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13.09.2025

Wirtschaftliche Lage in Deutschland im September 2025

Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Quartal fiel stärker aus, als zunächst erwartet. Ursächlich hierfür waren vor allem Sondereffekte im Zusammenhang mit dem Vorziehen von Exporten in die USA im ersten Quartal, die im folgenden Quartal zu einem Rückprall führten. Aber auch die binnenwirtwirtschaftliche Nachfrage schwächte sich im zweiten Quartal spürbar ab. Aktuelle Stimmungsindikatoren im Unternehmenssektor wie die Auftragseingänge zeigen Anzeichen für eine konjunkturelle Erholung; die Konsumlaune der privaten Haushalte schwächte sich zuletzt allerdings wieder etwas ab. Insgesamt dürfte die wirtschaftliche Erholung im dritten Quartal noch verhalten bleiben, bis im späteren Jahresverlauf dürften die Impulse der wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen der Bundesregierung stärker zum Tragen kommen.

Produzierendes Gewerbe

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe nahm im Juli preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,3 % zu, getragen vor allem vom Maschinenbau (+9,5 %), Automobilindustrie (+2,3 %) und Pharma (+8,4 %). Der Bausektor legte leicht zu (+0,3 %), die Energieerzeugung sank deutlich (-4,5 %). Mit der Aufwärtsrevision der Juni-Daten zeigt sich im Dreimonatsvergleich insgesamt eine Stagnation, wobei Kfz-Produktion zulegte (+4,2 %), andere Industriezweige jedoch Verluste verzeichneten. Insgesamt deutet sich eine Stabilisierung der Industrieproduktion an, getragen von Schlüsselbranchen, bei gleichzeitig anhaltenden Unsicherheiten und geopolitischen Risiken.

Einzelhandel

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Juli um 1,5% gegenüber dem Vormonat gesunken Gegenüber dem Vorjahresmonat meldete der Einzelhandel im Juli ein reales Umsatzplus von 1,8 %, insbesondere weil der Internet- und Versandhandel gegenüber dem Vorjahr beträchtlich um 14,0 % anzog. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen ergab sich im August im Vormonatsvergleich ein Minus von 2,0 %; in der Dreimonatsbetrachtung zeigt sich jedoch eine Zunahme um 8,5 %. Das aktuelle Stimmungsbild deutet weiterhin nicht auf eine Trendwende der verhaltenen Konsumstimmung hin. Verbraucherinnen und Verbraucher zeigen sich mit Blick auf die angespannte Arbeitsmarktsituation und geopolitische Unsicherheiten zurückhaltend.a

Inflationsrate

Die Inflationsrate ist im August leicht auf 2,2 % gestiegen. Wesentlicher Treiber bleiben die Dienstleistungen, deren Preisdynamik jedoch spürbar nachlässt. Die Kerninflation liegt seit Jahresbeginn stabil bei etwa 2,7%. Dämpfend wirken nach wie vor die Energiepreise, die im August im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 % niedriger lagen. Für den weiteren Jahresverlauf wird erwartet, dass sich die Inflation um 2 % einpendelt

Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit hat aufgrund des üblichen Anstiegs im August die Zahl von drei Millionen Personen überschritten. In saisonbereinigter Betrachtung stabilisierten sich die Arbeitslosenzahlen zuletzt jedoch. Angesichts der anhaltend schwachen Arbeitskräftenachfrage und in vielen Branchen weiterhin gedämpften Beschäftigungsperspektiven dürfte eine spürbare Belebung des Arbeitsmarktes allerdings noch auf sich warten lassen.

Unternehmensinsolvenzen

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist nach amtlicher Statistik im 1. Halbjahr 2025 ggü. dem 1. Halbjahr 2024 um 12,2 % gestiegen. Im Juni sind die Unternehmensinsolvenzen zwar um 3,9 % gegenüber dem Vormonat auf 1.957 Fälle gesunken. Im Vergleich zum Juni 2024 wurden jedoch 18,4 % mehr Insolvenzen gezählt. Der IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist für August einen Rückgang von 11,3 % gegenüber dem Vormonat aus.

In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 11. September 2025 vorlagen. Soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich um Veränderungsraten gegenüber der jeweiligen Vorperiode auf Basis preis-, kalender- und saisonbereinigter Daten.

ausgewählte Daten zur wirtschaftlichen Lage

(Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie)

Schlagworte

ArbeitsmarktEinzelhandelInflationInsolvenzProduzierende IndustrieWirtschaft

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