Management
© DGUV/Kaj Kandler/www.kombinatrotweiss.de
24.03.2020

Auch im Home-Office unfallversichert

Auch im Home-Office unfallversichert

Aufgrund der aktuellen Corona-Krise ermöglichen viele Arbeitgeber ihren Beschäftigten, von zuhause aus zu arbeiten. Was ist, wenn im häuslichen Umfeld ein Unfall passiert? Wann ist es ein Arbeitsunfall und wann nicht?

Aus Infektionsschutzgründen planen viele Unternehmen derzeit, Beschäftigte ins Home-Office zu schicken, oder haben dies bereits getan. Nicht überall wird es jedoch fest eingerichtete Telearbeitsplätze geben. Wird für einen beschränkten Zeitraum Home-Office empfohlen oder angeordnet, handelt es sich aus Arbeitsschutzsicht um mobile Arbeit. Sie ist abzugrenzen von der klassischen Form des Home-Office, der Telearbeit. Telearbeit heißt: Der Arbeitgeber richtet im Privatbereich von Beschäftigten einen Arbeitsplatz mit der entsprechenden Ausstattung ein und regelt die Arbeit von zuhause arbeitsvertraglich oder im Rahmen einer Vereinbarung. Hierfür macht die Arbeitsstättenverordnung entsprechende Vorgaben.

Unter mobiler Arbeit sind Tätigkeiten zu verstehen, die außerhalb der Arbeitsstätte unter Nutzung von stationären oder tragbaren Computern oder anderen Endgeräten stattfinden und nicht zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten fest vereinbart sind. Solche Tätigkeiten umfassen auch das kurzfristig angesetzte Arbeiten in der eigenen Wohnung. Bei der Möglichkeit, während der Corona-Krise für einen begrenzten Zeitraum im Home-Office zu arbeiten, handelt es sich also – in der Regel – nicht um Telearbeit im Sinne der Arbeitsstättenverordnung, sondern um mobile Arbeit. Für mobile Arbeit gelten die allgemeinen Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes und des Arbeitszeitgesetzes, spezielle Regelungen wie bei der Telearbeit gibt es jedoch nicht.

In Ausnahmesituationen, wie jetzt im Rahmen der Corona-Krise, kann mobiles Arbeiten auch über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden.

Grundsätzlich gilt: Ein Unfall infolge einer versicherten Tätigkeit ist ein Arbeitsunfall und steht damit unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. 

Maßgeblich ist dabei nicht unbedingt der Ort der Tätigkeit, sondern die Frage, ob die Tätigkeit in einem engen Zusammenhang mit den beruflichen Aufgaben steht – das Bundessozialgericht spricht hier von der Handlungstendenz.

Das heißt zum Beispiel: Fällt eine Versicherte die Treppe hinunter und verletzt sich dabei, weil sie im Erdgeschoss die unterbrochene Internetverbindung überprüfen will, die sie für die dienstliche Kommunikation benötigt, wäre dieser Unfall versichert. Fällt sie hingegen die Treppe hinunter, weil sie eine private Paketsendung entgegennehmen will, wäre dies nicht versichert. Denn eigenwirtschaftliche – das heißt private – Tätigkeiten sind auch im Büro grundsätzlich nicht gesetzlich unfallversichert.

© pixabay.com/Isa GS
© pixabay.com/Isa GS

Die Abgrenzung zwischen versicherter und unversicherter Tätigkeit ist gerade im Home- Office nicht ganz einfach. Es stellt sich zum Beispiel die Frage, welche Wege im Home-Office versichert sind. Einige Urteile des Bundessozialgerichtes hat es dazu schon gegeben. So gelten die Wege zur Toilette oder zur Nahrungsaufnahme in der Küche als eigenwirtschaftliche Tätigkeiten und sind damit im Home-Office nicht versichert.

