Wir setzen unsere Serie fort, in der wir die nächste Generation von Schweißfachkräften vorstellen. In dieser Interviewreihe berichten junge Schweißer, wie sie zu diesem Beruf gekommen sind, welche Herausforderungen sie dabei gemeistert haben und was ihnen an ihrer Arbeit am besten gefällt. In dieser Ausgabe treffen wir Filippos Kapitoris, der zusammen mit seinen Teamkollegen aus Griechenland am Young Welding Competition auf der SCHWEISSEN & SCHNEIDEN in Essen teilgenommen hat.
Wie sind Sie zum Schweißen gekommen, und was hat Sie an diesem Beruf besonders fasziniert?
Filippos Kopitoris: Ich bin fast zufällig zum Schweißen gekommen, aber ich bin dabei geblieben, weil ich in diesem technischen Beruf eine echte Chance sah. Viele Jahre lang dachte man, dass handwerkliche Berufe aussterben würden, aber jetzt erlebt das Schweißen ein Comeback und ich wollte Teil dieser Renaissance sein. Was mich am meisten faszinierte, war die Erkenntnis, dass Schweißen nicht nur das Verschmelzen von Metall ist. Hinter jeder Schweißnaht steckt eine ganze Wissenschaft und gleichzeitig eine Form von Kunst. Je mehr ich lernte, desto mehr verstand ich, wie komplex und faszinierend es tatsächlich ist. Man muss sich mit Materialien, Wärmekontrolle, Sicherheit, Geometrie und verschiedenen Verfahren auskennen ... und dann kommt der Teil, in dem die eigenen Hände, die Konzentration und die Technik all dieses Wissen in etwas Reales verwandeln. Diese Kombination aus Präzision und Kreativität hat mich begeistert. Schweißen gibt einem die Möglichkeit, Dinge zu bauen, die Bestand haben, und jeden Tag kann man die Ergebnisse seiner Arbeit sehen. Das hat mich dazu bewogen, diesen Weg einzuschlagen, und es motiviert mich immer noch, mich weiter zu verbessern.n.
Was motiviert Sie am meisten an der Arbeit mit Metall und Schweißtechnologie?
Ich bin motiviert, Technologien zu verbessern, weil ich daran interessiert bin, Neues zu lernen und mich mit neuen Technologien auseinanderzusetzen.
Was motiviert Sie am meisten an der Arbeit mit Metall und Schweißtechnologie?
Was mich an der Arbeit mit Metall und Schweißtechnik am meisten motiviert, ist zu sehen, wie etwas so Solides und Hartnäckiges mit Geschick und Präzision geformt, verbunden und verwandelt werden kann. Es hat etwas Kraftvolles, aus Rohmaterialien durch Technik und Kontrolle etwas Funktionales, Starkes und Dauerhaftes zu schaffen. Jede Schweißnaht fühlt sich wie eine kleine Errungenschaft an: Man beginnt mit zwei getrennten Teilen und am Ende hat man eine einzige Struktur geschaffen, die Gewicht tragen, Druck standhalten oder sogar Teil eines viel größeren Projekts werden kann. Mich motiviert auch die ständige Weiterentwicklung der Schweißtechnik. Neue Verfahren, bessere Maschinen, fortschrittliche Materialien – es gibt immer etwas Neues zu lernen. Das macht die Arbeit spannend, denn es ist kein Routinejob, sondern ein Bereich, der handwerkliches Können mit technischem Wissen verbindet. Und ehrlich gesagt motiviert mich am meisten das Wissen, dass meine Arbeit wichtig ist. Schweißer helfen beim Bau von Schiffen, Brücken, Pipelines, Maschinen und anderen Dingen, auf die sich die Menschen täglich verlassen. Ein Teil davon zu sein, macht mich stolz und spornt mich an, mich weiter zu verbessern.
Gibt es ein Projekt oder einen Moment, auf den Sie besonders stolz sind?
Ein Moment, auf den ich bisher besonders stolz bin, war, als ich die Chance bekam, in den griechischen Werften zu arbeiten. Nach fast zehn Jahren der Untätigkeit erwachen die Werften endlich wieder zum Leben, und Teil dieser Wiederbelebung zu sein, ist ein unglaubliches Gefühl. Es ist nicht nur ein weiterer Arbeitsplatz, sondern ein Symbol dafür, dass die griechische Industrie wieder an Stärke gewinnt. Als ich das erste Mal die Werft betrat und einen Lichtbogen an einer echten Schiffsstruktur zündete, hatte ich das Gefühl, zu etwas beizutragen, das viel größer ist als ich selbst. Zu sehen, wie die Teams zusammenarbeiten, wie die Stahlplatten montiert werden, wie überall geschweißt wird ... das hat mich stolz gemacht, dass meine Fähigkeiten dazu beitragen können, einen Sektor wieder aufzubauen, der einst fast verloren war. Teil dieses neuen Kapitels für die griechischen Werften zu sein, ist eine meiner größten Motivationen bisher, und es ist ein Projekt, an das ich mich immer erinnern werde.
