Nach der konjunkturellen Belebung Ende vergangenen Jahres hat die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland zu Jahresbeginn 2026 an Dynamik verloren. Ungeachtet der fortgesetzten Verbesserung der Stimmungsindikatoren haben sich wichtige Konjunkturindikatoren wie Industrieproduktion, Auftragseingänge und Einzelhandelsumsätze spürbar abgeschwächt. Von der erneuten Krisensituation im Nahen Osten und den damit zusammenhängenden drastischen globalen Preissteigerungen bei Rohöl und Erdgas dürfte auch die konjunkturelleIndus Entwicklung in Deutschland temporär belastet werden. Der Erholungsprozess bleibt angesichts der externen Risiken fragil. Abhängig von der Dauer des Konflikts bzw. der faktischen Sperrung der Straße von Hormus sowie möglichen längerfristigen Beeinträchtigungen der dortigen Produktionskapazitäten bei Öl und Gas besteht das Risiko für einen Rückschlag bei der erwarteten konjunkturellen Erholung.
Industriekonjunktur
Die Industriekonjunktur hat sich zu Jahresbeginn deutlich abgeschwächt. Nachdem die Auftragseingänge infolge der umfangreichen öffentlichen Investitions- und Beschaffungsvorhaben im vierten Quartal 2025 stark expandierten, erscheint eine Konsolidierung zu Jahresbeginn nicht überraschend. Allerdings verzeichnet auch die Produktion im Januar ein Minus gegenüber dem Vormonat. Die jüngsten Stimmungsindikatoren sind zwar tendenziell aufwärtsgerichtet. Darin spiegeln sich aber noch nicht die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten wider.
Einzelhandel
Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Januar um 0,9 % gegenüber dem Vormonat gesunken, nachdem der Dezemberwert deutlich nach oben revidiert wurde. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im Januar ein Plus von 1,1 %. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen zeigt sich im Februar im Vormonatsvergleich ein Anstieg von 5,4 %; in der Dreimonatsbetrachtung hingegen ein Rückgang von 11,3 %. Das Stimmungsbild deutet am aktuellen Rand insgesamt auf eine Seitwärtsbewegung der Konsumentwicklung im ersten Quartal 2026 hin.
Inflationsrate
Die Inflationsrate war im Februar mit 1,9 % leicht rückläufig (Januar 2,1 %). Dazu trug neben erneut geringeren Energiepreisen vor allem eine sich verlangsamende Teuerung von Nahrungsmitteln bei. Treiber des Preisanstiegs sind weiterhin Dienstleistungen. In den kommenden Monaten dürfte die Inflation infolge des Konflikts im Nahen Osten und des globalen Preisanstiegs bei Öl und Gas temporär steigen.
Arbeitslosigkeit
Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit verharrte im Februar abermals auf Vormonatsniveau. Gleichzeitig ging die Zahl der Erwerbstätigen im Januar weiterhin leicht zurück. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnete im Dezember einen geringfügigen Anstieg, nachdem sie im Vormonat leicht rückläufig war. Aktuelle Frühindikatoren deuten noch auf keine absehbare Trendwende auf dem Arbeitsmarkt hin.
Unternehmensinsolvenzen
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist nach amtlicher Statistik im Dezember 2025 um 13,5 % gegenüber dem Vormonat auf 2.037 beantragte Verfahren gestiegen; vergleichen mit Dezember 2024 ist sie um 13,7 % angewachsen. Für das Gesamtjahr 2025 ergibt sich ein Anstieg um insgesamt 10,3 %. Der im Vergleich mit der amtlichen Statistik methodisch enger gefasste und zeitlich aktuellere IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist für Februar einen Anstieg von 5 % gegenüber dem Vormonat sowie einen Anstieg von 2 % gegenüber Februar 2025 aus.
In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 13. März 2026 vorlagen. Soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich um Veränderungsraten gegenüber der jeweiligen Vorperiode auf Basis preis-, kalender- und saisonbereinigter Daten.
(Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie)
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