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30.11.2020

Aluminiumindustrie bleibt im Zeichen der Pandemie

Aluminiumindustrie bleibt im Zeichen der Pandemie

Die deutsche Aluminiumindustrie weist auch im dritten Quartal 2020 ein deutliches Minus in der Produktion aus. Die Rohmetallerzeugung ist um 9 Prozent gesunken und setzt damit die Entwicklung seit Jahresbeginn (-13 Prozent) weiter fort. Die Unternehmen der Halbzeugindustrie melden ein Produktionsminus von 17 Prozent und liegen damit noch einmal deutlich unter dem bisherigen Jahresverlauf (-9 Prozent). Auch in der Weiterverarbeitung setzte sich der Produktionsrückgang weiter fort. Im dritten Quartal wurden 12 Prozent weniger gefertigt, im Jahresverlauf beträgt das Minus rund 8 Prozent.

„Der erneut deutliche Rückgang im Sommer in nahezu allen Bereichen unserer Branche kommt nicht überraschend. Allerdings zeigt sich am aktuellen Rand eine Stabilisierung der Auftragseingänge“ betont Marius Baader, Geschäftsführer des Gesamtverband der Aluminiumindustrie e. V. (GDA).

Der Auftragseingang bei Aluminiumwalzprodukten ist im Oktober um 8 Prozent gestiegen. Damit sind die Bestellungen zwar noch immer fast 7 Prozent unter dem Vorjahresniveau, aber eine leichte Trendumkehr ist erkennbar. Die Strangpresser wiesen im Oktober ebenfalls einen Orderanstieg (5 Prozent) aus. Dies lässt auf das Erreichen eines Wendepunktes schließen. Der kumulierte Auftragseingang liegt jedoch mit 13 Prozent deutlich unter dem Vorjahresniveau. Gerade die Automobilindustrie, die zu Beginn der Krise ihre Fertigung praktisch über Nacht stoppte, scheint aktuell wieder etwas Fahrt aufzunehmen. Die Mitgliedsunternehmen berichten über wieder deutlich gestiegene Abrufe der Automobilkunden. Inwieweit sich diese Dynamik stabilisiert und fortsetzt, ist aktuell noch unsicher. Die aktuell siebte Umfrage des GDA stimmt aber zuversichtlich: 75 Prozent der Befragten gaben an, dass sich die Abrufzahlen der Automobilkunden erneut besser als zuletzt darstellen.

Dr. Andreas Postler vom GDA betonte: „Sorgen machen uns weiterhin die Lage der Luftfahrtindustrie. Die Hälfte der Befragten erlebt derzeit einen Stillstand, die andere Hälfte einen weiteren Rückgang.“ Besser fällt der Blick auf den Maschinenbau und die Elektrotechnik aus: Jeweils über 40% der Umfrageteilnehmer berichten derzeit von verbesserten Bestelleingängen. Weitgehend stabil stellt sich weiter die Konjunktur der Bauwirtschaft dar. Rund 77 Prozent der Unternehmen bewerten die Lage derzeit besser als zuletzt oder zumindest gleichbleibend.

Ausblick: Politische Rahmenbedingungen sind entscheidend

Während die Kundenindustrien weitestgehend die Talsohle durchschritten haben, fokussiert sich der Blick wieder auf die Politik. Die USA haben teilweise erhebliche Anti-Dumpingzölle auf Aluminiumbleche u.a. aus Deutschland erhoben. Die neuesten handelspolitischen Manöver der scheidenden US-Administration ziehen erneut tiefe Gräben zwischen Europa und den USA. Marius Baader unterstrich: „Sowohl die Tatsache an sich, auf Produkte aus Deutschland Schutzzölle zu erheben als auch die Höhe der Zölle selbst machen uns Sorgen. Es ist ein erneuter Versuch, den neben China größten Markt mit ungerechtfertigten handelspolitischen Maßnahmen abzuschotten. Das können wir nicht akzeptieren. Wir begrüßen sehr, dass sowohl die Europäische Kommission als auch die Bundesregierung bereits aktiv geworden sind, diesen Tricks entgegenzutreten.“

Erfreulich ist, dass die Kommission sich dazu entschieden hat, Anti-Dumpingzölle auf Profile aus China zu erheben. Die Untersuchung, die im Februar 2020 nach langen Vorbereitungen offiziell eröffnet wurde, bestätigte den Verdacht. Auch für die Untersuchung zu bestimmten Walzprodukten ist der GDA optimistisch: „Der Sachverhalt ist absolut vergleichbar zu den Profilexporten aus China. Wir rechnen damit, dass die Kommission auch diesem unfairen Wettbewerb einen Riegel vorschieben wird“, so Marius Baader.

Für die deutsche Aluminiumindustrie kommt es auf dem Weg zur Klimaneutralität entscheidend darauf an, sich an langfristigen politischen Leitlinien orientieren zu können. „Aluminium ist ein Werkstoff, der mit seinen Potentialen entscheidend zur Klimaneutralität beitragen kann. Dazu braucht es aber Klarheit über den Netzausbau, Planungssicherheit bei den Strompreisen und eine industriepolitische Flankierung, die sich auch an den industriellen Investitionszyklen orientiert“, unterstrich Marius Baader.

(Quelle: Presseinformation des GDA – Gesamtverband der Deutschen Aluminiumindustrie e. V.)

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AluminiumHalbzeugeProduktionRohmetallWeiterverarbeitung

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