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10.04.2021

Fachkräftemangel in der Rezession: geringer, aber nicht verschwunden

Fachkräftemangel in der Rezession: geringer, aber nicht verschwunden

Mit dem Einbruch der Wirtschaftsleistung um fast 5% im letzten Jahr ist auch die Personalnachfrage der Unternehmen in Deutschland zurückgegangen. Das hat Folgen für die Fachkräfte-Engpässe auf dem hiesigen Arbeitsmarkt: Sie sind insgesamt deutlich weniger gravierend als im Vorjahr, bleiben aber trotz der Krise für Betriebe vieler Branchen eine Herausforderung.

Fachkräftemangel nicht mehr Geschäftsrisiko Nummer 1

In der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage sehen 38 Prozent der Unternehmen im Fachkräftemangel ein Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung. Das sind viel weniger als vor zwölf Monaten: Zu Jahresbeginn 2020 hatten noch 55 Prozent der Betriebe diesen Faktor genannt. Galt der Fachkräftemangel in den letzten Jahren durchgängig als das größte Geschäftsrisiko, so sorgen sich die Unternehmen während der Corona-Pandemie nun stärker um die Inlandsnachfrage (57 Prozent) und um die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (47 Prozent).

Im Vergleich zum Frühsommer 2020, als kurz nach dem Ausbruch der Corona-Krise in Deutschland nur 26 Prozent der Betriebe das Fehlen qualifizierten Personals als Risiko bewertet hatten, steht der Fachkräftemangel allerdings schon wieder für mehr Unternehmen auf der Agenda. In der Bauwirtschaft ist er aktuell sogar das größte Geschäftsrisiko und wird von zwei Dritteln der Betriebe genannt (Vorjahr: 77 Prozent). Bei den Dienstleistern bereitet das Thema mit 39% merklich weniger Unternehmen Sorgen (Vorjahr: 58 Prozent), es folgen die Industrie mit 34% (Vorjahr: 46 Prozent) und der Handel mit 32 Prozent (Vorjahr: 49 Prozent).

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Stellenbesetzung bleibt in einigen Branchen herausfordernd

Die Pandemie hat den Arbeitskräfte-Bedarf der Betriebe im vergangenen Jahr verringert. Im Herbst 2020 berichtete jedes zweite Unternehmen, dass es keinen Personalbedarf habe – im Herbst 2019 hatte dies nur für 36 Prozent gegolten. Spiegelbildlich sank der Anteil der Betriebe, die offene Stellen längerfristig nicht besetzen konnten, weil keine passenden Arbeitskräfte zu finden waren, binnen Jahresfrist von 47 auf 32 Prozent.

Trotzdem stehen auch in Krisenzeiten Unternehmen einiger Branchen vor erheblichen Herausforderungen bei der Personalakquise. Dies gilt besonders für die Gesundheits- und Sozialdienstleister (64 Prozent). Auch Betriebe des Ausbaugewerbes (59 Prozent) oder Rechts- und Steuerberater sowie Wirtschaftsprüfer (45 Prozent) können Stellen vielfach nicht wie geplant besetzen. IT-Dienstleister und Programmierer (jeweils 39 Prozent) oder Telekommunikationsdienstleister (38 Prozent), deren Angebote im Zuge der Digitalisierung besonders gefragt sind, haben ebenfalls überdurchschnittlich häufig solche Schwierigkeiten.

Zuwanderung fällt geringer aus als früher

In den vergangenen Jahren hat die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte einen erheblichen Beitrag zum Jobaufbau und zur Fachkräftesicherung in deutschen Unternehmen geleistet. Infolge der Corona-Pandemie, der notwendigen Eindämmungsmaßnahmen und der nachlassenden Personalnachfrage verringerte sich die Migration zuletzt jedoch. Das Statistische Bundesamt rechnet für 2020 mit einem um 25 bis 45 Prozent niedrigeren Wanderungssaldo als 2019 (damals fast plus 330.000). Somit konnte das zum 1. März 2020 in Kraft getretene Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das die Einstellung von Fachkräften aus Drittstaaten erleichtern soll, noch keinem echten Praxistest unterzogen werden.

Bei wieder anziehender Wirtschaftsentwicklung dürfte der Fachkräftemangel jedoch perspektivisch für viele Betriebe wieder zur Herausforderung werden.

(Quelle: Presseinformation des DIHK – Deutscher Industrie- und Handelskammertag)

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ArbeitsmarktBetriebeBrancheCorona-KriseEntwicklungKonjunkturMarktPersonalRezessionUnternehmenWirtschaftWirtschaftliche Entwicklung

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