Wirtschaft
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30.06.2020

Ein Neustart für die Wirtschaft: Drei-Punkte-Programm des DIHK

Ein Neustart für die Wirtschaft: Drei-Punkte-Programm des DIHK

Fast alle Branchen bekommen die Auswirkungen der Corona-Krise deutlich zu spüren. Wie die deutsche Wirtschaft nach dem wochenlangen Shutdown wieder durchstarten kann, beschreibt der DIHK – Deutscher Industrie- und Handelskammertag in einem Drei-Punkte-Programm.

Trotz der Lockerungen befinden sich viele Unternehmen weiter in einer schwierigen Lage: Laut einer Unternehmensbefragung des DIHK rechnen rund 80 Prozent der Betriebe in diesem Jahr mit weniger Umsatz als im Vorjahr, jedes vierte Unternehmen befürchtet sogar einen Einbruch von über 50 Prozent.

Für viele Betriebe geht es um nicht weniger als ihre Existenz. Zeitweise geschlossene Grenzen, ein noch immer nicht überall reibungsloser Grenzübertritt, unterbrochene Lieferketten und anspruchsvolle Hygienekonzepte führen branchenübergreifend zu Problemen und verkomplizieren den Re-Start erheblich. Der Weg zurück zur Normalität ist lang. Der DIHK hat aus den Rückmeldungen der IHKs und AHKs einen Drei-Stufen-Plan erarbeitet. Er skizziert, wie es gelingen kann, einen Neustart zu ermöglichen und dabei gestärkt aus der Krise zu finden.

Stufe 1: Überbrückungshilfen ausbauen

In Stufe eins sind jetzt schnell Überbrückungshilfen für besonders hart von der Pandemie betroffene Unternehmen notwendig: Betriebe in Gastronomie und Tourismus, im Handel, aber auch im Veranstaltungsbereich von Messen bis zu Konzerten werden noch auf längere Zeit unter erheblichen Umsatzeinbußen leiden. Mit Krediten allein werden in diesen Wirtschaftszweigen die Corona-Folgen nicht aufzufangen sein. Letztlich mussten deutlich mehr Branchen und Unternehmen in den Shutdown, als Mitte März vermutet worden war. Vor allem aber werden viele Betriebe in den kommenden Monaten weiterhin mit niedrigen Umsätzen und höheren Kosten konfrontiert sein und jeden Monat Verluste machen. Zugleich sind die finanziellen Reserven nach vielen Wochen Shutdown inzwischen aufgezehrt. Dringend erforderlich ist daher jetzt eine Überbrückungshilfe in Form eines Zuschussprogramms für die vielen betroffenen kleinen und mittleren Unternehmen.

© pixabay.com/geralt
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Stufe 2: Deutschland als Wirtschaftsstandort fördern

Um letztlich gestärkt aus der Krise hervorzugehen, sind bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland entscheidend. Dazu gehören Investitionen in Digitalisierung, Innovationen, Forschung, Glasfaser- und Mobilfunkausbau, Klimaschutz und eine bessere Verkehrsinfrastruktur. Durch einen Abbau bürokratischer Hürden sollten hier Planungs- und Genehmigungsverfahren wesentlich beschleunigt werden.

Zugleich sollten die hohen Energiekosten für Unternehmen gesenkt werden – vor allem durch eine deutliche Reduzierung der EEG-Umlage. Schnelle Abschreibungsmöglichkeiten würden positive Anreize für Investitionen setzen. Eine verbesserte Verlustverrechnung und eine Corona-Rücklage aus den Gewinnen 2019 können schnell Liquidität und Eigenkapital der Betriebe stärken. Ein weiterer Vorteil: Dem Staat gehen über einen längeren Zeitraum betrachtet dadurch keine Einnahmen verloren, die Verrechnung von Gewinnen und Verlusten erfolgt nur früher. Mit zukunftsorientierten Projekten und einer konsequenten Modernisierung des Standortes werden Unternehmen branchenübergreifend gestärkt.

Stufe 3: Binnenmarkt weiterentwickeln und weltweiten Handel voranbringen

Deutschland sollte auf ein stärkeres Europa und eine Wiederbelebung des weltweiten Handels setzen. Liefer- und Wertschöpfungsketten müssen innerhalb der EU, aber auch weltweit so schnell wie möglich wiederhergestellt werden. 60 Prozent aller deutschen Warenexporte und -importe fanden 2019 innerhalb des EU-Binnenmarktes statt. Einheitliche Regelungen und vermehrte Zusammenarbeit sollten deshalb zukünftig den freien Verkehr von Kapital, Waren, Personen und Dienstleistungen zwischen den Ländern ermöglichen. Wichtig ist es zugleich, den Welthandel trotz aller geopolitischen Probleme zu stabilisieren. Die EU sollte eine gemeinsame Linie entwickeln, um als klare Stimme in der Diskussion zur internationalen Handelspolitik wahrgenommen zu werden.

Mehr Europa erfordert aber auch, eigene EU-Regulierungsvorhaben kritisch zu hinterfragen. Insbesondere mittelständisch geprägte Betriebe brauchen zum Beispiel einen stabilen Zugang zu einem breit gefächerten, unternehmensspezifisch zugeschnittenen Angebot an Finanzierungsmöglichkeiten für anstehende Investitionen.

(Quelle: Presseinformation des DIHK)

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