Kommentar
12.04.2022

Den handwerklichen Mittelstand erneut mit Füßen getreten

Den handwerklichen Mittelstand erneut mit Füßen getreten

Das durch das BMWK und das BMF am 08. April 2022 angekündigte Hilfspaket erscheint in Anbetracht des Ausmaßes der Material- und Energiekrise mutlos und unengagiert. Die gerissenen Lieferketten im Materialbereich bleiben vollkommen unberücksichtigt und die Unterstützung im Energiebereich wendet sich ausschließlich an die Großindustrie. Kleine- und mittelständische Unternehmen bleiben gänzlich außer Betracht. Dies zeigt erneut, dass die Politik die Bedeutung des Mittelstandes nicht erkennt und diese tragende Säule der Wirtschaft mit Füßen tritt.

Bereits mit Schreiben vom 31.03.2022 hat der Bundesverband Metall (BVM) Herrn Bundeswirtschaftsminister Habeck auf die existenzbedrohende Situation der Unternehmen des Metallhandwerks hingewiesen. Neue Kredite helfen den, oftmals aus der Coronakrise schon geschwächten und überschuldeten Unternehmen, nicht weiter. Genauso wenig hilft es der Deutschen Wirtschaft.

BVM-Präsident Erwin Kostyra: „Wir erwarten mehr. Wir erwarten engagierte und unkonventionelle Politik. Durch die sich täglich weiter verschärfenden dramatischen Engpässe in allen Rohstoffbereichen, und primär im Stahl- und Metallbereich, drohen aktuell irreparable Schäden für unseren Mittelstand und unser Land. Vernichtung von Eigenkapital, Insolvenzen, Entlassungen sowie das dauerhafte Ab-wandern unserer Produktionskompetenz in andere Länder sind die Folge.“

Die metallhandwerklichen Unternehmen fordern erneut von der Bundesregierung ein engagiertes Vorgehen, um Lieferketten wieder zu schließen. Neue Lieferoptionen müssen nicht nur für Gas gefunden werden. Mindestens genauso wichtig ist die Suche nach alternativen Lieferregionen für alle Arten von Rohstoffen und Halbzeugen, insbesondere auch für Stahl und andere Metalle. Die Bemühungen müssen deutlich über die Beschaffung von Gas hinausge-hen. Was derzeit durch die Ampelkoalition geleistet wird, ist höchstens ein Kratzen am Eisberg und der Versuch, die eigenen Fehler und Versäumnisse der Vergangenheit wieder gut zu machen. Es wird aber nicht die deutsche Wirtschaft schützen.

Mindestens erwarten wir, dass die kleinen und mittelständischen Unternehmen unseres Handwerks, die immer für volle Sozialkassen und Steuertöpfe sorgen, Arbeitsplätze und Produktionskapazitäten nicht ins Ausland verschieben können, dass wir eine ausreichende Berücksichtigung bei den ohnehin minimalen Hilfsmaßnahmen finden.

(Quelle: Presseinformation des Bundesverbandes Metall – Vereinigung Deutscher Metallhandwerke)

Schlagworte

HalbzeugeLieferkettenMetalleMetallhandwerkStahlWirtschaft

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