Trendthema
© Pixabay.com/Miha Creative
06.05.2025

Green Steel: Impulsgeber für Industrie von Morgen

Mit der Fachveranstaltung Green Steel für Industriegetriebe: Anwendungen und Perspektiven setzten die Swiss Steel Group und Dirostahl ein Zeichen für die nachhaltige Transformation der Industrie. Rund um das zukunftsweisende Thema grüner Stahl versammelten sich am Standort der Deutschen Edelstahlwerke in Witten führende Vertreter aus Wirtschaft, Technologie und Infrastruktur.

Die Veranstaltung wurde eröffnet von Dr. Tim Rekersdrees, COO der Deutschen Edelstahlwerke und Markus Lüke, CEO der Dirostahl moderiert von Anina Berger, VP Group Marketing, Communications & Sustainability der Swiss Steel Group. Bereits zum Auftakt wurde deutlich: Der Tag war mehr als ein Expertentreffen – er bot Raum für echten Austausch, neue Partnerschaften und greifbare Impulse.

Aus der Praxis – für die Zukunft

Den Auftakt der Vortragsreihe machte Stefan Feichtinger, Sr. Manager Corporate Technology von Swiss Steel Group. In seinem Beitrag spannte er den Bogen von der strategischen Roadmap des Unternehmens bis hin zur konkreten Umsetzung nachhaltiger Lösungen im Produktportfolio. Sein Credo: Nachhaltigkeit muss ganzheitlich gedacht und aktiv gestaltet werden – vom Schmelzprozess bis zum fertigen Bauteil.

Dirostahl brachte mit dem Vortrag von Vertriebsleiter Christoph Gollan eine ebenso praxisnahe wie zu-kunftsorientierte Perspektive in die Diskussion ein. Im Fokus stand die Transparenz der CO2-Bilanz von Schmiedestücken. Die systematische Erfassung des Product Carbon Footprints (PCF) und die gezielte Emissionsreduktion in der Produktion zeigten auf, wie konkret Klimaziele im industriellen Alltag verankert werden können.

Ein besonderes Highlight bot der Beitrag von Dr.-Ing. Guido Mittler, der für Dirostahl über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Wärmebehandlung sprach. Die intelligente Kapazitätsplanung ist dabei nicht nur ein Werkzeug zur Effizienzsteigerung, sondern ein Schlüssel zur signifikanten Reduzierung von Energieverbrauch und Emissionen – ein praxisnahes Beispiel dafür, wie digitale Technologien den grünen Wandel beschleunigen können.

Den internationalen Blickwinkel brachte Richard Schroeter, Repräsentant des Hafen Antwerpen-Brügge in die Veranstaltung. Mit eindrucksvollen Einblicken in die Wasserstoffstrategie des Hafens Antwerpen-Brügge zeigte er, wie europäische Infrastrukturen auf den künftigen Energiebedarf ausgerichtet werden. Die Frage Wann kommt der Wasserstoff? wurde dabei nicht nur mit technischen Antworten, sondern vor allem mit strategischer Weitsicht beleuchtet.

Vernetzung, Transparenz und gemeinsame Verantwortung

Neben den Fachvorträgen boten ein Werksrundgang sowie Networking-Pausen zahlreiche Gelegenheiten zum intensiven Austausch. Die abschließende Panel-Diskussion verdeutlichte die Herausforderungen auf dem Weg zu mehr Green Steel: Einigkeit bestand darin, dass Transparenz und einheitliche Standards bei der CO2-Berechnung essenziell für Akzeptanz und Vergleichbarkeit sind.

Damit Green Steel im Markt ankommt, braucht es mehr Aufklärung. Endkunden müssen verstehen, warum es Sinn macht, in CO2-reduzierte Produkte zu investieren – und bereit sein, den damit verbundenen Mehrwert auch finanziell mitzutragen. Besonders intensiv diskutiert wurde die Frage der Vergleichbarkeit von CO2-Werten. Ohne einheitliche Berechnungsstandards bleibt Green Steel schwer bewertbar. Nur mit transparenter und nachvollziehbarer Methodik entsteht das Vertrauen, das für nachhaltige Entscheidungen notwendig ist. Ein starkes gemeinsames Fazit der Diskussionsrunde: Die Transformation gelingt nicht im Alleingang. Nur durch offenen und ehrlichen Austausch entlang der gesamten Wertschöpfungskette lassen sich praktikable, zukunftsfähige Lösungen entwickeln.