Wie sehen Sie die Zukunft des Schweißens – welche Chancen oder Veränderungen begeistern Sie am meisten?
Ich sehe die Zukunft des Schweißens als etwas wirklich Spannendes und voller Möglichkeiten. Die Branche verändert sich schnell durch neue Technologien, Automatisierung, Robotik und Projekte für sauberere Energie, und Schweißer stehen mitten in diesem Wandel. Was mich am meisten begeistert, ist, dass Schweißen nicht mehr nur als Handwerk angesehen wird. Es entwickelt sich zu einem Hightech-Beruf, in dem man nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch Kenntnisse im Umgang mit neuen Werkzeugen, Sensoren, digitalen Systemen und fortschrittlichen Materialien benötigt. Besonders spannend finde ich die neuen Projekte in den Bereichen erneuerbare Energien, Wasserstoffpipelines, Offshore-Anlagen und die Wiederbelebung großer Industrien wie dem Schiffbau. In all diesen Bereichen werden qualifizierte Schweißer mehr denn je gebraucht. Selbst mit Automatisierung und Robotern wird es immer einen Bedarf an Fachkräften geben, die sich mit Prozessen, Qualität und Sicherheit auskennen. Für mich sieht die Zukunft des Schweißens rosig aus: mehr Innovation, mehr Ausbildung, mehr Wachstumschancen. Als Teil dieser neuen Generation von Schweißern habe ich das Gefühl, in einen Bereich einzusteigen, der sich weiterentwickeln und noch viele Jahre lang neue Türen öffnen wird.
Wer oder was hat Sie auf Ihrem Weg als Schweißer am stärksten beeinflusst?
Was mich auf meinem Weg als Schweißer am meisten beeinflusst hat, ist eine Kombination aus zwei Dingen: die „Magie“ des Schweißens selbst und das Umfeld, in dem ich aufgewachsen bin. Das Schweißen hat mich schon immer fasziniert, die Vorstellung, dass man mit Hitze, Licht und Präzision etwas Starkes und Dauerhaftes schaffen kann, erscheint mir immer noch fast magisch. Jedes Mal, wenn ich einen Lichtbogen zünde, werde ich daran erinnert, warum ich diesen Weg eingeschlagen habe. Gleichzeitig spielte auch mein Umfeld eine große Rolle. Ich bin in einem Industriegebiet aufgewachsen, wo Fabriken, Werften und Werkstätten zum Alltag gehörten. Es war normal, große Bauwerke, Metallarbeiten und Menschen in technischen Berufen zu sehen. Auch in meiner Familie gibt es viele technische Fachleute, sodass ich schon von klein auf Geschichten über Technik, Maschinen und das Bauen mit den eigenen Händen hörte. In dieser Atmosphäre war das Schweißen für mich eine natürliche Entscheidung, fast so, als würde ich eine Tradition fortsetzen. All das zusammen hat mich zu dem gemacht, was ich heute als Schweißer bin.
Welchen Rat würden Sie anderen jungen Menschen geben, die über eine Karriere im Schweißen nachdenken?
Mein Rat an junge Menschen, die eine Karriere im Schweißbereich in Betracht ziehen, ist einfach: Habt keine Angst davor, anzufangen. Schweißen mag auf den ersten Blick schwierig erscheinen, aber sobald man die Grundlagen verstanden hat und beginnt, seine Fähigkeiten auszubauen, erkennt man, wie viele Möglichkeiten dieser Beruf bietet. Es ist ein Bereich, in dem sich die eigene Anstrengung wirklich auszahlt: Je mehr man übt, desto besser wird man und desto mehr Türen öffnen sich einem. Denken Sie auch daran, dass Schweißen nicht nur eine manuelle Tätigkeit ist. Es ist gleichzeitig eine Wissenschaft und eine Kunst. Wenn Sie neugierig, geduldig und lernbereit sind, können Sie sich eine Karriere aufbauen, die Sie überall hinführt, von Werften und Pipelines bis hin zu modernen Industrien wie Wasserstoff, erneuerbaren Energien und fortschrittlicher Fertigung. Und schließlich sollten Sie sich gute Lehrer suchen und auf erfahrene Schweißer hören. Ihre Ratschläge können Ihnen Jahre des Ausprobierens ersparen. Schweißen kann Ihnen Stabilität, Stolz und eine Zukunft geben, aber nur, wenn Sie das Handwerk respektieren und sich jeden Tag weiter verbessern.
Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben und Ihre Einblicke mit uns teilen.
Schlagworte
HandwerkJugend schweißtSchweißenSCHWEISSEN & SCHNEIDENSchweißerWettbewerbYoung Welders Competition