Wirtschaft
© pixabay.com/skeeze
17.03.2020

Gespaltene Konjunktur im Metallhandwerk

Gespaltene Konjunktur im Metallhandwerk

Die aktuelle Konjunkturumfrage zeigt für die baunahen Metallbaubetriebe einerseits und die zulieferstarken Feinwerkmechanik-Betriebe andererseits eine gravierend unterschiedliche konjunkturelle Lage. Die Umfragezahlen stammen aus der Umfrage Anfang Januar 2020 und berücksichtigen nicht die Sondereffekte durch den Ausbruch des Corona-Virus.

Metallbau profitiert nach wie vor von der Lage am Bau

Die im Bau- und Ausbaubereich tätigen Metallbau-Unternehmen profitieren nach wie vor von der guten Auftragslage in der Baubranche. Sie bleibt auf kürzere Sicht der Motor für die positive Entwicklung des Metallbaugewerbes. Bei den Aussichten für das erste Halbjahr 2020 gehen 60 Prozent der baunahen Metallbauer von einer unveränderten wirtschaftlichen Situation aus, der Anteil Optimisten liegt bei gut 20 Prozent, die der Pessimisten beträgt bei den Metallbauern 8 Prozent. Diese Stimmung spiegelt sich auch bei den geplanten Investitionen wider: etwa die Hälfte der Metallbauer planen für 2020 größere Investitionen. Von Auftragsmangel ist nicht viel zu spüren. Lediglich jedes achte Unternehmen identifiziert diesen Bereich als ein Problemfeld 2020. Der Fachkräftebedarf ist unverändert hoch und führt die Liste der genannten Schwierigkeiten erneut an. Die Unternehmen bleiben gefordert, ihre Prozesse weiter zu optimieren und dabei die Möglichkeiten der Digitalisierung intensiv zu nutzen.

Feinwerkmechanik: Zulieferer unter Druck

Ganz anders das Bild im mitarbeiterstarken Bereich der Feinwerkmechanik. Annähernd sechs von zehn Feinwerkern sehen den Auftragsmangel als die zentrale Herausforderung für die kommenden Monate. Damit hat diese den Fachkräftemangel von der Topposition verdrängt – dieser wird lediglich noch von jedem zweiten Unternehmen benannt. Betriebe der Feinwerkmechanik blicken mit großer Sorge auf das internationale Geschehen. Handelsrisiken und wegbrechende Auftragseingänge bei den Automobilzulieferern werden aktuell zusätzlich durch die Effekte des Corona-Virus auf die internationale Wertschöpfungskette belastet. Das schlägt ungebremst auf das Geschäft der feinwerkmechanischen Zulieferer durch.

„Zu den von der Wirtschaft geforderten und von der Bundesregierung in Aussicht gestellten Überbrückungshilfen müssen die zuliefernden Handwerksbetriebe unbürokratischen Zugang wie in 2008 bekommen“ unterstreicht BVM-Hauptgeschäftsführer Markus Jäger die aktuellen Forderungen der Feinwerkmechanik-Betriebe. „Hierzu zählen insbesondere Kurzarbeitergeld, Steuersenkungen oder bessere Abschreibungsregeln”.

(Quelle: Presseinformation des Bundesverbandes Metall)

Schlagworte

AnlagenabuFeinwerkmechanikMaschinenbauMetallbauMetallhandwerk

Verwandte Artikel

Blitzsaubere Sichtnähte an Handläufen in der Edelstahlwerkstatt.
06.07.2020

Alles aus einer Hand

Fronius International besuchte das Bauunternehmen Huter und Söhne in Innsbruck. In der hauseigenen Schlosserei gibt es zehn fest installierte Schweißplätze sowie mobile S...

Aluminium Edelstahl Metallbau Schweißtechnik Stahl WIG-Schweißen Wolfram-Inertgasschweißen
Mehr erfahren
03.07.2020

VDMA: „Ausbildungsprämie hilft nur sehr begrenzt“

Die Ausbildungsprämie der Bundesregierung vernachlässigt nach Ansicht des VDMA die Ausbildungsanstrengungen größerer Mittelständler. Der Grund: Die geförderten Unternehme...

Anlagenbau Ausbildung Fachkräftequalifizierung Fachkräftesicherung Maschinenbau
Mehr erfahren
24.06.2020

Maschinenbau-Studie zur Zukunftssicherheit der Branche

Der Maschinenbau leidet unter den Folgen von COVID-19, die Ursachen für die Probleme liegen aber tiefer. In einer INFORM-Studie zeichnen Fach- und Führungskräfte ein klar...

Anlagenbau Digitaler Zwilling Digitalisierung Künstliche Intelligenz Maschinenbau Produktionsmanagement Produktionsplanung Smart Factory
Mehr erfahren
Schweißen
17.06.2020

Call for Papers: „Schweißen in der maritimen Technik und im Ingenieurbau“

Am 28. und 29. April 2021 findet in Hamburg die 20. Tagung „Schweißen in der maritimen Technik und im Ingenieurbau“ statt. Der Call for Papers für die Tagung läuft bis zu...

Anlagenbau Brückenbau Maritime Technik Maschinenbau Offshore-Windenergie Schiffbau Stahlbau
Mehr erfahren
23.04.2020

umati wird zur Weltsprache der Produktion

Künftig werden VDMA und VDW die Nutzung und Verbreitung von OPC UA Standards für den gesamten Maschinenbau unter der Marke umati gemeinsam voranbringen.

Digitalisierung Industrie 4.0 Maschinenbau Produktion Vernetzung
Mehr erfahren