Wirtschaft
© stock.adobe.com/gopixa
13.08.2023

Mittelständische Industrie rutscht weiter in die Abstiegszone

Schwache erste Halbzeit 2023: Mittelständische Industrie rutscht weiter in die Abstiegszone

Der industrielle Mittelstand hat die erste Halbzeit 2023 hinter sich und rutscht weiter Richtung Abstiegszone. „Die Produktion ging von Januar bis Juni gegenüber 2022 um 1,9 Prozent zurück, vier von 14 Branchen schlittern zweistellig ins Minus, jedes zweite Unternehmen fürchtet eine weitere Verschlechterung“, bilanziert Holger Ade vom Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM).

Der Verband spricht für rund 5.000 meist mittelständische Industrieproduzenten und fordert die Politik auf, eine zukunftsweisende, verlässliche, transparente Strategie einzuschlagen, die Unternehmen wieder Sicherheit gibt: „Unsere Branchen brauchen u. a. einen hürdenlosen, für alle Betriebe zugänglichen Industriestrompreis. Und ein Wachstumschancengesetz, das echte Steuerentlastungen bringt“, betont WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer.

Nachfrage sinkt, Herausforderungen toxisch

Während die Automobilindustrie wieder ins Spiel kommt, bleiben ihre Zulieferer draußen. Die Nachfrage sinkt, nur knapp 27 Prozent der Teilnehmer einer WSM-Umfrage halten ihre Lage für gut, ein Viertel für schlecht, die andere Hälfte ringt sich ein „Befriedigend“ ab. Optimistisch sind nur noch 7,8 Prozent, 47 Prozent der mittelständischen Industrieunternehmen schauen mit Sorge nach vorn. „Der Cocktail an Herausforderungen wirkt toxisch: Die Politik will die Transformation erzwingen und beschleunigen. Sie fordert ausufernde Berichts- und Nachweispflichten. Und sie tut nichts gegen weiterhin zu hohe Energiekosten. Um das Spiel herumzureißen, müssen die Verantwortlichen an diesen Punkten ansetzen“, unterstreicht Holger Ade.

„Nur vertrauensbildende Strategie kann industriellen Mittelstand vor Abstieg bewahren“

Die zweite Halbzeit 2023 wird viel entscheiden. Der Erfolg des industriellen Mittelstands – Spielmacher des deutschen Wohlstands – hängt vom politischen Handeln ab: Die Stahl und Metall verarbeitenden Unternehmen brauchen einen hürdenlosen Industriestrompreis für alle. Und sie brauchen das Wachstumschancengesetz, zu dem das Bundesfinanzministerium bereits einen Entwurf vorgelegt hat. Es zielt auf Investition und Innovation, Steuervereinfachung und -fairness ab. „Nur mit einer vertrauensbildenden Strategie kann die Politik den industriellen Mittelstand vor dem Abstieg bewahren und am Standort halten“, betont Christian Vietmeyer.

(Quelle: Presseinformation des Wirtschaftsverbandes Stahl- und Metallverarbeitung (WSM))

Schlagworte

AutomobilindustrieKonjunkturMittelstandWirtschaftWirtschaftsstandort DeutschlandZulieferer

Verwandte Artikel

07.03.2026

8. Joining Smart Technologies Konferenz

Am 20. und 21. Mai 2026 findet die achte Internationale Automobilkonferenz statt. Hauptthemen sind Nachhaltigkeit, Internationalisierung in herausfordernden Zeiten und de...

Automobilbau Automobilindustrie Fügeprozesse Fügetechnik KI Konferenz Künstliche Intelligenz Nachhaltigkeit
Mehr erfahren
26.02.2026

Elektronenstrahlschweißtechnik für Statoren von Elektromotoren

Cambridge Vacuum Engineering nimmt an der Coiltech Deutschland 2026 teil, um seine Elektronenstrahlschweißlösungen zu präsentieren. Die Messe findet vom 25. bis 26. März...

Aluminium Automobilindustrie Elektromotoren Elektronenstrahlschweißen Fertigungsprozesse Generatoren Kupfer Schweißen Schweißtechnik
Mehr erfahren
19.02.2026

Haftung von Verbundwerkstoffen mit Plasmatechnologie

Auf der JEC World 2026 präsentiert die Plasmatreat GmbH vom 10.-12. März 2026 in Paris seine Plasmatechnologie für die industrielle Vorbehandlung von Verbundwerkstoffen.

Automobilindustrie Klebstoffe Luft- und Raumfahrt Oberflächenbehandlung Plasma Plasmatechnologie Qualitätssicherung Verbundwerkstoffe
Mehr erfahren
18.02.2026

Wirtschaftliche Lage in Deutschland im Februar 2026

Aktuelle Indikatoren deuten nach einer leichten Belebung im vierten Quartal 2025 auf eine fortgesetzte konjunkturelle Erholung zu Jahresbeginn hin.

Arbeitsmarkt Inflation Insolvenz Konjunktur Produzierende Industrie
Mehr erfahren
Marcel Riethmüller, Geschäftsführer bei ecogreen
14.02.2026

Energieeffizienz-Chancen greifbar machen

Häufig bleiben Fördermittel und Chancen auf Fördermittel zur Steigerung der Energieeffizienz ungenutzt. Marcel Riethmüller, Geschäftsführer von ecogreen, zeigt Unternehme...

Antragstellung Energieeffizienz Energiekosten Energiewende Fördermittel Förderprogramm KMU Nachhaltigkeit Wirtschaft
Mehr erfahren