Fazit: Die Transformation zur klimafreundlichen Industrie gelingt nur im Schulterschluss aller Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette. Die Veranstaltung in Witten war ein starkes Beispiel für diesen gemeinsamen Weg – und ein klares Signal: Green Steel ist Realität. Jetzt gilt es, ihn gemeinsam weiter voranzutreiben.

(Quelle: Pressemeldung Swiss Steel Group)

Schlagworte

Grüner StahlNachhaltigkeitStahlerzeugungWasserstoff

Verwandte Artikel

Die Stahlproduktion ist einer der größten Verursacher von CO2-Emissionen. Es gibt jedoch einige Stellschrauben, an denen Unternehmen für eine nachhaltigere Fertigung drehen können.
10.05.2026

Maßnahmen für grünere Stahlproduktion

Angesichts aktueller politischer Entwicklungen und Verordnungen rückt die nachhaltige Stahlproduktion in ein neues Licht. Der Edelstahlhersteller Cogne zeigt konkrete Maß...

CO₂-Emission CO₂-Fußabdruck Emissionen Fußabdruck Grüner Stahl Nachhaltigkeit Recycling Ressourcen Stahlindustrie Stahlproduktion Wasserfußabdruck
Mehr erfahren
06.05.2026

Wissenstransfer-Tage: Mutige Prozesse in der Fertigungstechnik als Wendepunkt

Von Innovationshemmnissen zu mutigen Prozessen für Flexibilität, Stabilität und Nachhaltigkeit im Fahrzeugbau. Damit beschäftigen sich die nächsten Wissenstransfer-Tage v...

Autonome Systeme Digitalisierung Elektrifizierung Elektromobilität Fahrzeugbau Fertigungsprozesse Fertigungstechnik Kreislaufwirtschaft Mobilität Nachhaltigkeit Wissenstransfer
Mehr erfahren
05.05.2026

Rückblick auf die 23. Tagung Schweißen in der maritimen Technik und im Ingenieurbau

Mit rund 140 Teilnehmern fand am 22./23. April 2026 die 23. Tagung Schweißen in der maritimen Technik und im Ingenieurbau statt. Im Fokus standen hochaktuelle Themen wie...

Abrasiven Wasserstrahlbehandlung Additive Fertigung Brückenbau Cobots Defense Industry Duplex-Stähle Ermüdungsfestigkeit Fachkräftemangel Festigkeitsverlust Forschung Fügen Fügeverfahren Grüner Wasserstoff Hochfester Stahl Hochleistungsstahl Ingenieurbau Kleben Korrosion Lasernachbehandlung Maritime Industrien Maritime Technik Nahtnachbearbeitung Nichtrostende Stähle Qualitätsmanagement Rauchabsaugbrenner Schweißen Schweißgeschwindigkeit Schweißnaht Schweißroboter Tagung Verteidigungsindustrie Wärmeeinflusszone Wasserstoff Werkstoffe Zugtragfähig­keit
Mehr erfahren
29.04.2026

Forschungsbeirat stellt Strategiepapier mit Zielbild für die Industrie 4.0 im Jahr 2035 vor

Der Forschungsbeirat stellt Strategiepapier mit Zielbild für die Industrie 4.0 im Jahr 2035 vor. Vier Roadmaps geben Orientierung für Forschungs- und Entwicklungsbedarfe.

Digitalisierung Entwicklung Forschung Industrie 4.0 Industriestandort Deutschland Nachhaltigkeit Smart Factory Wertschöpfung Wettbewerbsfähigkeit Wissenschaft
Mehr erfahren
13.04.2026

Wasserstoff-Power für die maritime Energiewende

ZSW entwickelt großformatigen PEM-Brennstoffzellen-Stack für die Schifffahrt. Das neues Stackkonzept soll laut Forschungsinstitut Leistungen von bis zu 500 Kilowatt errei...

Bipolarplatte Brennstoffzellen Energiewende Grüner Wasserstoff Maritime Industrien PEM-Brennstoffzelle Schiffbau Schifffahrt Wasserstoff
Mehr erfahren