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Die Stahlproduktion ist einer der größten Verursacher von CO2-Emissionen. Es gibt jedoch einige Stellschrauben, an denen Unternehmen für eine nachhaltigere Fertigung drehen können. - © Cogne Edelstahl GmbH
10.05.2026

Maßnahmen für grünere Stahlproduktion

Nachhaltigkeit in der Stahlindustrie gewinnt nicht allein durch ein wachsendes ökologisches und soziales Verantwortungsbewusstsein zunehmend an Bedeutung. Auch moderne Verfahren und Technologien zur Verringerung von Emissionen und Abfällen eröffnen große Chancen, Produktion umweltfreundlicher und zugleich wirtschaftlicher zu gestalten. Doch wo genau liegen diese Chancen? Und welche Maßnahmen können Unternehmen ergreifen, um den Wandel erfolgreich umzusetzen?

Die Stahlproduktion zählt weltweit zu den größten industriellen Quellen von CO2-Emissionen. Insbesondere der klassische Herstellungsprozess im Hochofen verursacht erhebliche Mengen an Kohlendioxid. Eine naheliegende Möglichkeit zur Emissionsreduzierung ist daher das Recycling von Stahl in vergleichsweise emissionsärmeren Elektrostahlwerken. Diese nutzen überwiegend Stahlschrott als Ausgangsmaterial, der in einem Elektrolichtbogenofen eingeschmolzen wird. Für eine nachhaltige Stahlproduktion gibt es jedoch einige Stellschrauben, an denen Unternehmen darüber hinaus drehen können.

Maßnahmen zur Emissionsreduzierung

Nicht nur der Einsatz alternativer Ofentechnologien kann die Luftverschmutzung senken. Auch moderne Abgasreinigungssysteme leisten einen wichtigen Beitrag dazu, die bei der Stahlproduktion entstehenden Emissionen zu reduzieren. Elektrofilter, Gewebefilter und Entstaubungsanlagen entfernen Schadstoffe und Partikel aus den Abgasen, bevor diese in die Atmosphäre gelangen.

Ein Beispiel dafür ist der Einsatz einer speziellen Absaughaube im AOD-Bereich, also bei der Argon-Sauerstoff-Entkohlung. Unternehmen wie Cogne investieren daher kontinuierlich in neue Anlagen sowie in die Modernisierung bestehender Systeme, um die Luftbelastung weiter zu verringern.

Ergänzend dazu ermöglichen moderne Emissionsüberwachungssysteme eine präzise Kontrolle der Emissionswerte und schaffen Transparenz gegenüber den zuständigen Behörden. Eine wichtige Rolle spielen dabei internationale Normen wie ISO 14001, ISO 50001, ISO 14064 und ISO 14067. Sie helfen Unternehmen, Umweltleistung, Energieeffizienz und CO₂-Emissionen systematisch zu verbessern, nachvollziehbar zu dokumentieren und langfristig zu steuern.

Auch der seit 1. Januar 2026 verbindliche CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) ist eine EU-weite Verordnung zur Schaffung eines CO2-Grenzausgleichsystems und trägt zum Klimaschutz bei. Hierbei werden emissionsintensive Produkte wie Stahl mit einem CO2-Preis belegt, mit dem Ziel, Emissionen zu reduzieren und einheitliche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Die EU versucht damit das so genannte Carbon Leakage, also die Verlagerung von CO2-intensiver Produktion in Länder ohne vergleichbare Klimaschutzmaßnahmen, zu verhindern. Die Ermittlung der Preisbelegung für Stahl erfolgt über die Einteilung in Scope 1 (direkte Emissionen aus der Stahlproduktion), Scope 2 (indirekte Emissionen durch den Stromverbrauch) und Scope 3 (weitere, indirekte Emissionen wie beispielsweise Transportwege).

