Wirtschaft
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19.03.2025

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im März 2025

Die wirtschaftliche Schwäche setzt sich angesichts verhaltener binnen- und außenwirtschaftlicher Nachfrage bei gleichzeitig gestiegenen Ungewissheiten hinsichtlich der handels- und geopolitischen Perspektiven zu Jahresbeginn fort. Einer Stabilisierung in der Industrie stand dabei zuletzt eine rückläufige Entwicklung in den Dienstleistungen gegenüber. Aktuelle Frühindikatoren zeigen eine uneinheitlich Stimmungslage in der deutschen Wirtschaft, wobei sich in der Tendenz eine Bodenbildung andeutet. Dabei könnten von den derzeit diskutierten Vorhaben der zukünftigen Regierungskoalition stabilisierende Erwartungseffekte und zunehmende Planungssicherheit für private Haushalte und die Wirtschaft ausgehen.

Produzierendes Gewerbe

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe startet positiv ins Jahr 2025 mit einem Anstieg um 2,0 % im Januar gegenüber dem Vormonat. Dabei legte die Ausbringung in der Industrie deutlich um 2,6 % zu, im Baubereich hingegen mit +0,4 % nur schwach und im Bereich Energie war sie mit -0,5 % leicht rückläufig. Bei den Auftragseingängen ist es zu Jahresbeginn zu einem Rückprall gekommen, sie sind im Januar um 7,0 % gesunken. Im produzierenden Gewerbe insgesamt zeichnet sich noch keine konjunkturelle Erholung ab, auch wenn zu Jahresbeginn vorherige Produktionsverluste teilweise wieder ausgeglichen werden konnten. Darauf deutet auch die Stimmung in den Unternehmen hin, die sich laut ifo Geschäftsklima und S&P Global weiterhin auf niedrigem Niveau bewegt.

Einzelhandel

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im Januar geringfügig um 0,3 % gegenüber dem Vormonat gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat meldete der Einzelhandel im Januar ein reales Umsatzplus von 3,0 %. Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im Februar sowohl gegenüber dem Vormonat mit -6,8 % als auch dem Vorjahresmonat mit -6,4 % rückläufig. Sorgen um Arbeitsplatzsicherheit und anhaltende geopolitische Unsicherheiten minderten zuletzt die Planungssicherheit und Konsumlaune der Verbraucherinnen und Verbraucher.

Inflationsrate

Die Inflationsrate lag im Februar mit unverändert +2,3 % nahe der geldpolitischen Zielmarke von 2%. Während sich Nahrungsmittel binnen Jahresfrist merklich stärker verteuerten als im Januar, hat der Preisauftrieb bei der Kernrate nachgelassen und die Energiepreise sind wieder etwas stärker gefallen. Auch aufgrund administrativer Preisanhebungen zu Jahresbeginn ist erst im weiteren Jahresverlauf wieder mit spürbaren Rückgängen der Inflationsrate zu rechnen.

Arbeitsmarkt

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt bleibt zu Jahresbeginn schwach. Während die Arbeitslosigkeit im Februar saisonbereinigt weiter leicht zugenommen hat, ging die Erwerbstätigkeit im Januar abermals zurück. Die realisierte Kurzarbeit lag im Dezember zwar weiter deutlich höher als im Vorjahr, die Anzeigen von Kurzarbeit haben sich gegenüber Herbst zuletzt jedoch auf etwas niedrigerem Niveau stabilisiert. Angesichts einer sich weiter abschwächenden Arbeitsnachfrage und fehlender konjunktureller Impulse ist in diesem Jahr mit einer eher verhaltenen Frühjahrsbelebung zu rechnen.

Unternehmensinsolvenzen

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist nach amtlichen Daten im Dezember 2024 verglichen mit dem Vormonat nahezu unverändert geblieben (+0,2 %). Im Gesamtjahr 2024 betrug der Anstieg 22,4 % gegenüber 2023. Der IWH-Insolvenztrend weist für Februar 1.436 Insolvenzen aus, das sind 7,0 % mehr als im Januar. Gleichzeitig hält es das IWH auf Basis von Frühindikatoren für denkbar, dass die Phase steigender Insolvenzzahlen vorerst beendet sein könnte.

In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 14. März 2025 vorlagen. Soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich um Veränderungsraten gegenüber der jeweiligen Vorperiode auf Basis preis-, kalender- und saisonbereinigter Daten.

Ausgewählte Daten zur wirtschaftlichen Lage

(Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK))

Schlagworte

ArbeitsmarktBauBildungDienstleistungenEnergieEnergiepreiseEntwicklungHandelIndustrieInflationInsolvenzKlimaschutzKonjunkturProduktionRegierungStabilisierungWirtschaft

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