Druck selbst sowie bei der Bauteilnachbearbeitung, damit die additiv gefertigten Bauteile in der richtigen Qualität und Anzahl pünktlich zur Verfügung stehen.

Zertifizierung belegt leistungsfähige Fertigung

Generell ist eine solche Zertifizierung für externe 3D-Druck-Lieferanten in vielen Branchen interessant, so könnten unter anderem die Automobilindustrie, Medizintechnik, Pharmaindustrie oder die Luft- und Raumfahrtbranche davon profitieren, betont Jens Groffmann, Projektmanager für Additive Manufacturing bei TÜV NORD: „Eine Zertifizierung nach ISO /ASTM 52920:2023 ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Zertifizierte Betriebe können damit den erfolgreichen Übergang von der handwerklich geprägten Einzelteilfertigung des Prototyps hin zu einer leistungsfähigen Fertigung im industriellen Maßstab dokumentieren – und das weltweit.“ Sie erfüllen damit die qualitativen Anforderungen an eine industrielle Serienproduktion und qualifizieren sich für Lieferungen von additiv gefertigten Bauteilen im industriellen Serienmaßstab.

Das TÜV NORD-Prüfprogramm wurde auf Basis des Normenentwurfs E DIN EN ISO / ASTM 52920:2021-08 entwickelt, um direkt zur Veröffentlichung der Norm einsatzbereit zu sein. Es deckt alle Produktionsschritte innerhalb der additiven Fertigung vollständig ab und stellt sicher, dass alle Anforderungen an die kontinuierliche additive Serienfertigung durch das qualifizierte Personal und durch eindeutige, klare Prozesse und Abläufe gewährleistet sind. Weitere Schwerpunkte sind der fachgerechte Umgang mit den Ausgangsmaterialien und die Qualitätssicherungsmaßnahmen entlang der gesamten Prozesskette. Die Abläufe für eine strukturierte und klare Kommunikation mit den Kunden im Falle von Fertigungsabweichungen werden ebenfalls überprüft. Das TÜV NORD-Prüfprogramm ist branchenübergreifend konzipiert und deckt alle wesentlichen additiven Fertigungsverfahren sowohl für Metalle als auch für Kunststoffe vollständig ab.

(Quelle: Presseinformation der TÜV NORD GROUP)

Schlagworte

3D-DruckAdditive FertigungInstandhaltungNormungQualitätssicherungReparaturZertifizierung

Verwandte Artikel

Mit der neuen Gasverdüsungsanlage kann SSAB hochwertiges Metallpulver im industriellen Maßstab herstellen und die wachsende Nachfrage bedienen
14.06.2026

Gasverdüsungsanlage zur Metallpulverproduktion für die additive Fertigung

Mit einer neuen Gasverdüsungsanlage kann SSAB hochwertiges Metallpulver im industriellen Maßstab herstellen und die wachsende Nachfrage bedienen.

3D-Druck Additive Fertigung Gasverdüsungsanlage Hochfestes Stahlpulver Metallpulver Prozesskette Pulverhandling Verteidigung
Mehr erfahren
04.06.2026

Mit dem Industrietechniker Additive Fertigung dem Fachkräftemangel begegnen

Der geprüfte Industrietechniker Fachrichtung Additive Fertigung (IHK) vermittelt umfassendes und praxisnahes Know-how entlang der gesamten Prozesskette.

Additive Fertigung Fachkräftemangel Fügen von Kunststoffen Industrietechniker Joining Plastics JP Weiterbildung
Mehr erfahren
Ingo Reinhold während der Arbeit an einem CAD-Modell
01.06.2026

Eröffnung des 3D-Druck-Labors an der HTWK Leipzig

Einladung zur Eröffnung des neuen „Additive Multimaterial Manufacturing“-Labors am 10. Juni 2026 – mit Symposium, Preisverleihungen und campusweiten Laborführungen zur ad...

3D-Druck Additive Fertigung Bio-Printer Maschinen- und Anlagenbau Polymer-3D-Drucker Symposium
Mehr erfahren
28.05.2026

Tartler setzt auf 3D-Druck im Anlagenbau

Additive Fertigung mit SLA und FDM beschleunigt die Entwicklung von Kunstharz-Mischern und verbessert die Ersatzteilversorgung für Kunden weltweit

3D-Druck im Anlagenbau Additive Fertigung Anlagenbau Hessen CFK-Verarbeitung Composite-Werkstoffe Dosier- und Mischanlagen Ersatzteilversorgung FDM 3D-Druck GFK-Verarbeitung Industrielle additive Fertigung Kunstharz-Mischer Kunstharz-Verarbeitung Maschinenbau Deutschland Prototypenbau Stereolithografie
Mehr erfahren
28.05.2026

Aktualisiertes Poster zu biologisch abbaubaren Polymeren

Im Rahmen des PerPlacsBio-Projekts hat das nova-Institut sein Poster zur biologischen Abbaubarkeit von Polymeren in verschiedenen Umgebungen aktualisiert.

Biologische Abbaubarkeit Industrielle Kompostierbarkeit Normen PBAT PBS PBSA Polymere Zertifizierung
Mehr erfahren