 

Die Stahlerzeugung über Elektrostahlwerke bietet eine emissionsärmere Alternative zum traditionellen Hochofenverfahren. - © Cogne Edelstahl GmbH
Die Stahlerzeugung über Elektrostahlwerke bietet eine emissionsärmere Alternative zum traditionellen Hochofenverfahren. © Cogne Edelstahl GmbH
Maßnahmen zur Abfallvermeidung

Im Produktionsprozess fallen darüber hinaus große Mengen an Schlacken, Stäuben, Schlämmen und anderen Abfallprodukten an. Diese werden in der Regel vollständig entsorgt, was nicht nur hohe, zusätzliche Kosten bedeutet, sondern auch eine Verschwendung von Ressourcen darstellt. Denn neben dem Recycling von verwertbarem Schrott besteht auch die Möglichkeit, einige der Nebenprodukte weiter zu verwenden. So kann Schlacke beispielsweise als Baustoff oder als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Ein gutes, betriebliches Abfallmanagement zielt also darauf ab, die Abfallbehandlungswege gezielt auszuwählen und kontinuierlich zu verbessern, um die Verwertung und das Recycling von Nebenprodukten zu maximieren. Großes Potenzial bieten dafür auch Investitionen in Technologien zur Prozessoptimierung. Denn durch eine effizientere Nutzung von Rohstoffen können Abfälle bereits an der Quelle reduziert werden. Geregelt wird das Recycling unter anderem in der UNI EN ISO 14021, die transparente Anforderungen an umweltbezogene Anbietererklärungen festlegt.

Maßnahmen zur Verringerung der Bodenbelastung

Die Abfallmengen zu verringern trägt auch zur Reduzierung der Bodenbelastung bei. Bodenbelastungen entstehen bei der Stahlerzeugung vor allem durch unsachgemäße Lagerung oder Entsorgung von Abfällen und Nebenprodukten. Eine umwelt- und fachgerechte Abfalllagerung verhindert durch Abdichtung und Abdeckung das Eindringen von Schadstoffen in Boden und Grundwasser. Und je weniger Abfallstoffe gelagert werden müssen, desto geringer ist das Risiko ungewollter Bodenverunreinigungen.

Maßnahmen zur Verringerung der Wasserverschmutzung

Neben dem CO2-Fußabdruck besitzt der so genannte Wasser-Fußabdruck in der Stahlproduktion eine ebenso große Bedeutung. Dieser Fußabdruck ist ein Indikator für die Menge an Süßwasser, die zur Herstellung von Gütern und Dienstleistungen direkt oder indirekt verbraucht oder verschmutzt werden. Ein internationaler Standard, der den Umgang mit der Wasserverschmutzung bzw. die Ermittlung des Wasser-Fußabdrucks regelt, ist die Norm ISO 14046. Ursprünglich zur Bewertung der Wasserressourcen im Agrarsektor eingesetzt, findet er im letzten Jahrzehnt vermehrt Anwendung in der industriellen Produktion. Unternehmen sollten sich daher einen Überblick über ihren Wasser-Fußabdruck verschaffen, um eine ressourcenschonende Nutzungsstrategie zu entwickeln. Eine Analysehilfe bietet unter anderem der „Aqueduct Water Risks Atlas“ des World Resources Institute. Zur Verringerung der Wasserbelastungen können moderne Filtersysteme und chemische Aufbereitungsverfahren eingesetzt werden. Diese entfernen gefährliche Stoffe wie Schwermetalle, Öle und Fette aus dem Wasser, bevor es in die Umwelt gelangt. Eine gezielte Optimierung der Prozessabläufe trägt auch hier dazu bei, solche chemischen Zusatzstoffe insgesamt zu reduzieren. Ebenso tragen geschlossene Wasserkreisläufe zum Schutz der Natur bei und erhöhen gleichzeitig die Effizienz der Produktion durch einen geringeren Wasserverbrauch.

Die Möglichkeiten für Stahlproduzenten, ihre umwelttechnischen Fußabdrücke zu verringern, sind zahlreich und effektiv. Um künftig also nicht nur rechtskonform und nachhaltig, sondern damit auch wettbewerbsfähig zu bleiben, sollten Unternehmen fortlaufend an ihren Prozessen arbeiten und sich frühzeitig auf nationale und internationale regulatorische Anforderungen einstellen. Cogne ist in der Branche ein gutes Beispiel für kontinuierliche Investitionen sowohl in Technologien und Verfahren, die Emissionen und Abfälle reduzieren, als auch in entsprechende Zertifizierungen.

(Quelle: Cogne Edelstahl GmbH)

Schlagworte

CO₂-EmissionCO₂-FußabdruckEmissionenFußabdruckGrüner StahlNachhaltigkeitRecyclingRessourcenStahlindustrieStahlproduktionWasserfußabdruck

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