Zur Arbeit im Home-Office geben Berufsgenossenschaften und Unfallkassen folgende Tipps:

Wenn vorhanden, ist das heimische Arbeitszimmer mit Schreibtisch und Bürostuhl der beste Platz zum Arbeiten. Aber auch wenn der heimische Küchentisch als Lösung herhalten muss, können Beschäftigte die Arbeit sicher und entspannt gestalten:

  • Das Gerät so aufstellen, dass möglichst keine Fenster oder Lichtquellen sich darin spiegeln oder ins Gegenlicht geschaut werden muss. Tageslicht kommt am besten von der Seite.
  • Der Abstand zum Bildschirm sollte 50-70 cm betragen.
  • Separate Tastatur, Maus und wenn vorhanden auch einen separaten Bildschirm für Arbeiten am Notebook nutzen, da sie eine ergonomischere Arbeitshaltung ermöglichen.
  • Am besten schaut man entspannt von oben auf den Bildschirm herab, so als würde man ein Buch lesen. Für optimales Sehen sollte der Monitor so weit nach hinten geneigt sein, dass der Blick senkrecht auf den Bildschirm trifft. So ist sichergestellt, dass der Kopf beim Blick auf den Monitor leicht gesenkt ist, was Verspannungen vorbeugt.
  • Öfter die Sitzhaltung ändern und Bewegungspausen machen, um Verspannungen im Rücken vorzubeugen.

(Quelle: Presseinformation der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV))

Schlagworte

ArbeitsschutzCorona-HilfeCorona-KriseMobiles ArbeitenTelearbeitUnfallversicherungVersicherung

Verwandte Artikel

Die neue 3M Speedglas Schweißmaske G5-02 verfügt über eine Hellstufe der Tönung 2,5 und einen Automatik-Schweißfilter mit breitem Sichtfeld.
24.09.2020

Weltweit erster gebogener Automatik-Schweißfilter

Die 3M Speedglas Schweißmaske G5-02 ermöglicht Profi-Schweißern eine noch bessere Sicht. Der weltweit erste gebogene Automatik-Schweißfilter unterstützt mit einem extrabr...

Arbeitsschutz Gesundheitsschutz Lichtbogenschweißen PSA WIG-Schweißen Wolfram-Inertgasschweißen
Mehr erfahren
22.09.2020

Andreas Effing ist neuer Head of Sales DACH bei KEMPER

Andreas Effing ist neuer Head of Sales DACH bei der KEMPER GmbH. Ab sofort verantwortet der Branchenkenner die vertrieblichen Aktivitäten des Absaugtechnik-Spezialisten i...

Absaugtechnik Arbeitsschutz Filtration Gesundheitsschutz Schweißrauchabsaugung
Mehr erfahren
In der neuen Schweißerei von Kreyenborg sorgen zwei EcoCubes – montiert an den Außenwänden der 1.100 qm Halle – energieeffizient für saubere Luft beim Arbeiten.
21.09.2020

Effizienz und Arbeitsschutz im Einklang

TEKA hat ein individuelles Absaug- und Filterkonzept für neue Schweißerei des Maschinenbauers Kreyenborg realisiert. Dabei wurden die mobile und stationäre Absaugung komb...

Absaugung Arbeitsschutz Filtration Gesundheitsschutz Mobile Absaugung Stationäre Absaugung
Mehr erfahren
15.09.2020

Maschinenbau rechnet 2020 mit Produktionsrückgang

Die Corona-Pandemie sorgt im Maschinen- und Anlagenbau für große Investitionszurückhaltung. Darunter leidet die Produktion auch im zweiten Halbjahr.

Anlagenbau Corona-Krise Maschinebau Wirtschaft
Mehr erfahren
29.08.2020

Flexibles Arbeiten gut gestalten

Flexible Arbeitszeiten und Arbeitsorte liegen im Trend, führen aber nicht automatisch zu mehr Zufriedenheit. Eine neue Broschüre der BAUA unterstützt Arbeitgeber und -neh...

Arbeitsmedizin Arbeitsschutz Homeoffice
Mehr erfahren