Award
Gruppenbild aller WGP-Mitglieder und Wettbewerbsteilnehmenden in den Räumen der ABB AG, Friedberg - © Tobias Kaufmann, RWTH Aachen
21.11.2025

Ingenieur-Nachwuchs mit innovativen Konzepten gewinnen

Auf der diesjährige Herbsttagung der WGP (Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik) wurden erstmals die Gewinner des NextGen Engineering Trophy Award gekürt. Die WGP hatte Fachschaften deutscher Universitäten aufgerufen, innovative Konzepte einzureichen, um Schülerinnen und Schüler für die Ingenieurwissenschaften, insbesondere den Maschinenbau zu begeistern.

„Die Studierenden haben beeindruckende Ergebnisse eingereicht und die Entscheidung fiel nicht leicht“, so Prof. Michael Zäh, Präsident der WGP. „Den Wettbewerb haben wir sehr bewusst an Studierende gerichtet, denn sie sind der Lebenswelt der Schulabgänger und -abgängerinnen noch sehr nah. Sie sprechen die Jugendlichen auf Augenhöhe an – und nur so können wir Begeisterung für unsere Fachgebiete wecken.“

Das Problem des Nachwuchsmangels ist schon länger bekannt. Über Jahre hinweg ist die Zahl der Studienanfänger in den Ingenieurwissenschaften kontinuierlich zurückgegangen. „Es ist höchste Zeit, junge Menschen wieder vermehrt für technische Berufe zu begeistern. Auch unsere Industrie benötigt dringend Nachwuchs“, erläutert Michael Zäh. „An unserer Industrie, dem produzierenden Gewerbe hängt schließlich auch der Wohlstand unseres Landes.“

Das Projekt Influencer-Erstis überzeugt

Aus allen Einsendungen wurden fünf Konzepte ausgewählt und deren Verfasser zu einem Pitch auf der Herbsttagung eingeladen. Nach den jeweils siebenminutigen Präsentationen der Ideen kürten die WGP-Mitglieder die beiden Siegerteams. Ein Preis ging an das Konzept der Fachschaft Maschinenbau / Chemieingenieurwesen (Mach/CIW) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

„Viele Schülerinnen und Schüler wissen nicht, dass es den Studiengang Maschinenbau gibt, geschweige denn dass sie wissen, wie vielseitig er ist und welche Entwicklungsmöglichkeiten diese Ausbildung bietet“, sagten Lorenz Neumann und Emilio Ruiz Quincke, die das Projekt präsentierten. Um sie darüber zu informieren böte es sich an, die Kanäle zu nutzen, die 16- bis 29-Jährige täglich verwenden: Social-Media. Influencer hätten hier einen sehr großen Einfluss auf Jugendliche – und so wurde die Idee der Influencer-Erstis geboren. 

Übergabe des NextGen Engineering Trophy Award an das Team des Karlsruher Instituts für Technologie (v.l.n.r. Prof. Michael Zäh, Emilio Ruiz Quincke, Lorenz Neumann, Prof.in Kirsten Bobzin, Prof. Thomas Bergs) - © Tobias Kaufmann, RWTH Aachen
Übergabe des NextGen Engineering Trophy Award an das Team des Karlsruher Instituts für Technologie (v.l.n.r. Prof. Michael Zäh, Emilio Ruiz Quincke, Lorenz Neumann, Prof.in Kirsten Bobzin, Prof. Thomas Bergs) © Tobias Kaufmann, RWTH Aachen

Gesucht werden nun Studierende mit Social-Media-Affinität – die notwendige Ausrüstung wird zur Verfügung gestellt. Als Corporate Influencer sollen sie kurze Videos zur Bewerbung des eigenen Studiengangs entwickeln. Dabei sollen die Beiträge den Studienalltag authentisch wiedergeben und das Studienfach niederschwellig vorstellen.

Die Anwerbung potenzieller Influencer-Erstis soll im Juli 2026 beginnen. Alle interessierten Hochschulen können das Konzept im Open-Source-Sinne für sich verwenden.

RoboRangler sind ebenfalls dabei

Das zweite prämierte Team präsentierte das Projekt RoboRangeln, das 2023 von Studierenden initiiert wurde. Die Teilnehmenden entwickeln ihre eigenen Roboter und treten dann in Gruppen gegeneinander an. Solche Fight Nights finden mittlerweile jährlich statt und werden auf der Streamingplattform Twitch live übertragen. Michael Ketler und Jonas Schweizer von der Fachschaft Maschinenbau / Mechatronik von der TH Ostwestfalen-Lippe (TH OWL), die das Konzept vorstellten, wollen nun auch Schüler der Sekundarstufe II in das Projekt einbinden. Seitens der Schulen aus der Region gebe es großes Interesse, sich am RoboRangeln zu beteiligen. Mittels Crash-Kursen und Workshops können sie vorgefertigte Roboter-Bausätze zusammensetzen und werden dabei durch Studierende begleitet.

Ketler und Schweizer denken aber noch weiter: „Die
Teamanzahl beim RoboRangeln ist nicht begrenzt, so dass auch andere Hochschulen und Universitäten eingeladen werden können“, sagen sie mit Blick in die Zukunft. Und die Kursinhalte lassen sich längerfristig über die Sekundarstufe II hinaus auch an andere Altersgruppen und Skill-Levels anpassen. Nicht zuletzt lässt sich das Ganze digital mithilfe von Online-Kursen und Livestreams der Wettbewerbe erweitern. Und natürlich ließe sich die Methodik auf weitere MINT-Themen übertragen.

Übergabe des NextGen Engineering Trophy Award an das Team der TH Ostwestfalen-Lippe (v.l.n.r. Prof. Michael Zäh, Jonas Schweizer, Michael Ketler, Prof.in Kirsten Bobzin, Prof. Thomas Bergs) - © Tobias Kaufmann, RWTH Aachen
Übergabe des NextGen Engineering Trophy Award an das Team der TH Ostwestfalen-Lippe (v.l.n.r. Prof. Michael Zäh, Jonas Schweizer, Michael Ketler, Prof.in Kirsten Bobzin, Prof. Thomas Bergs) © Tobias Kaufmann, RWTH Aachen
Preisgelder in Weiterentwicklung investieren

Der Preis für die Gewinnerteams beträgt jeweils 5.000 Euro – die Siegerehrung erfolgte am Abend des gleichen Tages. Die Preisgelder wollen beide Gruppen in die Weiterentwicklung ihrer Konzepte investieren. Beide Siegergruppen werden auf der kommenden WGP-Frühjahrstagung Anfang Mai über die Fortschritte in ihren Projekten berichten.

(Quelle: Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik e.V.)

Schlagworte

InfluencerIngenieurMaschinenbauNachwuchsförderungProduzierende IndustrieRoboterSocial Media

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