Wirtschaft
© stock.adobe.com/Wolfilser
18.03.2026

Wirtschaftliche Lage in Deutschland im März 2026

Nach der konjunkturellen Belebung Ende vergangenen Jahres hat die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland zu Jahresbeginn 2026 an Dynamik verloren. Ungeachtet der fortgesetzten Verbesserung der Stimmungsindikatoren haben sich wichtige Konjunkturindikatoren wie Industrieproduktion, Auftragseingänge und Einzelhandelsumsätze spürbar abgeschwächt. Von der erneuten Krisensituation im Nahen Osten und den damit zusammenhängenden drastischen globalen Preissteigerungen bei Rohöl und Erdgas dürfte auch die konjunkturelleIndus Entwicklung in Deutschland temporär belastet werden. Der Erholungsprozess bleibt angesichts der externen Risiken fragil. Abhängig von der Dauer des Konflikts bzw. der faktischen Sperrung der Straße von Hormus sowie möglichen längerfristigen Beeinträchtigungen der dortigen Produktionskapazitäten bei Öl und Gas besteht das Risiko für einen Rückschlag bei der erwarteten konjunkturellen Erholung.

Industriekonjunktur

Die Industriekonjunktur hat sich zu Jahresbeginn deutlich abgeschwächt. Nachdem die Auftragseingänge infolge der umfangreichen öffentlichen Investitions- und Beschaffungsvorhaben im vierten Quartal 2025 stark expandierten, erscheint eine Konsolidierung zu Jahresbeginn nicht überraschend. Allerdings verzeichnet auch die Produktion im Januar ein Minus gegenüber dem Vormonat. Die jüngsten Stimmungsindikatoren sind zwar tendenziell aufwärtsgerichtet. Darin spiegeln sich aber noch nicht die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten wider.

Einzelhandel

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Januar um 0,9 % gegenüber dem Vormonat gesunken, nachdem der Dezemberwert deutlich nach oben revidiert wurde. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im Januar ein Plus von 1,1 %. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen zeigt sich im Februar im Vormonatsvergleich ein Anstieg von 5,4 %; in der Dreimonatsbetrachtung hingegen ein Rückgang von 11,3 %. Das Stimmungsbild deutet am aktuellen Rand insgesamt auf eine Seitwärtsbewegung der Konsumentwicklung im ersten Quartal 2026 hin.

Inflationsrate

Die Inflationsrate war im Februar mit 1,9 % leicht rückläufig (Januar 2,1 %). Dazu trug neben erneut geringeren Energiepreisen vor allem eine sich verlangsamende Teuerung von Nahrungsmitteln bei. Treiber des Preisanstiegs sind weiterhin Dienstleistungen. In den kommenden Monaten dürfte die Inflation infolge des Konflikts im Nahen Osten und des globalen Preisanstiegs bei Öl und Gas temporär steigen.

Arbeitslosigkeit

Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit verharrte im Februar abermals auf Vormonatsniveau. Gleichzeitig ging die Zahl der Erwerbstätigen im Januar weiterhin leicht zurück. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnete im Dezember einen geringfügigen Anstieg, nachdem sie im Vormonat leicht rückläufig war. Aktuelle Frühindikatoren deuten noch auf keine absehbare Trendwende auf dem Arbeitsmarkt hin.

Unternehmensinsolvenzen

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist nach amtlicher Statistik im Dezember 2025 um 13,5 % gegenüber dem Vormonat auf 2.037 beantragte Verfahren gestiegen; vergleichen mit Dezember 2024 ist sie um 13,7 % angewachsen. Für das Gesamtjahr 2025 ergibt sich ein Anstieg um insgesamt 10,3 %. Der im Vergleich mit der amtlichen Statistik methodisch enger gefasste und zeitlich aktuellere IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist für Februar einen Anstieg von 5 % gegenüber dem Vormonat sowie einen Anstieg von 2 % gegenüber Februar 2025 aus.

In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 13. März 2026 vorlagen. Soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich um Veränderungsraten gegenüber der jeweiligen Vorperiode auf Basis preis-, kalender- und saisonbereinigter Daten.

(Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie)

Schlagworte

ArbeitsmarktIndustrieInflationInsolvenzKonjunkturWirtschaft

Verwandte Artikel

12.08.2026

Berufskleidung für gemischte Teams: Passform und Organisation entscheiden

Ein einheitlicher Auftritt allein reicht bei der Ausstattung gemischter Teams nicht aus. Unterschiedliche Körperformen, Tätigkeiten und persönliche Anforderungen müssen e...

Beton Handwerk Industrie Persönliche Schutzausrüstung PSA PTA Reinigung Reparatur
Mehr erfahren
Dipl.-Kfm. Arnd Winkelnkemper (r.) und  Dirk Sieben (l.)
12.08.2026

Führungswechsel: Arnd Winkelnkemper übernimmt die Geschäftsführung der DVS Media GmbH

Mit Wirkung zum 15. August 2026 ist Dipl.-Kfm. Arnd Winkelnkemper zum neuen Geschäftsführer der DVS Media GmbH berufen worden. Er tritt damit die Nachfolge von Dirk Siebe...

Digitale Transformation DVS e. V. DVS Group DVS Media GmbH Fachverlag Fachwissen Fachzeitschrift Geschäftsführung HOME OF WELDING Industrie Kommunikation Management Verlag
Mehr erfahren
Die OTH  Oberflächentechnik Hagen hat die  Zertifizierung EN 9100:2018 für  Luft- und Raumfahrt und  Verteidigung erreicht. Im Bild die  Geschäftsführer Katharina (Mitte)  und Udo Gensowski mit der  internen Auditorin Saniya Karadal  (li.
03.08.2026

Erfolgreiche Zertifizierung für die Luftfahrt

Die OTH Oberflächentechnik Hagen hat die Zertifizierung EN 9100:2018 für den hochsensiblen Sektor Luft- und Raumfahrt und Verteidigung erreicht. Ein echter Meilenstein fü...

DIN Eichung Industrie ISO ISO 9001 LSC Luft- und Raumfahrt Luftfahrt Norm Oberflächen Oberflächentechnik Raumfahrt TIG Verteidigung Zertifikat Zertifizierung
Mehr erfahren
02.08.2026

Jedes Gewinde zählt

Ein beschädigtes, unvollständiges oder verschmutztes Gewinde kann schnell zu Montageproblemen, Ausschussteilen oder instabilen Verbindungen führen. Besonders in der autom...

Analyse Bildverarbeitung Dokumentation Industrie MES Programmierung Schrauben Software TIG Verbindungen VT
Mehr erfahren
17.07.2026

Wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juli 2026

Die Lage der deutschen Wirtschaft zeigt sich zur Jahresmitte leicht aufgehellt. Nachdem die Eskalation des Krieges im Nahen Osten die Konjunktur im Frühjahr über steigend...

Arbeitsmarkt Energiepreise Industrie Inflation Insolvenzen Kaufkraft Konjunktur Lieferketten Wirtschaft
Mehr erfahren