Kommentar
© AdobeStock/phonlamaiphoto
05.07.2019

Statement zur Erhöhung der Quoten der Safeguard-Maßnahmen

Zum 1. Juli 2019 wurden die Zollkontingente (zollfreie Importmengen) der Safeguard-Maßnahmen der EU um fünf Prozent erhöht. Bereits im Februar hatte die Europäische Kommission eine Erhöhung dieser Quoten um fünf Prozent veranlasst. Aus Sicht der Stahlindustrie sind die Maßnahmen in ihrer jetzigen Form nicht geeignet, die massiven Handelsumleitungen von Stahl in den europäischen Markt wirkungsvoll zu begrenzen und die Stahlunternehmen in der EU vor Schaden zu bewahren.

Dazu Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl:

„Die erneute Lockerung der Safeguard-Maßnahmen ist eine äußerst schlechte Nachricht für die Stahlunternehmen in Deutschland und der EU. Das ohnehin schon löchrige Schutzklauselsystem wird dadurch weiter erheblich geschwächt. Im Rahmen des nun anstehenden Überprüfungsverfahrens muss sich die Bundesregierung dafür einsetzen, dass diese Fehlentwicklungen von der Europäischen Kommission korrigiert und auch die anderen Konstruktionsfehler bei der Ausgestaltung der Maßnahmen behoben werden. Die Stahlindustrie in Deutschland und Europa braucht dringend einen wirksamen Schutz vor den Umleitungseffekten des US-amerikanischen Protektionismus.“

Hintergrund

In Folge der Einführung eines pauschalen Wertzolls von 25 Prozent auf alle Stahlimporte durch die US-Regierung am 8. März 2018 ist es zu massiven Handelsumleitungen in den freien und ungeschützten EU-Markt gekommen. Um die EU vor einer Schädigung zu schützen, führte die EU-Kommission am 23. Juli 2018 vorläufige Safeguard-Maßnahmen ein. Diese stehen im Einklang mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) und haben das alleinige Ziel, die Verwerfungen aus den US-Maßnahmen im europäischen Markt einzugrenzen. Seit dem 2. Februar 2019 gelten für die Stahlindustrie endgültige Safeguard-Maßnahmen. Diese haben eine Laufzeit bis Juli 2021. 

(Quelle: Pressemitteilung der Wirtschaftsvereinigung Stahl)

Schlagworte

ExportHandelImportStahlWirtschaft

Verwandte Artikel

08.04.2020

Warnvermerk für die DIN EN 1993-1-6 „Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten“

Der Beuth-Verlag hat einen Warnvermerk für die DIN EN 1993-1-6 „Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten – Teil 1-6: Festigkeit und Stabilität von Schalen“ herausgegebe...

Bemessung Konstruktion Normung Stahl Stahlbauten
Mehr erfahren
02.04.2020

Studie zeigt Auswirkungen der Corona-Krise auf das Handwerk

Eine aktuelle Studie des Ludwig-Fröhler-Instituts kommt zu dem Ergebnis, dass die angeschobenen Änderungen im Insolvenzrecht zum Erhalt von Unternehmen und Arbeitsplätzen...

Corona-Krise Handwerk Wirtschaft
Mehr erfahren
von links nach rechts: Armin Schlenk (Vorsitzender IFR Marcom Group), Milton Guerry (neuer IFR-Präsident) und Susanne Bieller (IFR-Generalsekretärin)
31.03.2020

International Federation of Robotics wählt Milton Guerry zum neuen Präsidenten

Milton Guerry von Schunk USA wurde zum neuen Präsidenten der IFR gewählt. Klaus König von Kuka Robotics ist neuer Vizepräsident.

Automatisierung Roboter Robotik Wirtschaft
Mehr erfahren
29.03.2020

Weg für Gewährung der Corona-Bundes-Soforthilfen ist frei

Die Umsetzung der Bundes-Soforthilfen für für Soloselbständige, kleine Unternehmen und Freiberufler u.a. durch die Länder steht. Antragstellungen und Auszahlungen können...

Corona-Hilfe Corona-Krise Fördermittel Wirtschaft
Mehr erfahren
25.03.2020

Corona-Krise: Was Handwerksbetriebe jetzt wissen müssen

Der ZDH – Zentralverband des Deutschen Handwerks hat auf seinen Serviceseiten für Betriebe eine ganze Reihe wichtiger Informationen rund um die Corona-Krise zusammengeste...

Corona-Hilfe Corona-Krise Förderung Handwerk Steuern Unterstützung Wirtschaft
Mehr erfahren