Trendthema
© pixabay.com/akitada31
15.11.2021

Reallabor macht Stahlproduktion dank Wasserstoff nachhaltiger

Reallabor macht Stahlproduktion dank Wasserstoff nachhaltiger

Mit H2Stahl geht am größten europäischen Stahlstandort in Duisburg ein Reallabor der Energiewende an den Start. Das Projekt erprobt den Einsatz von Wasserstoff in der Stahlproduktion, um CO2-Emissionen zu reduzieren und damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. In den kommenden fünf Jahren wollen die Projektpartner Wasserstoff bei der Herstellung von Roheisen im Hochofen einsetzen. So sollen mittelfristig die CO2-Emissionen um bis zu 20 Prozent reduziert werden. Auch will das Konsortium an weiteren Tests arbeiten, um künftig auch eine vollständig CO2-freie Stahlproduktion zu ermöglichen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Reallabor der Energiewende mit rund 37 Millionen Euro.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier: „Wasserstoff ist der Schlüssel für eine grüne Stahlproduktion und für die erfolgreiche nachhaltige Transformation der Branche. Projekte wie das Reallabor der Energiewende H2Stahl gehen erste wichtige Schritte auf diesem Weg und tragen dazu bei, dass die deutsche Stahlindustrie nicht nur klimafreundlich wird, sondern auch zukünftig wettbewerbsfähig bleibt. Ich habe mich darum früh dafür eingesetzt, dass Deutschland mit diesen innovativen Ansätzen eine führende Rolle einnehmen kann.“

Am Stahlstandort Duisburg arbeiten an dem Projekt die drei Konsortialpartner von H2Stahl, thyssenkrupp Steel Europe AG, AIR LIQUIDE Deutschland GmbH sowie die VDEh-Betriebsforschungsinstitut GmbH. Im laufenden Betrieb soll erprobt werden, wie Wasserstoff Kohle als Reduktionsmittel bei der Roheisenherstellung im Hochofen ersetzen kann. Roheisen ist ein Vorprodukt, das für etwa 70 Prozent des deutschen Stahls genutzt wird. Parallel will das H2Stahl-Team die Direktreduktion demonstrieren. Diese Alternativtechnologie zum Hochofen soll zukünftig mit reinem Wasserstoff arbeiten können. Damit ausreichend Wasserstoff zur Verfügung steht, baut das Konsortium zudem die Pipeline-Infrastruktur vor Ort aus.

Die Reallabore der Energiewende sind eine Fördermaßnahme des BMWi im 7. Energieforschungsprogramm. Gefördert werden Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die neue Technologien und Lösungen für die Energiewende erarbeiten und unter realen Bedingungen im industriellen Maßstab, also in der Praxis erproben.

Mehr Informationen zu H2Stahl und ein ausführliches Projektporträt finden Sie hier.

(Quelle: Presseinformation des BMWi – Bundesministerium für Wirtschaft und Energie)

Schlagworte

EnergiewendeNachhaltigkeitStahlproduktionWasserstoff

Verwandte Artikel

Kay André Weidenmann, Leiter des Forschungsbereichs Polymer Engineering am Fraunhofer ICT in Pfinztal
14.10.2026

Prof. Dr.-Ing. Kay André Weidenmann ist neuer Leiter am Fraunhofer ICT

Prof. Dr.-Ing. Kay André Weidenmann ist seit 1. Oktober 2026 Leiter des Forschungsbereichs Polymer Engineering am Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT in Pfi...

Digitalisierung Forschung Fügen von Kunststoffen Joining Plastics JP Kunstsofftechnik Nachhaltigkeit Polymere Resilienz Werkstofftechnik
Mehr erfahren
Additiv gefertigtes Einspritzsystem für die saubere Verbrennung alternativer und fossiler Kraftstoffe in Gasturbinen.
10.10.2026

Saubere Gasturbinen aus dem 3D-Drucker

Gemeinsam mit zwei anderen Forschenden entwickelt Dr. Fabian Hampp, Nachwuchsgruppenleiter am Institut für Verbrennungstechnik der Luft- und Raumfahrt (IVLR) der Universi...

3D-Druck Additive Fertigung Brennstoffe EFuels Gasturbinen Injektor Laser Powder Bed Fusion Metallpulver Verbrennungstechnik Wasserstoff
Mehr erfahren
Jan Birkemeyer, Präsident Deutscher Stahlbau-Verband
08.10.2026

Deutscher Stahlbautag 2026 – Impulse für die Zukunft

Der Deutsche Stahlbautag brachte am 17. und 18. September 2026 in Bielefeld Fachleute aus Stahlbau, Planung, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Zwei Tage lang standen...

Digitalisierung Forschung Mittelstand Nachhaltigkeit Stahl Stahlbau Stahlbautag Transformation Wirtschaftstsandort Deutschland Wissenschaft
Mehr erfahren
Die Wasserstofftankstelle von Guttroff in Dettelbach bei Würzburg.
07.10.2026

Die klimafreundliche Alternative zu Acetylen und Propan

Die Autogentechnik blickt wie das Unternehmen Guttroff auf eine über hundertjährige Geschichte zurück und ist beim Brennschneiden, Anwärmen, Richten und Löten nach wie vo...

Anwärmen Autogentechnik Brenngas Brennschneiden Emmissionen Grüner Wasserstoff Löten Richten Wasserstoff
Mehr erfahren
Prof. Dr. Gernot Hochleitner hat seit April 2026 die Professur für ressourceneffiziente Produkt- und Prozessentwicklung an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena inne. Zuvor leitete er am SKZ die Forschungsgruppe thermische Fügetechnologien mit Schwerpunkt auf Kunststoffschweißverfahren und Direktfügen.
01.10.2026

Nachhaltige Kunststofffügetechnik an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena

Die Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH Jena) stärkt Forschung und Lehre rund um ressourceneffiziente Produktionsprozesse und nachhaltige Kunststofftechnik. Seit dem 1. April...

Fügen von Kunststoffen Joining Plastics JP Kunststoffe Kunststofffügen Leichtbau Nachhaltigkeit Polymere Produktionskreislauf Produktionsprozesse Ressourceneffizienz Rezyklate
Mehr erfahren