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30.10.2021

Wirtschaft braucht resiliente Lieferketten

Wirtschaft braucht resiliente Lieferketten

Die weltweiten Lieferengpässe werden sich in den kommenden Monaten auf immer mehr Segmente ausweiten. Mit dieser Prognose stellt Jane Enny van Lambalgen, Produktions- und Logistikexpertin bei der UNO-Denkfabrik Diplomatic Council, klar, dass die angespannte Liefersituation rund um den Globus weit ins nächste Jahr hineinreichen wird.

In der Industrie werden Material- und Logistikengpässe sogar über Jahre hinweg das „new normal“ sein, ist sich Jane Enny van Lambalgen sicher. Fertigungsunternehmen seien daher gut beraten, zügig resiliente, digitalisierte und gesetzeskonforme Lieferketten aufzubauen. „Wer darauf wartet, dass sich die Lage wieder auf dem alten Niveau einpendelt, steuert auf den Konkurs zu“, warnt die Expertin.

Jane Enny van Lambalgen erklärt: „Der durch Corona verursachte Stillstand hat beim Wiederanlauf die Produktions-, Fracht- und Containerkapazitäten weltweit durcheinandergebracht. Ein Mangel an einfachsten Produkten wie beispielsweise an bestimmten Schrauben oder Plastikteilen ist absehbar.“ Die Fachfrau befürchtet: „Nicht nur die Automobil- und Zulieferindustrie stehen vor riesigen Problemen, auch weite Teile des Maschinen- und Anlagenbaus werden 2022 in Schwierigkeiten geraten. Ohne eine gründliche Digitalisierung sind diese Herausforderungen nicht zu meistern.“

Als Beispiel für eine gelungene Digitalisierung der Lieferkette verweist van Lambalgen auf die Softwarestrategie von Tesla angesichts der Chipkrise; der Autohersteller hat seine Software derart flexibilisiert, dass die Wagen mit unterschiedlichen Chips je nach Verfügbarkeit produziert werden können. „Eine intelligente Digitalisierung weit über das heute in der Industrie übliche Maß hinaus stellt den Schlüssel für den Erfolg in der globalen Mangelwirtschaft der nächsten Jahre dar“, sagt Jane Enny van Lambalgen.

China wird zum Flaschenhals

Die Gründe für die weltweiten Produktions- und Lieferprobleme in immer mehr Segmenten reichen nach Einschätzung der Fachfrau weit über die Coronakrise hinaus. Konkret nennt sie die schwächelnde Energieversorgung in China und die Gefahr einer weiteren Zuspitzung des Konflikts zwischen den USA und China im südchinesischen Meer und um den Inselstaat Taiwan.

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„Ein Kampf um Taiwan würde die globale Chipversorgung über Jahre hinweg massiv in Frage stellen“, warnt Jane Enny van Lambalgen. Der Aufbau einer adäquaten Halbleiterfertigung in Europa würde mindestens ein Jahrzehnt dauern, schätzt die Expertin. Doch es geht keineswegs nur um Hightechprodukte, stellt sie klar, zahlreiche Rohstoffe wie beispielsweise Aluminium und Magnesium stünden ebenfalls vor massiven Lieferproblemen. „China wird zum Flaschenhals für die Weltwirtschaft, weil viele Branchen von der Volksrepublik abhängig sind“, legt Jane Enny van Lambalgen den Finger auf einen wunden Punkt der Globalisierung. Sie schlussfolgert daraus: „Die Unternehmen in den westlichen Industrienationen müssen ihre weltweiten Produktions- und Logistikketten zügig auf eine maximale Versorgungssicherheit umstellen. Die Einrichtung resilienter Lieferketten, die Berücksichtigung des Lieferkettengesetzes, des sogenannten Supply Chain Act, und die Wiederverwertbarkeit der Komponenten im Sinne einer Green Economy werden zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren in den nächsten Jahren.“

Im Hinblick auf das Diplomatic Council, einer Nicht-Regierungsorganisation, in der neben Diplomaten auch Topmanager aus der Wirtschaft als Mitglieder engagiert sind, stellt Jane Enny van Lambalgen klar: „Für viele Länder von Brasilien bis Indien stecken in der Chinakrise enorme Chancen, neue Betriebe anzuziehen. Jetzt kommt es für die Industrie darauf an, zügig zukunftssichere Produktionsstandorte und nachhaltig belastbare Lieferketten zu etablieren, um der Mangelwirtschaft, die voraussichtlich bis mindestens 2025 anhalten wird, zu trotzen.

Über das Diplomatic Council

Das Diplomatic Council ist ein globaler Think Tank, der die Vereinten Nationen berät. Zum Kreis der Mitglieder gehören Staatspräsidenten, Diplomaten, Unternehmer, Führungskräfte aus der Wirtschaft und Persönlichkeiten aus der Gesellschaft. Sie alle vertreten das Primat der Menschlichkeit. Egal, ob es um politische, wirtschaftliche oder technische Angelegenheiten geht, stets hat der Nutzen für den Menschen im Mittelpunkt zu stehen. Als Mitglied im Diplomatic Council ist Jane Enny van Lambalgen mit Fragen resilienter digitaler Lieferketten befasst. Als Interim Manager bietet sie internationalen Fertigungs- und Logistikunternehmen ihre Expertise an.

(Quelle: Presseinformation des Diplomatic Council)

Schlagworte

AluminiumAnlagenbauAutomobilindustrieDigitalisierungHalbleiterMagnesiumMaschinenbauZulieferindustrie

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