Forschung
Ein Turm aus Stahl - © pixabay.de/Free-Photos
07.01.2019

Stahlhart Energie und Rohstoffe sparen

Eine neue Stahlsorte soll 99 Prozent Treibhausgase einsparen ‒ DBU fördert

„Stahl ist dank des anhaltenden Baubooms und der gut laufenden Wirtschaft gefragt. Doch seine Herstellung ist sehr rohstoff- und energieintensiv. Ein neues Verfahren der Firma econsteel kann einen wichtigen Fortschritt für den Umweltschutz bedeuten.“ Das sagt Alexander Bonde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), zum Start des neuen Projektes der Firma in Rottweil.

Nachdem sie in einem vorangegangenen DBU-Projekt eine neue Sorte von Stahl entwickelt hatte, soll nun ein mechanisches Bearbeitungsverfahren zum Härten der Oberfläche erarbeitet werden. Läuft das erfolgreich, könnte die Kombination aus neuem Werkstoff und mechanischem Härten zukünftig knapp 99 Prozent der Treibhausgase gegenüber dem bisherigen Produktionsprozess einsparen. Zudem entsteht praktisch kein Abfall in Form von Spänen mehr, was die Ressourceneffizienz weiter steigert. Die DBU fördert das Projekt fachlich und finanziell mit 125.000 Euro.

Mechanisches Verfahren soll Energie und Ressourcen schonen

„Im Vorläufer-Projekt haben wir ‒ auch dank der Förderung der DBU ‒ erfolgreich eine neue Werkstoffklasse von Stahl entwickelt und erprobt, deren Produktion weniger Energie und Rohstoffe benötigt. In dem Folgeprojekt wollen wir nun mithilfe eines speziellen mechanischen Bearbeitungsverfahrens für diesen Werkstoff noch mehr einsparen“, sagt econsteel-Geschäftsführer Ralf Schaaf. Seine Firma hat entdeckt, dass sich die Oberfläche der im Vorläufer-Projekt entwickelten Stahlsorte im Unterschied zu herkömmlichen Stählen durch einen rein mechanischen Vorgang ‒ das sogenannte Rollieren ‒ so gut verfestigen lässt, dass dadurch konventionelle Härteverfahren ersetzt werden können. Dadurch seien neue effiziente Anwendungen in höchster Qualität möglich.

DBU-Generalsekretär Alexander Bonde und Econsteel-Geschäftsführer Ralf Schaaf - © econsteel
Econsteel-Geschäftsführer Ralf Schaaf (l.) freut sich über die Förderzusage für das neue Projekt durch DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. © econsteel
Rund 53.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid weniger möglich

Bisher müssen Stähle unter sehr hohem Energieaufwand in thermischen Verfahren bei hohen Temperaturen bearbeitet werden, um die nötigen Festigkeiten zu erzielen. Weil sie sich aufgrund der Hitze verziehen, müssen die Werkstücke zudem meist aufwändig in Richt- und Schleifprozessen nachbearbeitet werden. Die nachgeschalteten Prozesse und die dabei entstehenden Späne würden beim neuen Verfahren vollständig entfallen, sodass die Ressourceneffizienz gesteigert werde. Kann das Verfahren erfolgreich umgesetzt werden, könne es in Kombination mit dem neuen Werkstoff aufgrund der breiten Anwendbarkeit in der Industrie rund 53.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr allein in Deutschland einsparen, das entspricht in etwa dem Ausstoß einer Kleinstadt mit 4.500 Einwohnern.

Materiallager von econsteel - © econsteel
Nachdem econsteel im vorangegangenen DBU-Projekt eine neue Sorte von Stahl entwickelt hatte, soll nun ein mechanisches Bearbeitungsverfahren zum Härten der Oberfläche erarbeitet werden. © econsteel

(Quelle: DBU-Presseinfo 02/2019)

Schlagworte

EnergieRessourcenStahlStahlbauUmweltschutz

Verwandte Artikel

23.03.2026

Neuer Leitfaden zu reaktiven Brandschutzsystemen im Stahlbau

Mit dem neuen Leitfaden „Anwendung reaktiver Brandschutzsysteme im Stahlbau“ steht Planern, Ingenieuren und Ausführenden eine praxisnahe Orientierungshilfe zur Verfügung.

AI AM Bauteile Bemessung Beschichtung Brandschutz Ingenieure Reibung Schichtdicke Schienen Stahl Stahlbau Stahlbauteile Stahlkonstruktionen TIG Wirtschaftlichkeit
Mehr erfahren
23.03.2026

Wachstum durch Innovation in der Füge- und Trenntechnik

Die Boysen Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 ihre wirtschaftlichen Ziele erreicht und stellt gleichzeitig die Weichen für weiteres Wachstum in zentralen Industriebereichen...

AM Automatisierung Automobilindustrie Brenner Brennstoffzellen Elektrofahrzeuge Energie Energiespeicher Energiesystem EU Fertigungstechnologien Formprozesse Industrie Industrielle Fertigung Leichtbau Metall Metallische Werkstoffe Prozesskette Prozessketten Serienfertigung Technologien TIG Transformation Trenntechnik Unternehmen Wasserstoff Wasserstoffanwendungen Werkstoff Werkstoffe Wettbewerb
Mehr erfahren
21.03.2026

Edelstahl für die Wasserstoffwirtschaft

Wasserstoff ist ein zentraler Baustein zukünftiger klimaneutraler Energiesysteme. Doch die sichere Speicherung und der Transport von Wasserstoff stellen weiterhin eine gr...

AM Chemieindustrie DIN Entwicklung EU Forschung Hochleistungswerkstoffe Industrie Infrastruktur International KI Klima Klimaneutrale Energie Korrosion Korrosionsschutz Legierungen Materials Materialwissenschaft Metal Metall Mikrostruktur Nachhaltigkeit Pipeline Stahl Stickstoff TIG TWI Wasserstoff Wasserstoffwirtschaft Werkstoff Wissenschaft
Mehr erfahren
20.03.2026

Verkaufsabschluss von Barmag

Oerlikon gibt den Verkaufsabschluss seines Geschäftsbereichs Barmag an Rieter bekannt. Die Transaktion wurde bereits am 06. Mai 2025 angekündigt und bildet den letzten Sc...

Automobil Effizienz Energie Halbleiterindustrie Luftfahrt Medizinindustrie Nachhaltigkeit Oberflächen Oberflächentechnologien Produktivität Raumfahrt Werkzeugbau
Mehr erfahren
02.03.2026

28 Millionen Euro für die Stärkung der Kreislauf- und Umweltwirtschaft in NRW

Rund 28 Millionen Euro stellen NRW und die EU für drei neue Fördermaßnahmen zur Verfügung, die Unternehmen und Forschungseinrichtungen beim Übergang zu einer klimafreundl...

Förderung Forschung Industriestandort Deutschland Innovationen Kreislaufwirtschaft Nachhaltigkeit Nordrhein-Westfalen Ressourcen Ressourcenschonung Umweltwirtschaft Wettbewerbsfähigkeit
Mehr erfahren