Trendthema
Das Aufschneiden gebrauchter oder fehlerhafter Batterien mit Hilfe von Lasertechnik ermöglicht die Skalierung des Batterie-Recycings. - © TRUMPF
24.06.2024

Batterierecycling im industriellen Maßstab

E-Mobilität: TRUMPF ermöglicht das Recycling von Batterien im industriellen Maßstab

Autobauer und Batteriehersteller können jetzt erstmals gebrauchte oder fehlerhafte Batterien von E-Autos mit Lasertechnologie von TRUMPF im industriellen Maßstab recyceln. Das Hochtechnologieunternehmen entwickelt Lasersysteme, die gebrauchte Batterien sicher aufschneiden und die wertvollen Rohstoffe von der Batteriefolie entfernen.

„Das Recycling von Batterien ist ökologisch sinnvoll und dank Lasertechnik nun auch wirtschaftlich umsetzbar. TRUMPF kann auf eine umfassende Expertise beim Laserschweißen und -schneiden für die Fertigung von E-Auto-Batterien zurückgreifen. Seit Jahren arbeiten wir mit allen führenden Auto- und Batterieherstellern zusammen. Diese Erfahrung haben wir in die Entwicklung der neuen Verfahren einfließen lassen”, sagt Hagen Zimer, CEO Lasertechnik bei TRUMPF. Das Hochtechnologieunternehmen präsentiert die neuen Laserverfahren erstmals auf der Leitmesse für Batterietechnologie Battery Show Europe 2024 in Stuttgart.

Großer Markt für das Recycling von E-Auto-Batterien

Ohne wertvolle Rohstoffe wie Kobalt, Lithium oder Nickel gibt es derzeit keine E-Auto-Batterien. Doch die Gewinnung dieser Rohstoffe ist aufwendig und nicht immer nachhaltig. Die Hersteller müssen zudem lange und unsichere Lieferketten in Kauf nehmen. Darüber hinaus schreibt die EU eine Wiederverwertungsquote für Batterien von bis zu 90 Prozent vor. “Die Industrie muss deshalb Recycling im großen Stil betreiben. Der Markt für Laserverfahren zum Recycling der Batterien, der gerade entsteht, ist riesig”, sagt Alexander Sauer, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA. Allein in Europa müsse die Industrie ab 2030 jährlich 570.000 Tonnen an Batteriematerial recyceln.

Ein TRUMPF Mitarbeiter erklärt, wo die Batterie von dem Laser aufgeschnitten werden wird. - © TRUMPF
Ein TRUMPF Mitarbeiter erklärt, wo die Batterie von dem Laser aufgeschnitten werden wird. © TRUMPF
Laser sorgen für hohe Recyclingquote

Die Elektroden für neue Batteriezellen entstehen als Folienstreifen, beschichtet mit wertvollen Materialien wie Kobalt und Nickel. In einer künftigen Recyclinganlage können Laserverfahren die hauchdünne Schicht von der Folie ablösen. Die Hersteller können den kostbaren Staub auffangen und für neue Beschichtungen aufbereiten. Bislang landen nicht selten Kilometer an beschichteten Folien als Ausschuss im Müll.

Auch bei den Batteriepacks kann beim Recycling künftig Lasertechnik zum Einsatz kommen. Erst die Lasertechnik ermöglicht eine effiziente und automatisierte Demontage, etwa um Abdeckungen von Batterien zu lösen oder um Kabel abzuschneiden. Anschließend lassen sich die Rohstoffe sortieren und noch nutzbare Batteriezellen direkt vereinzeln und weiterverwerten. Bislang war die Demontage von E-Auto-Batterien Handarbeit. Das ist aufwendig, langsam und teilweise gefährlich für die Arbeiter.

(Quelle: Presseinformation der Trumpf SE & Co. KG)

Schlagworte

BatterierecyclingBattterieproduktionE-MobilitätKreislaufwirtschaftLaserschneidenLaserschweißenLaserstrahlschneidenLaserstrahlschweißenLasertechnikLasertechnologien

Verwandte Artikel

30.03.2026

Deutscher Baupreis 2026: Nordrhein-Westfalen überzeugt mit starken Innovationen

Beim Deutschen Baupreis 2026 gehören mehrere Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen zu den Preisträgern.

Arbeitsschutz Bauwesen Gesundheitsschutz Innovationen Kreislaufwirtschaft Recycling
Mehr erfahren
Beim Entschichten von Compound-Bipolarplatten gelingt es am Fraunhofer ILT bereits, das Leistungspotenzial des 1kW UKP-Lasers auszuschöpfen.
28.03.2026

Die Ära der Multi-Kilowatt-Laser ist eingeläutet

Ultrakurzpuls- und Dauerstrich-Laser mit mittleren Leistungen im Multi-Kilowatt-(kW)-Bereich versprechen einen Effizienzschub in der Materialbearbeitung und ebnen den Weg...

Bohren Energieeffizienz Fügen Fügeprozesse Hochfeste Stähle Lasermaterialbearbeitung Laserstrahl Lasertechnik Photonik Schneiden
Mehr erfahren
Erfahrungsaustauch am ifw Jena
DVS Group
27.03.2026

DVS gründet Netzwerk für handgeführte Laserstrahlmaterialbearbeitung

„CONNECT HLB“ – so lautet der Name für das neu gegründete Netzwerk des DVS für handgeführte Laserstrahlmaterialbearbeitung von metallischen Werkstoffen.

Handgeführtes Laserstrahlschweißen Handheld Laser Beam HLB Laserstrahl Laserstrahlmaterialbearbeitung Laserstrahlschweißen Netzwerk Normen Regelwerke Schweißtechnik Technologie
Mehr erfahren
22.03.2026

Polyurethan-Produktion ohne giftiges Isocyanat

Polyurethane (PUR) stecken in vielen Produkten, jedoch kommt bei der Herstellung giftiges Isocyanat zum Einsatz. Um die Herstellung sicherer zu machen, haben Forscher des...

Chemische Industrie Dicarbamat Elastizität Gesundheitsgefahren Isocyanat Klebstoffe Kreislauffähigkeit Kreislaufwirtschaft Kunststoffe Medizin Polymerdiole Polyurethane Produktion Qualitätssicherung Recyvcling Sicherheit Zugfestigkeit
Mehr erfahren
Prof. Dr.-Ing. Markus Schleser von der FH Aachen erforscht im Rahmen des Projekts HOLLA das Laserstrahlschweißen.
14.03.2026

Laserstrahlschweißen: Fortschritt für die Fertigung

Wie das Laserstrahlschweißen im Vakuum die Zukunft der Fertigung prägen kann und welche Rolle Patente und Forschungskooperationen dabei spielen, erläutert Prof. Schleser...

Energieeffizienz Erneuerbare Energien Fertigung Hochleistungslaser Laserstrahlschweißen Patente Schlüsseltechnologien Schweißen
Mehr erfahren