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16.11.2020

Industrie: Corona-Krise führt zu Finanzierungs-problemen

Industrie: Corona-Krise führt zu Finanzierungsproblemen

Die Wirtschaftskrisen in wichtigen Auslandsmärkten verschärfen die Finanzierungsprobleme in großen Teilen der deutschen Industrie und beschränken deren Investitionsmöglichkeiten. Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor.

Wie der DIHK in einer Sonderauswertung seiner Herbst-Konjunkturumfrage ermittelte, machen den Unternehmen insbesondere die pandemiebedingt einbrechende Nachfrage aus wichtigen Exportmärkten und auslaufende Nachholeffekte zu schaffen.

So bewerten die stark exportorientierten Industriebranchen ihre aktuelle Geschäftslage als schwierig: 43 Prozent der Betriebe im Maschinenbau und 37 Prozent der Kfz-Bauer beklagen eine schlechte Geschäftslage – deutlich mehr als in der Gesamtwirtschaft (29 Prozent). Nachfragerückgänge führen zu Einnahmeausfällen und drücken so auf die Finanzlage vieler Industrieunternehmen.

Von akuten Liquiditätsengpässen berichtet jeder fünfte Maschinenbauer und jeder vierte Kfz-Bauer (Gesamtwirtschaft: 19 Prozent). Die rückläufigen Einnahmen belasten auch die Eigenkapitalsituation der Unternehmen. Im Detail verzeichnen 27 Prozent der Maschinenbauer einen Rückgang des Eigenkapitals, im Kfz-Bau sind es 37 Prozent (Gesamtwirtschaft: 28 Prozent).

Investitionen rückläufig

Eine Folge sind weniger Investitionen: Knapp die Hälfte der Kfz- und Maschinenbauer plant, im kommenden Jahr weniger zu investieren (Gesamtwirtschaft: 34 Prozent).

Das ist auch für die eng verbundene Zuliefererindustrie ein großes Problem. Es kommt zu Nachfrageausfällen im gesamten Netzwerk. Auch die Vorleistungsgüterproduzenten sind betroffen: So sieht sich in der Metallerzeugung jedes vierte Unternehmen mit Liquiditätsengpässen konfrontiert, in der Gummi- und Kunststoffindustrie jedes fünfte (Gesamtwirtschaft: 19 Prozent).

Risikofaktor Vorfinanzierung

Diese Entwicklung trifft Industrieunternehmen besonders hart, weil sie ihre Produktion häufig vorfinanzieren müssen. Erhalten sie in der aktuellen Situation keine Vorfinanzierung mehr, droht die Gefahr, dass Unternehmen sogar trotz vorhandener Nachfrage nach ihren Produkten ums Überleben kämpfen müssen. Auf jeden Fall schränken zunehmende Finanzierungssorgen in der Gegenwart den Spielraum für zukünftige Geschäfte ein.

(Quelle: DIHK – Deutscher Industrie- und Handelskammertag)

Schlagworte

BauBetriebeCorona-KriseExportHandelIndustrieKonjunkturKunststoffMärkteMaschinenbauMetallMetalleProdukteProduktionUnternehmenZulieferer

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