Regelwerke
© pixabay.com/Michal Jarmoluk
27.02.2021

Revision der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG

Revision der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG

Der Wandel der Arbeitswelt wird maßgeblich durch die Digitalisierung beschleunigt und gestaltet. Mit der Digitalisierung verändern sich nicht nur die Tätigkeiten und Arbeitsabläufe, sondern auch die Arbeitsmittel. In diesem Zusammenhang steht die im Jahr 2015 durch die Europäische Kommission angestoßene Revision der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG.

Die Maschinenrichtlinie regelt grundlegende Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen an Maschinen. Ziel der Überarbeitung sind eine bessere Rechtsklarheit und Anwenderfreundlichkeit. Hierbei werden auch neue Technologien berücksichtigt, wie beispielsweise Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit.

Konkret heißt das, dass beispielsweise überall dort, wo Maschinen mit dem Internet verbunden sind auch sichergestellt wird, dass Schadsoftware aus dem Internet die Sicherheit von Maschinen nicht negativ beeinflusst und Personen gefährdet. Neue Technologien, wie Künstliche Intelligenz können auch zu einem Anstieg des Sicherheitsniveaus beitragen. Ein Beispiel aus der Praxis wäre der innerbetriebliche Verkehr von Gabelstablern. Durch den Einsatz von KI könnten Personen zukünftig noch besser erkannt und damit Unfälle vermieden werden.

Staatssekretär Björn Böhning bekräftigt die Wichtigkeit der laufenden Revision: „Die Maschinenrichtlinie klingt zunächst wie ein abstrakter Bestandteil der europäischen Rechtssetzung. Änderungen in der Maschinenrichtlinie werden jedoch für uns alle spürbar sein. Mit der Richtlinie werden Anforderungen an komplexe Maschinen, aber auch an alltägliche Geräte, wie Bohrmaschinen und Stichsägen geregelt. Somit ist die Maschinenrichtlinie gleichermaßen für den Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern wie auch von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern von großer Bedeutung. Daher werden wir uns dafür einsetzen, dass mit der neuen Maschinenrichtlinie die Potenziale der neuen Technologien bestmöglich genutzt werden können, insbesondere mit Blick auf die Sicherheit. Letztendlich werden nur sichere Maschinen am Markt erfolgreich sein.“

© pixabay.com/Gerd Altmann
© pixabay.com/Gerd Altmann

Die Europäische Kommission hat ihren Vorschlag für eine neue EU-Maschinenverordnung für Ende März 2021 angekündigt.

Grundsätzlich setzt sich das BMAS dafür ein, dass die Arbeitswelt auch in Zeiten zunehmender Digitalisierung sicher bleibt und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von neuer Technik profitieren, indem letztendlich das Sicherheitsniveau gesteigert wird. Das BMAS hat mit seiner federführenden Zuständigkeit für das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) und die dazugehörige Neunte Verordnung zum ProdSG (Maschinenverordnung – 9. ProdSV)  bereits im bisherigen Prozess eine aktive Rolle eingenommen. Mit beiden Rechtsvorschriften wird die Maschinenrichtlinie in nationales Recht umgesetzt.

Da sich das Thema „Künstliche Intelligenz“ nicht nur auf den Sektor „Maschinen“ beschränkt, ist die Europäische Kommission zusätzlich dabei, einen horizontalen Rechtsakt für KI auszuarbeiten. Vor diesem Hintergrund ist für Staatssekretär Björn Böhning wichtig: „Die zeitgleiche Ausarbeitung der zukünftigen Maschinenverordnung und des horizontalen Rechtsaktes für KI bietet die Chance auf einen konsistenten sowie europaweiten Rechtsrahmen. Dies ist besonders wichtig, da Rechtsunsicherheiten sich negativ auf die Sicherheit von Maschinen und uns menschlichen Nutzerinnen und Nutzern auswirken können. In diesem Prozess kommt dem BMAS eine zentrale Rolle zu. Unser Ziel ist und bleibt eine menschenzentrierte Digitalisierung.“

(Quelle: Presseinformation des BMAS –Bundesministerium für Arbeit und Soziales)

Schlagworte

CybersicherheitDigitalisierungKIMaschinenrichtlinie

Verwandte Artikel

Gründerteam: v.l.n.r. Manuel Belke, Oliver Petrovic und Christoph Susen
11.05.2026

Ausgründung aus dem WZL bringt KI-Robotik in die industrielle Anwendung

Mit der Gründung der Athenyx Robotics GmbH entsteht ein neues Technologieunternehmen aus dem Umfeld des Werkzeugmaschinenlabors WZL der RWTH Aachen University.

Automatisierung Industrie KI KI-Robotik Künstliche Intelligenz Produktionstechnik Robotik Softwarelösung Start-up Werkzeugmaschinen
Mehr erfahren
08.05.2026

Automation Day 2026

Am 18. Juni 2026 findet im Zentrum für Anwendungstechnik (ATC) in Hamm der Automation Day 2026 by voestalpine Böhler Welding statt.

Arbeitssicherheit Automatisierung Digitalisierung Fülldrähte MAG-Schweißen Roboterschweißen Schweißdraht Schweißen Schweißrauchminderung Serienfertigung
Mehr erfahren
06.05.2026

Wissenstransfer-Tage: Mutige Prozesse in der Fertigungstechnik als Wendepunkt

Von Innovationshemmnissen zu mutigen Prozessen für Flexibilität, Stabilität und Nachhaltigkeit im Fahrzeugbau. Damit beschäftigen sich die nächsten Wissenstransfer-Tage v...

Autonome Systeme Digitalisierung Elektrifizierung Elektromobilität Fahrzeugbau Fertigungsprozesse Fertigungstechnik Kreislaufwirtschaft Mobilität Nachhaltigkeit Wissenstransfer
Mehr erfahren
29.04.2026

Forschungsbeirat stellt Strategiepapier mit Zielbild für die Industrie 4.0 im Jahr 2035 vor

Der Forschungsbeirat stellt Strategiepapier mit Zielbild für die Industrie 4.0 im Jahr 2035 vor. Vier Roadmaps geben Orientierung für Forschungs- und Entwicklungsbedarfe.

Digitalisierung Entwicklung Forschung Industrie 4.0 Industriestandort Deutschland Nachhaltigkeit Smart Factory Wertschöpfung Wettbewerbsfähigkeit Wissenschaft
Mehr erfahren
28.04.2026

Treffpunkt für das Metallhandwerk

Am 21. Mai 2026 findet die nächste metall-messe.net in der Autalhalle in Niedernhausen bei Wiesbaden statt.

Digitalisierung Handwerk Hochfester Stahl Metall Metallbau Metallbranche Metallhandwerk Nachwuchsförderung Produktionsprozesse
Mehr erfahren